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27.07.2015

14:37 Uhr

Unruhe in der SPD

K-Frage spaltet Sozialdemokraten

„Wie die Kieler Woche ohne Schiffe: SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel hält einen Verzicht seiner Partei auf das Kanzleramt für „schlicht absurd“. Die SPD wird die Frage um die Kanzlerkandidatur dennoch weiter begleiten.

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BerlinDas politische Sommerloch hat sich gerade erst aufgetan, da ist bei den Sozialdemokraten die "goldene dreifache S-Regel" bereits verletzt worden. Denn die lautet nach Angaben von SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel: „Sommer, Sonne, Schweigen. Aber seit vergangener Woche und gut zwei Jahre vor der nächsten Bundestagswahl wabert in der Partei eine aufgeregte Debatte um die Kanzlerkandidatur 2017 – und das hat Gründe jenseits des Sommerlochs.

Zwar hatte der schleswig-holsteinische Ministerpräsident und SPD-Politiker Torsten Albig vergangene Woche das Thema wohl ohne größere Absicht aufgebracht. Im NDR hatte er die relativ banale Feststellung getroffen, es sei schwer, gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Wahl zu gewinnen.

Aber er traf einen Nerv, als er hinzufügte, dass allein die weitere Regierungsbeteiligung für die SPD auch ein legitimes Wahlziel sei. Dann folgte der Satz: „Ob die Bezeichnung Kanzlerkandidat noch richtig ist oder nicht, werden wir sehen.“ Die Folge war zunächst eine Welle der Empörung, dann eine Flut an Solidaritätsadressen an den derzeit einzig denkbaren Kanzlerkandidaten, SPD-Chef Sigmar Gabriel.

SPD-Kanzlerkandidaten-Debatte: Weil wirbt für Gabriel

SPD-Kanzlerkandidaten-Debatte

Weil wirbt für Gabriel

Rückenwind für SPD-Chef Sigmar Gabriel: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil schaltet sich in die Debatte um die K-Frage ein – und wirbt für einen „überzeugenden Spitzenkandidat mit einem überzeugenden Team“.

Vize-Fraktionschef Axel Schäfer, der SPD-Spitzenkandidat von 2013, Peer Steinbrück, und der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil bezeichneten Gabriel als den richtigen Mann für 2017. Die Aufregung über die Erwägung, dass die stolze Volkspartei überhaupt auf die Idee kommen könnte, keinen Kandidaten aufzustellen, liegt nach Ansicht Schäfers in der tatsächlich existierenden enormen Verunsicherung.

„Das Verharren auf der 25-Prozent-Marke bei Umfragen hat sich in den Köpfen festgefressen“, sagte er am Montag zu Reuters. „Alle erkennen, dass der Wiederaufstieg der SPD zu 30 Prozent viel schwerer ist als der Abstieg – aber gleichzeitig kann niemand die Gründe dafür so recht erklären.“ Denn die SPD könne doch stolz auf das Erreichte sein, mahnt auch Schäfer-Gümbel. Es sei ein riesiger Erfolg, dass Merkel „jeden zweiten Tag sozialdemokratische Politik betreiben“ müsse.

Aber je näher die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz 2016 rücken, desto mehr Augen richten sich auf die Umfragen. Einerseits gibt es eine auffallende Kluft zwischen dem Abschneiden auf Landes- und Kommunalebene und dem Bund – das lenkt den Blick auf den SPD-Chef in Berlin.

Andererseits wird in der Parteispitze auch registriert, dass die SPD in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg trotz Regierungsbeteiligung weit hinter der Union rangiert. Das macht nervös.

Kommentare (5)

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Novi Prinz

27.07.2015, 16:03 Uhr

Kann es sein , dass hinter jedem möglichen Kandidaten , mindestens 5 Meuchler stehen ?

Account gelöscht!

27.07.2015, 16:05 Uhr

Entfällt einem immer wieder der Name des verkniffen-biesigen Nordlichtes der SPD, so schwankt der Betrachter von Schäfer-Gümbel zwischen Lachen und Weinen und weiß nicht mal, warum eigentlich.
Schließlich kann der Mann nichts dafür, daß er so aussieht - oder etwa doch?

Herr Peter Spiegel

27.07.2015, 17:18 Uhr

Zwischen welcher Art von Verrat die Sozen gespalten sind? Verrat beinhaltet auch immer,
daß man etwas weiß, bei den Sozen kann das aber nicht sein.

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