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23.11.2011

21:31 Uhr

Unter massiven Protesten

Castor-Transport rollt Richtung Deutschland

Besetzte Gleise und beschädigte Signalanlagen: Bereits vor dem Start des Castor-Transports rührte sich heftiger Widerstand. Trotz aller Demonstrationen startete am Mittwoch der Zug von Valognes nach Gorleben.

Demonstranten in Berlin. Reuters

Demonstranten in Berlin.

ParisEin Castor-Transport mit hoch radioaktivem Atommüll ist von Frankreich aus in Richtung Gorleben gestartet. Trotz heftiger Proteste von Atomkraftgegnern setzte sich der Zug am Mittwoch gegen 16.00 Uhr an der Areva-Verladestation bei Valognes in Bewegung. Nur wenige Stunden zuvor hatten Aktivisten nach eigenen Angaben vorübergehend Gleise besetzt und Signalanlagen beschädigt. Ein Polizeiwagen ging nach Angaben des TV-Senders BFM in Flammen auf.

Ein Großaufgebot an Sicherheitskräften drängte die Demonstranten schließlich unter massivem Einsatz von Tränengas zurück. Mindestens drei Menschen - darunter auch ein Angehöriger der Gendarmerie - erlitten leichte Verletzungen. 16 Atomkraftgegner wurden nach Behördenangaben vorläufig festgenommen. Die Sicherheitskräfte hatten auf beiden Seiten der Bahngleise eine Art Sperrzone eingerichtet.

Der Bürgermeister von Valognes, Jacques Coquelin, verurteilte die Gewalt. Auch die Umweltorganisation Greenpeace schloss sich dieser Position an und bezog sich dabei ausdrücklich auf beide Seiten. Der Zug bringt deutschen Atommüll aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague nach Gorleben. Die Ankunft im Wendland ist für das Wochenende geplant. Die genaue Route des Transports ist noch unklar.

Der Zug mit Castor-Containern nahe Valognes. Reuters

Der Zug mit Castor-Containern nahe Valognes.

Auch in Deutschland bereiten sich Atomkraftgegner vor. Schwerpunkt der Aktionen im Südwesten soll wie in den Vorjahren der Grenzübergang Berg sein, teilten die Initiativen am Mittwoch mit. Der Zug soll mit einer „Südblockade“ aufgehalten oder zu einem Umweg gezwungen werden. Drei Varianten für den Grenzübertritt sind möglich: über Kehl, Berg oder Saarbrücken. Welche Strecke der Zug nimmt, wird offiziell nicht mitgeteilt. Anti-Atomkraft-Initiativen planen Proteste entlang der Strecke. Im Vorjahr war es den Atomkraftgegnern gelungen, den Zug zu stoppen oder Nachschubwege für Einsatzkräfte zu blockieren.

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