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08.11.2014

16:24 Uhr

Unternehmen sollen Sozialbeiträge zahlen

SPD-Abgeordnete wollen eine Minijobreform

Sie wollen die explosionsartige Zunahme der Minijobs eindämmen: SPD-Abgeordnete fordern nun eine Reform des Arbeitsmarkinstruments. So sollen von Beginn an Sozialbeiträge Pflicht werden. Der Koalitionspartner wehrt sich.

Innerhalb weniger Jahre ist die Zahl der Minijobs von knapp über 5 Millionen auf nun 7,65 Millionen gestiegen. Eine Entwicklung, die manche eindämmen wollen. dpa

Innerhalb weniger Jahre ist die Zahl der Minijobs von knapp über 5 Millionen auf nun 7,65 Millionen gestiegen. Eine Entwicklung, die manche eindämmen wollen.

BerlinAbgeordnete der SPD wollen eine umfassende Reform der Minijobs. Arbeitgeber sollten künftig vom ersten Euro an die vollen Sozialbeiträge entrichten müssen, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Markus Paschke der „Bild“ vom Samstag. Das Arbeitsministerium plant nach Angaben einer Sprecherin allerdings keine Änderungen. Sie verwies auf die bevorstehende Einführung des Mindestlohns auch für Minijobber.

Paschke sagte der Zeitung weiter, um Altersarmut zu vermeiden, sollten auch Minijobber den vollen Sozialversicherungsschutz genießen. SPD-Fraktionskollegin Gabriele Hiller-Ohm bezeichnete den Anstieg der 450-Euro-Jobs in den vergangenen Jahren als „besorgniserregend“. Ziel der SPD sei eine Arbeitsvertrags-Pflicht für Minijobber „mit den grundlegenden tariflichen Ansprüchen“.

Vom Koalitionspartner kam Ablehnung. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke sagte der „Bild“-Zeitung, derzeit gebe es „keinen akuten gesetzgeberischen Handlungsbedarf“ bei den Minijobs.

Als Minijobs werden Beschäftigungsverhältnisse mit einem Monatsgehalt von zurzeit bis zu 450 Euro bezeichnet. Bis zu dieser Grenze müssen keine Steuern und Beiträge zur Sozialversicherung gezahlt werden. Die Minijobber haben dann aber auch keinen eigenen Sozialversicherungsschutz.

Einkommensarmut in Deutschland

Erläuterung

Relative Einkommensarmutsquote nationaler Schwellenwert: Anteil der Personen mit einem Einkommen von weniger als 60 Prozent des deutschen Medianeinkommens.

Baden Württemberg

Relative Einkommensarmut: 11,3 Prozent

Bayern

Relative Einkommensarmut: 11,4 Prozent

Hessen

Relative Einkommensarmut: 13,4 Prozent

Schleswig-Holstein

Relative Einkommensarmut: 13,9 Prozent

Rheinland-Pfalz

Relative Einkommensarmut: 14,7 Prozent

Hamburg

Relative Einkommensarmut: 14,9 Prozent

Saarland

Relative Einkommensarmut: 15,8 Prozent

Niedersachsen

Relative Einkommensarmut: 16,0 Prozent

Nordrhein-Westfalen

Relative Einkommensarmut: 16,6 Prozent

Thüringen

Relative Einkommensarmut: 17,1 Prozent

Brandenburg

Relative Einkommensarmut: 18;4 Prozent

Sachsen

Relative Einkommensarmut: 19,2 Prozent

Sachsen-Anhalt

Relative Einkommensarmut: 20,9 Prozent

Berlin

Relative Einkommensarmut: 21,2 Prozent

Mecklenburg-Vorpommern

Relative Einkommensarmut: 22,9 Prozent

Bremen

Relative Einkommensarmut: 23,0 Prozent

Deutschland

Relative Einkommensarmut: 15,3 Prozent

Westdeutschland

Relative Einkommensarmut: 14,1 Prozent

Ostdeutschland

Relative Einkommensarmut: 19,9 Prozent

Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag unter anderem vereinbart, Minijobber besser über ihre Rechte zu informieren. Eine entsprechende Minijob-Börse sei gerade eröffnet worden, erklärte das Arbeitsministerium. Die Zahl der Minijobber stieg laut Regierung im vergangenen Jahr um 77.000 auf 7,65 Millionen.

Von

afp

Kommentare (2)

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Herr Eberhard Steinweg

10.11.2014, 09:04 Uhr

Minijobs werden vorab mit 30% besteuert.

Herr Wolfgang Trantow

10.11.2014, 13:03 Uhr

Minijobs sind nur als absolute Notlösung für Personen. Die SPD unter Hr. Schröder machte diese aber zum Haupterwerb und wollte alle normalen-/Teilzeitjobs damit abschaffen!!! Dafür erreichte Sie die Kinderarbeit per Gesetz und wird noch heute dafür gelobt!!!

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