Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.03.2014

17:01 Uhr

Universität Bonn

Widerstand gegen Kissinger-Professur

An der Universität Bonn haben über 100 Wissenschaftler gegen die geplante Ehrenprofessur für den ehemaligen US-Außenminister Henry Kissinger protestiert. Sie werfen ihm Kriegsverbrechen und Verletzungen des Völkerrechts vor.

Der ehemalige US-amerikanische Außenminister Henry Kissinger. An der Uni Bonn wird hitzig über eine Ehrenprofessur Kissingers diskutiert. dpa

Der ehemalige US-amerikanische Außenminister Henry Kissinger. An der Uni Bonn wird hitzig über eine Ehrenprofessur Kissingers diskutiert.

BonnMehr als 100 Wissenschaftler wehren sich gegen eine geplante Professur zu Ehren des früheren US-Außenministers Henry Kissinger an der Universität Bonn. In einem offenen Brief vom Montag werfen sie dem Deutschamerikaner und Friedensnobelpreisträger Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verletzung des Völkerrechts vor, etwa im Vietnamkrieg oder durch seine Rolle beim Militärputsch in Chile 1973. Die Stiftungsprofessur für „Internationale Beziehungen und Völkerrecht“ ist bereits von der Bundesregierung beschlossen und wird von Verteidigungs- und Außenministerium finanziert. Sie soll zum Wintersemester 2014/15 starten. Das Verfahren für die Besetzung ist bereits angelaufen.
Erstunterzeichner des Briefs sind etwa der französische Politikwissenschaftler Alfred Grosser und der Soziologe Oskar Negt. Rund 50 der Kritiker gehören dem wissenschaftlichen Beirat des globalisierungskritischen Netzwerks Attac an. Zuvor hatten sich bereits eine „Initiative Zivile Uni Bonn“ und das Bonner Studierendenparlament gegen die Professur ausgesprochen. Kissinger war in den USA Nationaler Sicherheitsberater (1969-1973) und Außenminister (1973-1977).

Von

dpa

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

31.03.2014, 17:46 Uhr

Oje, nur weil Kissinger sich so frech über die "nicht semitischen Juden" geäußert hat:


++++++ http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/11657 +++++
"»henry kissinger selber jude hat für juden überhaupt nichts übrig. er hat selber gesagt als er von russischen juden gebeten wurde ihre ausreise nach israel zu ermöglichen, das für ihn zitat ›eine vergasung der russischen juden höstens ein ökonomisches problem sei‹.« Sprich, zwischen Nazis und Juden, jedenfalls solchen wie Kissinger (»was ist das grösste problem der juden? ihre führer«), gibt es eigentlich keinen moralischen Unterschied.

Was man auch im Nahen Osten täglich sehen kann: »ich war in israel und habe mit holocaust opfern gesprochen. sie selber finden es widerwärtig was in ihrem namen passiert«. "

Account gelöscht!

31.03.2014, 18:28 Uhr

100 Wissenschaftler beweisen Mut

Chapeau!
Die blutige Spur der Arbeit des Mr. Kissinger darf nicht in Vergessenhgeit geraten. Eigentlich gehört er vor ein Kriegsverbrechertribunal.

Account gelöscht!

31.03.2014, 18:35 Uhr

Endlich! Unsere akademische Elite macht nicht mehr mit. Das ist mal ein Fortschritt. Hoffentlich macht das Schule, auch in anderen Bereichen, in denen Politiker, die sich über Menschenrechte hinwegsetzen -Friedensnobelpreisträger hin oder her- Schule.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×