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08.04.2011

19:30 Uhr

Uni-Prüfungsbericht

Guttenberg hat bei Doktorarbeit bewusst geschummelt

Gegen Karl-Theodor zu Guttenberg werden neue Vorwürfe laut. Die Prüfungskommission der Uni Bayreuth kommt zum Ergebnis, der Ex-Verteidigungsminister habe bei seiner Dissertation absichtlich getäuscht.

Neue Vorwürfe: Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Quelle: dapd

Neue Vorwürfe: Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg.

Berlin/Bayreuth Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat nach Einschätzung der Universität Bayreuth bei seiner Doktorarbeit absichtlich getäuscht. Zu diesem Ergebnis komme die zuständige Universitätskommission, die die Prüfung des Plagiatsfalls fast abgeschlossen habe, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ (Samstagausgabe). Anders ließen sich die kopierten Passagen nicht erklären. Guttenberg hatte gravierende Fehler in seiner Dissertation eingeräumt, eine bewusste Täuschung jedoch immer bestritten.

Dem „Nordbayerischen Kurier“ (Samstagausgabe) zufolge will die Universität den Bericht Ende April oder Anfang Mai veröffentlichen. Rechtsanwälte Guttenbergs hätten gegen eine solche „öffentliche Klarstellung“ jedoch Vorbehalte geäußert und dies mit Persönlichkeitsrechten begründet. Dem Berliner „Tagesspiegel“ (Samstagausgabe) bestätigte Universitäts-Präsident Rüdiger Bormann den Eingang des Anwaltsschreibens.

Er sagte der Zeitung, die Hochschule werde den Bericht nicht veröffentlichen, wenn Guttenberg bei seinen Vorbehalten bleibe, da es sich formal um einen internen Vorgang handele. Er hoffe jedoch, dass Guttenberg es sich noch anders überlege. „Wir möchten das Ergebnis - auch zur Frage des Täuschungsvorsatzes - öffentlich machen“, sagte Bormann. Guttenbergs Verhalten stehe im Widerspruch zu der von ihm versprochenen Aufklärung.

Doktorvater Peter Häberle sagte der „SZ“, er sei von Guttenberg „existenziell enttäuscht“. Der Zeitung zufolge hatte Guttenberg Häberle einen Brief geschrieben, in dem er sich für das „Ungemach“ entschuldige, das er ihm bereitet habe.

Guttenberg war Anfang März vom Amt des Verteidigungsministers zurückgetreten. Er soll weite Teile seiner Dissertation aus anderen Quellen abgeschrieben haben, ohne dies kenntlich zu machen. Die Universität Bayreuth hatte ihm daraufhin seinen Doktortitel aberkannt.



Von

dapd

Kommentare (12)

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Kalle

08.04.2011, 20:29 Uhr

Eigentlich doch schon fast unwichtig. Diejenigen, die es wollten, haben KTzG aus dem Amt gejagt und die Regierng in Zugzwang gebracht. Auf dieser Seite wird es wohl als Erfolg gewertet.
Das jetzt die Uni und der Doktorvater »existenziell« von KTzG enttäuscht sind sollte verwundern. M. E. ist hatten die Leute die Doktorarbeit als erste in den Händen. Hätten die ihren Job richtig gemacht, hätte KTzG den Titel wohl nie erhalten.
Mit welchem Recht eigentlich beklagen diese Leute sich nun? Eigentlich sollten sie zu aller erst mit dem Finger auf sich zeigen.

Student

08.04.2011, 20:33 Uhr

Es wäre mir neu, wenn man auch unbewusst schummeln könnte.

Ralko

08.04.2011, 21:28 Uhr

Wie wurde früher schon gesungen :
Ah! ça ira, ça ira, ça ira,
Les aristocrates à la lanterne!
Ah! ça ira, ça ira, ça ira,
Les aristocrates on les pendra!

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