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30.08.2011

18:57 Uhr

Unternehmer Heraeus

"Wir brauchen radikalere Konsequenzen für Zocker-Banken"

VonJens Koenen

ExklusivDer erfolgreiche Unternehmer Jürgen Heraeus fordert im "Handelsblatt", dass die Banken, die mit virtuellen Geschäften arbeiten, reale Konsequenzen fürchten müssen.

Am 2. September 2011 wird Dr. Jürgen Heraeus 75 Jahre alt. obs

Am 2. September 2011 wird Dr. Jürgen Heraeus 75 Jahre alt.

Jürgen Heraeus, langjähriger Vorstandschef und derzeit Aufsichtsratsvorsitzender des weltweit tätigen Familienunternehmens Heraeus, fordert radikalere Konsequenzen für Banken, die mit virtuellen Geschäften arbeiten. "Keiner weiß, wie teuer eine Pleite von Lehman Brothers geworden wäre. Aber die Geschäfte müssen von der Politik so getrennt werden, dass man die, die Casino spielen, auch pleitegehen lassen kann", sagte Heraeus dem "Handelsblatt". Heraeus, der am kommenden Freitag 75 Jahre alt wird, warnte zugleich davor, dass das Feuer der Finanzwelt wie schon 2008 auf die Industrie übergreifen wird.

Angesichts der akuten Staatsverschuldung, einer der Auslöser der aktuellen Krise, sprach sich Heraeus gegen eine Steuersenkung auf breiter Front aus. "Es ist unangebracht, eine Steuerentlastung durchzusetzen, bei der die Reichen am meisten entlastet werden", sagte er dem Handelsblatt: "Für die Wohlhabenden müssen wir die Steuern nicht reduzieren." Allerdings dürfe es auch keine neuen Steuerbelastungen geben. "Das ist doch lächerlich, dass es in einem riesigen Bundeshaushalt nicht möglich sein soll, drei bis fünf Prozent einzusparen. Das schaffen die Unternehmen alle paar Jahre. Deshalb bin ich gegen Steuererhöhungen, die immer der leichteste Weg sind", sagte Heraeus.

Der erfolgreiche Unternehmer - bis 1999 hat er als Vorstandschef über zwei Jahrzehnte das Familienunternehmen zu einem internationalen Spezialisten für Vorprodukte etwa für die IT- oder Dentalindustrie gemacht - prognostizierte eine deutliche Abwertung des Euros. "Ich bin besorgt, aber ich bin vor allem realistisch. Wir werden eine Abwertung bekommen, wir werden vielleicht sogar eine Inflation bekommen. Ich möchte das Wort Währungsreform nicht in den Mund nehmen, aber irgendwo müssen diese riesigen Schulden bleiben."

Kommentare (21)

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immerwiederstaunend

30.08.2011, 19:23 Uhr

Wenn ein "normaler" Mensch das ausspricht, wird er angefeindet und als Hinterwäldler abgetan. Danke, da spricht mir jemand aus dem Herzen...

lowabras

30.08.2011, 19:42 Uhr

Es ist immer das Gleiche! Diejenigen, die nachweislich in ihrem Leben was geleistet haben, werden nicht gehört von denen die niemals was leisten können und deshalb auf eine Karriere in der Politik angewiesen sind.
Diese Politiker würden mangels Qualifikation und Engagement, von solchen Unternehmern nicht mal als Pförtner eingestellt werden!

Pendler

30.08.2011, 19:42 Uhr

Gut gebrüllt (zahnloser-) Löwe

Zockerbanken???
Will der nette Herr denn alle Banken tot schlagen?
Alle Banker sind Zocker, wenn sie können. und je mehr sie auf seriös machen (HRE) um so mehr sind sie am Zocken. Das ist der Puls der Zeit.

Sparbuch war gestern.

Zocker im negativem Sinne sind nur die Dolce-Vita Staaten, denn die haben vor lauter Rotwein vergessen, dass der Förderverein für Dolce-Vita sich gerade auflöst. Die Banken in Griechenland / Italien werden überzusammen brechen.

Macht es kurz



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