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12.11.2012

06:21 Uhr

Unterstützung für Claudia Roth

Drohendes Führungschaos schreckt Spitzen-Grüne auf

VonDietmar Neuerer

ExklusivNach ihrer Niederlage bei der Urwahl der Grünen könnte Parteichefin Roth den Rückzug antreten. Damit droht der Partei ein Führungschaos. Führende Grüne wollen das verhindern – mit einem Appell zum Weitermachen an Roth.

Dass Claudia Roth als Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen hinschmeißen könnte, alarmiert zahlreiche Parteifreunde. Sie wollen, dass Roth weitermacht. dpa

Dass Claudia Roth als Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen hinschmeißen könnte, alarmiert zahlreiche Parteifreunde. Sie wollen, dass Roth weitermacht.

BerlinDie Grünen könnten nach dem klaren Votum für ihr Spitzenduo vor einer neuen Führungsdebatte stehen. Grünen-Chefin Claudia Roth erwägt nach ihrem schlechten Abschneiden bei der Urwahl der Spitzenkandidaten offenbar, ihre erneute Kandidatur für den Parteivorsitz beim Parteitag am Wochenende zurückzuziehen. Zahlreiche Parteifreunde forderten sie umgehend zum Weitermachen auf. Roth kündigte am Sonntag überraschend eine Erklärung für Montagmorgen an. Sie werde sich noch vor der Sitzung des Bundesvorstands äußern, hieß es in einer Mitteilung. Details wurden nicht genannt.

Zahlreiche Spitzen-Grüne drängten Roth zum Weitermachen. „Claudia steht für eine starke Partei, grüne Vielfalt und lebendige Debatten. Das werden wir ihr diese Woche mit einem tollen Ergebnis danken“, sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, Handelsblatt Online mit Blick auf den Grünen-Bundesparteitag am Samstag in Hannover. Beck lobte Roth dafür, dass sie den Grünen ein Gesicht gegeben habe, wie kaum eine andere zuvor. „Sie vertritt Grüne glaubwürdig auf dem CSD wie im Fußballstadion, bei Kulturschaffenden wie auf der Anti-Nazi-Demos“, unterstrich er.

Die Urwahl der Grünen-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl, bei der Roth nur 26,2 Prozent bekommen hatte, sei eine Entscheidung über die gewünschte Zusammensetzung des Führungsduos und keine Bewertung ihrer Arbeit als Vorsitzende gewesen, sagte Beck weiter. „Als Vorsitzende genießt sie für ihren zusammenführenden Stil Hochachtung in allen Teilen der Partei.“

Auch der Oberbürgermeister von Tübingen und Mitglied im Parteirat, dem höchsten Führungsgremium der Grünen, Boris Palmer, appellierte an Roth, als Vorsitzende weiterzumachen.  „Ich hoffe sehr, dass sie wieder kandidiert“, sagte Palmer Handelsblatt Online. „Sie ist eine gute Vorsitzende und wir brauchen sie im Wahlkampf.“

Neues Spitzenduo will Grüne in die Regierung führen

Video: Neues Spitzenduo will Grüne in die Regierung führen

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In der Urwahl hatte Grünen-Fraktionschef Trittin 71,9 Prozent der Stimmen erhalten, für Bundestagsvizepräsidentin Göring-Eckardt stimmten 47,3 Prozent der Parteimitglieder. Dagegen scheiterte Renate Künast mit 38,5 Prozent, Roth erhielt nur 26,2 Prozent. Vor allem das schlechte Abschneiden Roths galt als Überraschung. Wer sie kennt, weiß, dass sie sich von diesem Ergebnis verletzt fühlen dürfte.

Kommentar: Claudia Roth kann einpacken

Kommentar

Claudia Roth kann einpacken

Das Experiment der innerparteilichen Demokratie, das die Grünen als erste Partei gewagt haben, hat funktioniert. Politisch ändert sich zwar nicht viel. Für Chefin Claudia Roth ist es jedoch ein eindeutiges Fanal.

Vor zehn Jahren hatte Roth in einer emotionalen Reaktion auf den Parteivorsitz verzichtet, weil der Parteitag in Hannover eine Lockerung der Trennung von Parteiamt und Bundestagsmandat verhinderte. Roth entschied sich damals für ihr Mandat. 2004 wurde sie wieder Parteichefin.

Kommentare (9)

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manuela

12.11.2012, 06:44 Uhr

Wie gestern beschrieben von mir: das "Montag-8-Uhr" Tränenszenario wirkt wieder VOLL, die Printmedien nehmen es als Auffüller und am Ende war es Bluff. Warum ist diese rechthaberische Kampfkrähe mit ihrem Perfektionswaaaahnn, der als sie in Tunesien ihren Anschlussflug verpasste, in Panik ausartete und sie hätte mit dem ROTH-Koffer gleich dort bleiben können, bei ihren geliebten Islamanbetern! Roth islamisiert die Greens und arbeitet gegen die deutschen Wählerinteressen. Sie verkörpert permanente eigene weil innere und äußere Machtkämpfe, lebt Intrigen, Hysterie, Zickenalarm, Missgunst. Angetrieben werden diese von einer ausgeprägten Stutenbissigkeit sowie Komplexen und ausgeprägtem Selbstmitleid, sprich einem krankhaft getriebenen weil ziellosen da immer präsenten und aggressiven Narzissmus.

ROBERT_LEE

12.11.2012, 07:17 Uhr

Claudia, höre auf Dein Herz und Dein Gefühl und
achte das Votum der Basis: Kandidiere nicht wieder,
bitte nicht - lass Dich nicht umstimmen,
bleibe standhaft.

Frau Göring-Eckardt!

Treten Sie mit Herrn Kretschmann an - greifen Sie
nach der Macht, denn DIE MACHT ist mit Ihnen.

Sarina

12.11.2012, 07:47 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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