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16.09.2013

13:28 Uhr

Unterwegs mit CDU-Politiker Pofalla

Der Pate vom Niederrhein

VonTimo Steppat

Ronald Pofalla ist das Phantom der deutschen Politik: Der Merkel-Vertraute und Kanzleramts-Chef gilt als großer Strippenzieher, doch zu sprechen ist er eher selten. Versuch einer Annäherung in seinem Wahlkreis Kleve.

Ronald Pofalla, Chef des Kanzleramtes: Seit 19 Jahren CDU-Direktkandidat im Kreis Kleve. dpa

Ronald Pofalla, Chef des Kanzleramtes: Seit 19 Jahren CDU-Direktkandidat im Kreis Kleve.

KleveDen Kopf leicht nach hinten geneigt blinzelt er in die Nachmittagssonne. Der sonst akkurat gezogene blonde Scheitel ist vom Wind leicht zerzaust. Ein schräges Lächeln zeichnet sich auf Ronald Pofallas müdem Gesicht ab. Er ist weit gereist. Der Chef des Bundeskanzleramtes steht auf dem Marktplatz von Rees, einem kleinen Städtchen am Niederrhein. Er schweigt und wartet.

Vielleicht vier Meter hinter ihm haben sich die örtlichen Würdenträger versammelt. Im Kreis angeordnet warten sie ebenfalls, zögern noch, ihn anzusprechen. Stattdessen blicken sie auf Pofallas Rücken, auf ein zerknittertes Jackett. Fast zehn Minuten dauert es, bis einer auf ihn zumarschiert. Als hätte es eine unsichtbare Mauer zwischen Pofalla und dem Rest der lokalen CDU-Oberen gegeben, die nun durchbrochen ist, strömen auch die übrigen Wartenden heran. Ein alter Mann im karierten Sakko stellt sich dazu, er war mal Bürgermeister in Pofallas Heimatort Weeze. Sie umarmen sich. Eine kurze Frage an den Ronald – ja, er kennt ihn schon seit er als Kind durchs Dorf rannte –, eine kurze Antwort, und schon wird der nächste umarmt.

Keiner will den Minister allzu lange stören. Die Stimmung ist freundlich, fast herzlich, dennoch herrscht höfliche Distanz. Sie sind stolz auf ihn, irgendwie auch auf sich selbst. Der Minister aus Berlin, der sonst mit der Kanzlerin den Euro rettet oder die Geheimdienstarbeit verwaltet, er ist auch ihr Bundestagsabgeordneter. Einer von ihnen.

Die Kirchenglocken läuten, die Geschäfte am Marktplatz schließen. Es ist Freitagnachmittag, abseits des Trubels um Ronald Pofalla ist es ziemlich ruhig. Die kleinen gepflasterten Straßen von Rees, die von Bäumen gesäumt werden und an deren Rändern altmodische Straßenlaternen stehen, sind wie leer gefegt. Zwischen zwei Begrüßungen sagt Ronald Pofalla: „Ich bin so gerne hier in meiner Heimat.“ Wenige Kilometer entfernt, in der Gemeinde Weeze, ist er aufgewachsen, zur Schule gegangen, dort hat er seine politische Karriere im Gemeinderat begonnen. Ronald Pofalla kennt diese kleinen Dörfer und Städte am Niederrhein. Er weiß genau, wie er mit den Menschen hier umgehen muss.

„Wissen Sie“, sagt er und beugt sich leicht nach vorne, „ich komme niemals zu spät.“ Die Leute nähmen es übel nehmen, wenn man sie warten ließe. Vor jedem Termin plant er deshalb einen „Puffer von 30 Minuten“ ein. Sein Grinsen wird breiter. „Selbst wenn ich also in einen Stau gerate, bin ich immer noch in der Zeit.“ Er sagt es, als wäre Pünktlichkeit sein kleines Erfolgsgeheimnis, sein Schlüssel zu den Herzen der Bürger. Heute ist er sicherlich 40 Minuten zu früh gekommen. Demonstrativ hat er sich vor dem Bürgerhaus von Rees postiert und wartet auf eine andere Spitzenpolitikerin aus Berlin. Ursula von der Leyen soll den lokalen CDU-Wahlkampf in Pofallas Bezirk, dem Wahlkreis 112, eröffnen. Doch von der Leyen kommt zu spät, eine Viertelstunde. „Dem Ronald wäre das nicht passiert“, sagt einer der CDU-Herren fast wie bestellt.

Kommentare (22)

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aerzer

16.09.2013, 13:46 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

JohnSheridan

16.09.2013, 14:00 Uhr

Herr Pofalla ist der typische deutsche Politiker: Eigene Pfründe sichern und abkassieren, von nichts Ahnung haben, davon aber viel und wenn es argumentativ wird, einfach mal auf die 'Fresse'. Unwählbar! [...]. Es wird Zeit für eine Neubesetzung, wieder zu einem demokratischen Parlament.

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Tabu

16.09.2013, 14:08 Uhr

Der Pate

Cholerisch,aggressiv,unbeherrscht,beleidigend.

Das legte sich erst etwas mit dem Karrieresprung.

Der Merkel-Vertraute und Strippenzieher.Zu sprechen ist er eher selten.
--------
Würde ich auch keinem empfehlen,der anderer Meinung
ist als er..Da kann man schnell was auf die Fresse kriegen.

Weit entfernt von mafiösen Strukturen,sind die
Blockparteien alle nicht.
Hier ganz besonders Merkels Paten-Lieblinge,Kauder und
Pofalla.
Was dem einem sein Müntefering war,ist dem anderem sein
Trittin.
Untragbar für jeden weiteren Schritt.
Erst muß der Scherbenhaufen weggefegt werden.
Ich hoffe auf Sonntag.


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