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18.09.2012

14:42 Uhr

Urheberrecht

„Internet-Exhibitionistin“ stolpert über Raubkopie

VonTina Halberschmidt

Weil der Knaus-Verlag gegen eine Raubkopie des Buchs „Klick mich“ von Julia Schramm vorgegangen ist, steht die Autorin in der Kritik. Denn die Piraten-Politikerin hatte die Verfolgung von Raubkopierern stark kritisiert.

Julia Schramm, Enfant terrible unter den Netz-Promis, hat ein Buch mit dem Titel „Bekenntnisse einer Internet-Exhibitionistin“ geschrieben. dpa

Julia Schramm, Enfant terrible unter den Netz-Promis, hat ein Buch mit dem Titel „Bekenntnisse einer Internet-Exhibitionistin“ geschrieben.

Großer Wirbel um ein kleines Buch: „Klick mich, Bekenntnisse einer Internet-Exhibitionistin“, das frisch veröffentlichte Erstlingswerk von Piraten-Politikerin Julia Schramm, ist zurzeit in aller Munde. Nicht etwa weil es bereits besonders lobende Rezensionen eingeheimst hätte (im Gegenteil). Sondern weil der Münchner Knaus-Verlag gegen eine Raubkopie des Buchs vorgegangen ist, die illegal ins Netz gestellt und verbreitet wurde.

Noch am Montagnachmittag konnte das Buch, in dem „die Geschichte eines Kind des digitalen Zeitalters“ erzählt wird, ganz einfach als pdf-Dokument auf den eigenen PC heruntergeladen werden. Wenig später war unter der angegebenen Adresse statt der erwarteten Datei nur noch der Hinweis „Das PDF wurde auf Antrag von Julia Schramm Autorin der Verlagsgruppe Random House von Dropbox gelöscht.“ zu finden.

Eigentlich ein fast schon alltäglicher Vorgang – setzen sich viele Verlage doch schon seit einiger Zeit verstärkt gegen Raubkopierer zur Wehr. Brisanz aber kommt in die ganze Angelegenheit, weil Julia Schramm eben keine „ganz normale Autorin“ ist. Sondern, wie vom Knaus-Verlag aufgelistet, „Politologin, Publizistin, Provokateurin, Privilegienmuschi, Post-Gender-Feministin und Politikerin“.

Vor allem ist Julia Schramm aber eines: Mitglied im Vorstand der Piratenpartei. Und in deren Parteiprogramm steht folgender Satz: „Daher fordern wir, das nichtkommerzielle Kopieren, Zugänglichmachen, Speichern und Nutzen von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu fördern, um die allgemeine Verfügbarkeit von Information, Wissen und Kultur zu verbessern, denn dies stellt eine essentielle Grundvoraussetzung für die soziale, technische und wirtschaftliche Weiterentwicklung unserer Gesellschaft dar.“

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

18.09.2012, 15:12 Uhr

ich glaube damit schießt sich die Piratenpartei selber ab.

spacewalker

18.09.2012, 15:13 Uhr

Man soll´s nicht glauben; schlimmer und scheinheiliger als die FDP; und das will wahrlich etwas heißen!

WernerR

18.09.2012, 15:17 Uhr

Nicht schlecht, oder? Andere sollen gefälligst unentgeltlich arbeiten, für einen selbst gilt das natürlich nicht. Frau Schramms Fall ist ja nicht der einzige in dieser Pseudopartei. Die Piratenpartei finde ich einfach nur unappetitlich, und die Leute, die so etwas wählen, tun mir leid. Es soll sich doch jeder mal selbst fragen, ob er seinen Job ohne Bezahlung ausüben will.

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