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25.02.2004

07:29 Uhr

Urlaubsgeld wird abgesenkt

Einigung bei Tarifverhandlungen für Zeitungsredakteure

Nach 17-stündigen Verhandlungen haben sich die Tarifparteien am Mittwochmorgen in Berlin auf einen neuen Tarifvertrag für Tageszeitungsredakteure geeinigt.

HB BERLIN. Die rund 14 000 Redakteure an Tageszeitungen erhalten vom 1. Juni 2004 an 1,3 % mehr Gehalt. Die Laufzeit von 24 Monaten gilt rückwirkend vom 1. August 2003. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) und die Gewerkschaft Verdi vereinbarten außerdem eine Kürzung des Urlaubsgeldes von bisher 100 % auf 80 % eines Brutto- Monatseinkommens sowie eine Senkung der Urlaubsdauer gestaffelt nach Lebensalter.

Bis zum 31. Dezember 2006 erhalten die unter 40 Jahre alten Redakteure pro Jahr 30 Tage Urlaub. Für die über 40-Jährigen sind es 32 Tage, die über 50-Jährigen bekommen 33 Tage und die über 55-Jährigen 34 Tage. Die Gewerkschaften kündigten an, die seit über vier Wochen andauernden Streiks an Tageszeitungen zu beenden. Mit der achten Verhandlungsrunde sind damit die seit Jahrzehnten am längsten andauernden Tarifverhandlungen für Zeitungsredakteure erfolgreich abgeschlossen worden. Die ver.di Tarifkommission hat ihren Mitgliedern die Annahme des Ergebnisses empfohlen.

Für die Verleger sagte deren Verhandlungsführer Werner Hundhausen, es sei eine „in der Tat sehr schwierige Geburt gewesen“. Aus Sicht der Zeitungsverleger könne das Ergebnis „als akzeptabel angesehen werden“. Über mehrere Monate hinweg hätten bei einer äußerst schwierigen Materie Lösungen gefunden werden müssen.

Für den Journalisten-Verband sagte dessen Hauptgeschäftsführer Hubert Engeroff: „Das Ergebnis lässt sich nicht schönreden.“ Es sei „hart an der Grenze des Vermittelbaren“. Die Gewerkschaft habe alles probiert. Engeroff betonte: „Mehr ist nicht drin.“ Man sei nur dank der Unterstützung durch die Streiks so weit gekommen.

Verdi-Verhandlungsführer Frank Werneke sagte, die Einigung sei „nicht voll befriedigend“. Es sei aber gelungen, „eine ganze Reihe von Verschlechterungsvorschlägen der Verleger abzuwehren“. Werneke meinte: „Die erzielten Vereinbarungen sind Ausdruck des realen Kräfteverhältnisses zwischen beiden Seiten.“

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