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28.01.2006

09:42 Uhr

Unikliniken sollen lahm gelegt werden

Verdi plant langen Arbeitskampf

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat im Streit über längere Arbeitszeiten für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst einen harten Arbeitskampf angekündigt.

HB BERLIN. „Unser Streik wird unbefristet, also mehr als ein Warnstreik sein“, sagte Vorstandsmitglied Kurt Martin dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Mit den Arbeitsniederlegungen in „nahezu allen Ländern“ wolle man die Arbeitgeber „spürbar treffen“. Das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) warnte indes vor den wirtschaftlichen Folgen eines Streiks.

Martin sagte, es werde nicht ausbleiben, „dass auch die Bürger davon etwas merken“. Die Gewerkschaft wolle mit der Streikwelle in Baden-Württemberg beginnen und dort die Universitätskliniken lahm legen, sagte Martin, der im Verdi-Vorstand für die 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst zuständig ist.

IW-Direktor Michael Hüther sagte dagegen, ein Flächenstreik hätte „eine verheerende Wirkung auf die anlaufende Konjunkturerholung“ und sende das Signal, „dass Deutschland bei alten Ritualen bleibt“ statt zu mehr Flexibilität aufzubrechen. An längeren Arbeitszeiten führe kein Weg vorbei, „zumal nur die Realität der privaten Wirtschaft abgebildet wird“.

Verdi-Chef Frank Bsirske hatte am Donnerstag Urabstimmungen über Streiks im öffentlichen Dienst angekündigt. Mit den Streiks sollen die Länder zu einem Beitritt zum neuen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst gezwungen werden. In den Kommunen - hier gilt der Tarifvertrag bereits - geht es um die Abwehr von Arbeitszeitverlängerungen. Eine Öffnungsklausel ermöglicht diese.

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