Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.09.2016

10:08 Uhr

Uno-Generaldebatte

Sein letztes Mal

Mit seiner achten Uno-Rede verabschiedet sich US-Präsident Barack Obama von dieser Bühne. Einst hatte er versprochen, die Welt sicherer und geeinter zu machen. Doch was ist davon geblieben?

Der US-Präsident tritt am Dienstag bei der Uno-Generaldebatte zu seiner letzten Rede als Präsident der Vereinigten Staaten an. dpa

Barack Obama

Der US-Präsident tritt am Dienstag bei der Uno-Generaldebatte zu seiner letzten Rede als Präsident der Vereinigten Staaten an.

New YorkMit viel Applaus empfing eine bis auf den letzten Platz besetzte Uno-Vollversammlung 2009 US-Präsident Barack Obama zu seiner ersten Rede vor dem Gremium. „Ich bin mir der Erwartungen, die meine Präsidentschaft auf der ganzen Welt begleiten, sehr bewusst“, sagte Obama damals in New York. „Wir haben einen Schlüsselmoment erreicht. Die Vereinigten Staaten stehen bereit für ein neues Kapitel der internationalen Kooperation – eines, das die Rechte und Verpflichtungen aller Staaten anerkennt.“

Fast auf den Tag genau sieben Jahre später wurde am Dienstag Obamas letzte Rede bei einer Generaldebatte der Uno-Vollversammlung erwartet – mit gewohnter Spannung, aber inzwischen ohne die anfängliche Euphorie. Nach seiner Ansprache hat Obama, dessen Nachfolger im November gewählt wird, gemeinsam mit einigen anderen Ländern noch zu einem Flüchtlingsgipfel geladen.

Bei seiner letzten Uno-Vollversammlung will der US-Präsident, der bei dem Diplomatie- Spektakel im Heimatland immer auch ein bisschen Co-Gastgeber ist, noch ein Ausrufezeichen setzen und sein außenpolitisches Erbe zementieren. Aber nicht bei allen kam das Vorhaben gut an, hatte doch mit Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon der eigentliche Gastgeber der Vollversammlung bereits am Vortag zu einem Flüchtlingsgipfel geladen. Ein geeintes Bild sieht anders aus.

Obamas Reisepläne 2016

März

Im Gespräch ist Lateinamerika, möglich wären u.a. Kuba, Argentinien und Kolumbien. Von den Reisen nach Lateinamerika verspricht sich das Weiße Haus positive Effekte auf die breiten hispanischen Wählerschichten.

April

Deutschland (Besuch der Hannovermesse; andere Orte in Deutschland und Europa während dieser Reise sehr wahrscheinlich, aber noch nicht bekannt oder öffentlich). Die Europareisen sollen aus US-Sicht klarmachen, wie gut die USA im Vergleich wirtschaftlich dastehen.

Mai

G7-Gipfel in Japan (26./27.; im Gespräch ist auch ein Besuch Vietnams).

Juli

Nato-Gipfel in Polen (8./9.; Besuch anderer Länder in Europa sehr wahrscheinlich).

September

G20-Gipfel in China (4./5., evtl. auch ein Besuch Laos').

November

Apec-Gipfel in Peru (Termin noch nicht offiziell, aber in jedem Fall nach der US-Wahl am 8.11.).

Bans Veranstaltung bilde das theoretische Fundament, bei Obamas folgten dann die praktischen Zusagen beispielsweise für finanzielle Hilfen, bemühten sich westliche Diplomaten die Zwillingsgipfel zu rechtfertigen. Aber nicht nur die Flüchtlingskrise steht hoch auf Obamas letzter Vollversammlungs-Agenda, auch die Konflikte in der Ukraine, in Nahost und der Streit um Nordkoreas Atomtests beschäftigen den Präsidenten. Und natürlich der andauernde Krieg in Syrien, wo jüngst zuerst ein vermutlich irrtümlicher Luftangriff der von den USA geführten Koalition auf syrische Regierungssoldaten ein schweres Zerwürfnis mit Moskau ausgelöst hatte und dann auch noch die Waffenruhe vor dem Aus stand.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr J.-Fr. Pella

20.09.2016, 11:28 Uhr

Zunächst ist auch Barack Obama Amerikaner und als solcher kommt an erster Stelle die USA und die Interessen der USA.
Danach kommt eine große Pause und dann wieder die USA. Erst dann kommt evtl. Großbritanien und nach weiteren Pausen die BRD.
Frau Merkel sollte sich daran ein Beispiel nehmen und nich die Retterin der Welt spielen zu lasten des kleinen Bürgers in Deutschland.
Wenn Obama geht hat Deutschland nichts verloren.
The stupid Germans.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×