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30.01.2011

19:07 Uhr

Unternehmensvorstände

FDP lehnt eine Frauenquote für Chefetagen ab

Mit einer Frauenquote für Deutschlands Chefetagen sorgen Familienministerin Schröder und Arbeitsministerin von der Leyen (beide CDU) für Ärger in der Koalition. Die FDP wehrt sich vehement gegen eine gesetzliche Regelung.

FDP-Generalsekretär Lindner lehnt eine gesetzliche Frauenquote für Vorstände ab. DAPD

FDP-Generalsekretär Lindner lehnt eine gesetzliche Frauenquote für Vorstände ab.

HB BERLIN. Die Koalition hat ein neues Streitthema - die Frauenquote für Chefetagen in der Wirtschaft. Die FDP wies am Sonntag Vorschläge mehrerer CDU-Ministerinnen für eine gesetzliche Regelung kategorisch zurück. „Es ist nicht die Aufgabe von Politikern, Unternehmen ihre Personalpolitik zu diktieren“, teilte FDP-Generalsekretär Christian Lindner mit.

Nach Familienministerin Kristina Schröder hatten sich am Wochenende auch Arbeitsministerin Ursula von der Leyen und die designierte saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (alle CDU) für ein energisches Vorgehen gegenüber den Firmen ausgesprochen. Der SPD wiederum gehen die Pläne der CDU-Politikerinnen nicht weit genug: Die Sozialdemokraten dringen auf eine schnelle gesetzliche Festschreibung einer Quote von mindestens 40 Prozent.

Die Debatte bricht nun auch in Deutschland los, nachdem Frankreichs Parlament am 13. Januar eine Frauenquote für die Wirtschaft beschlossen hatte. Demnach müssen Unternehmen binnen sechs Jahren mindestens 40 Prozent der Posten in ihren Vorstandsetagen mit Frauen setzen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hatte vor kurzem mitgeteilt, dass der Anteil von Frauen in den Vorstandsetagen der 200 größten deutschen Firmen im vergangenen Jahr nur bei 3,2 Prozent gelegen habe.

Arbeitsministerin von der Leyen schlug im „Spiegel“-Interview vor, noch in diesem Jahr eine gesetzliche Regelung zu beschließen. Freiwillige Selbstverpflichtungen der Wirtschaft seien „krachend gescheitert“, sagte die stellvertretende CDU-Vorsitzende. „Daher wird die Regierung noch dieses Jahr einen Vorschlag vorlegen.“ Statt einer genauen Vorgabe peilt von der Leyen eine 30-Prozent-Mindest-Grenze für Männer und Frauen an.

Bereits am Freitag hatte Familienministerin Schröder einen Stufenplan angekündigt. Sie schlug allerdings eine Mischlösung vor. So will Schröder vor allem eine „gesetzliche Pflicht zur Selbstverpflichtung“ umsetzen. Unternehmen ab einer gewissen Größe würden dazu verpflichtet, individuell eine selbst bestimmte Frauenquote festzulegen, die innerhalb von zwei Jahren erreicht werden solle. Von der Leyen hält das für unzureichend.

Im „Focus“ sprach sich die saarländische Arbeitsministerin Kramp-Karrenbauer ebenfalls für eine Quote aus, die spätestens zu Beginn der neuen Legislaturperiode ab 2013 kommen sollte. Allerdings will auch sie den Unternehmen noch eine letzte Chance geben, freiwillig den Frauenanteil in den Führungsetagen zu erhöhen.

Kommentare (9)

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nik

30.01.2011, 20:44 Uhr

Endlich!! hält die FDP Wort und ist ihren Werten treu. Auch wenn nur in belanglosen Dingen, aber es ist zumindest etwas.

RoRo

31.01.2011, 02:44 Uhr

Vorsicht! Homo-Politik.Nicht alle Frauen sind giftig.

Ich bin auch eine Frau

31.01.2011, 03:45 Uhr

und lehne solche Quotenregelungen ab!!! Weder würde ich so einen Posten als Quotenfrau haben wollen, noch finde ich es sinnvoll für Unternehmen, mit Gewalt Frauen in die Vorstandsetage zu holen. Hier sollte einzig und allein die Qualifikation zählen!!!

Man kann nicht alles und alle "GLEiCH" machen. Das widerspricht der Natur!!! Und was sollen Unternehmen tun, die keine geeignete Frau finden???
Eine Frau Schröder-Köpf in den Vorstand holen??? Na klasse, das hat man dann auch unbedingt nötig!!!
in den letzten Jahren hat die Politik wirklich nichts vernünftiges zustande gebracht. Außer mit Reglementierungen in jedem Lebens- und Arbeitsbereich die bevölkerung zu drangsalieren, haben unsere Frauen in der Politik genauso viel Mist hinterlassen wie die Männer.

Kann man auch gut an der Euro- und Finanzkrise erkennen - nicht wahr, Frau Merkel??

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