Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.01.2011

16:27 Uhr

Urlaub, Geld, Status

CSU attackiert Privilegien der EU-Beamten

Umfangreiche Sonderregelungen, viel Urlaub und massig Geld: Die CSU will die Privilegien der rund 50 000 EU-Beamten in Brüssel kräftig zusammenstreichen. Einen entsprechenden Beschluss verabschiedete die CSU-Landesgruppe auf ihrer Klausurtagung in Wildbad Kreuth.

EU-Ratsgebäude in Brüssel: Die CSU will etliche Privilegien der Beamten streichen dpa

EU-Ratsgebäude in Brüssel: Die CSU will etliche Privilegien der Beamten streichen

HB WILDBAD KREUTH. "Wir wollen das gesamte Privilegiensystem in der Europäischen Union auf den Prüfstand stellen und auf ein Niveau zurückführen, das man als sachlich angemessen beschreiben kann", sagte Initiator Thomas Silberhorn. Der Zeitpunkt scheint gut gewählt. "Es steht 2011 eine Novellierung des Beamtenstatuts an. Und deswegen ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um die Leistungen für EU-Bedienstete auf den Prüfstand zu stellen", sagte der Bundestagsabgeordnete Silberhorn, der auch Mitglied im Ausschuss für Angelegenheiten der Europäischen Union ist, der Nachrichtenagentur dapd.

Silberhorn kritisierte, es hätten sich über die Jahre Vergünstigungen und Vorzugsbehandlungen angesammelt, "die völlig außer Verhältnis stehen zu dem, was national möglich ist". Der CSU liege daran, dass der Öffentliche Dienst in der Europäischen Union nicht fundamental besser gestellt werde als der Öffentliche Dienst in den Mitgliedsstaaten. Jeder Ministerialbeamte in den Mitgliedsstaaten sei mittlerweile mit europäischen Fragen beschäftigt und regelmäßig in Brüssel unterwegs, sagte Silberhorn. "Das heißt, die alte Begründung, dass das eine besonders anspruchsvolle Aufgabe wäre, in der man sich auf englisch und französisch unterhalten müsse, die trifft heute auf jeden qualifizierten Beamten in den Mitgliedsstaaten auch zu."

Reisekosten auch ohne Reise

Als ein Beispiel für den üppigen Umgang mit Privilegien in Brüssel nannte Silberhorn den Sonderurlaub. Dass seit Jahrzehnten Sonderurlaub für Reisen in das Heimatland gewährt werde, sei ein Anachronismus. "Es gibt schlicht keine Begründung mehr dafür, einen Sonderurlaub von bis zu sechs Tagen zu gewähren, damit jemand innerhalb Europas in sein Heimatland kommt." Die Berechnungsgrundlage sei immer noch die Entfernung in Eisenbahnkilometern. In Zeiten schneller und zahlreicher Flüge sei diese Grundlage jedoch völlig veraltet.

Auch der Umfang dieser Sonderleistung sei nicht mehr sachgerecht, sagte Silberhorn. So gebe es beim Heimaturlaub eine pauschale Kostenerstattung für die gesamte Familie, unabhängig davon, ob die Reise überhaupt angetreten werde. "Solche völlig ungerechtfertigten Begünstigungen müssen abgebaut werden", forderte er.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

wolf54321

06.01.2011, 18:34 Uhr

Was muss ich da lesen?? 50.000 EU-bEAMTE??? Wenn jeder von Denen auch nur 100.000 € / Jahr kostet, sind das 5 Mrd. Euro/Jahr. Wofür? Für Glühlampenverbot und dergleichen? Najo, 5 Mrd. € sind ja noch ein Pups gegenüber 100 Mrd. € Sozialleistungen an Personenkreise, die in Ländern wie Kanada oder Australien keinen Cent bekämen und arbeiten müssten.

Morchel

06.01.2011, 19:01 Uhr

CSU, langsam fangt ihr an den Finger in die Wunde zu legen. So auch der Gutti, direkte Ansage gefällt ersteinmal die Schlussfolgerungen sind eindeutig weiter auf diesen Weg.Nun noch die FDP fragen Mindestlohn und so ein paar unwichtige Sachen wie Versprechen brechen,da finde ich mich irgendwie wenn auch ganz schwach langsam verstanden.zuerst sind wir bayern, Sachsen, Phälzer und so weiter, dann sind wir alle Deutsche und dann Europäer.Danke

halloaberauch

06.01.2011, 19:43 Uhr

Na dann Herr Silberhorn rann an die buletten. Aber wie wollen Sie das in ihren Kreisen durchsetzen. Diese geschwollene Sprechblase hätte sie lieber nicht erzeugt. Man wird sie in brüssel bei nächster Gelegenheit steinigen.
Den abgehalfterten beamten können sie doch nicht einfach was wegnehmen was sie sich durch Lobbyarbeit jahrelang aufgebaut haben. All diese hochdotierten Stümper sollte man für den Rest ihres besamtendaseins in die Sahara schicken zum Sandsieben. LOL

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×