Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.01.2005

16:52 Uhr

Urteil des Bundesgerichtshofs

Heimliche Vaterschaftstests sind kein Beweis

Heimliche Vaterschaftstests sind nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) für die Anfechtung einer Vaterschaft vor Gericht kein Beweis.

HB KARLSRUHE. Solche DNA-Tests verletzten die Grundrechte der betroffenen Kinder und seien daher rechtswidrig, entschied der BGH in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil. Die Gerichte dürften die Tests daher bei der Anfechtung einer Vaterschaft nicht als Beweis anerkennen. Der für Familienrecht zuständige Zwölfte Zivilsenat entschied über die Klagen zweier Väter, die mit Hilfe heimlicher Tests ihre Vaterschaft anfechten wollten. Die Vorinstanzen, die Oberlandesgerichte (OLG) Jena und Celle, erkannten die Test jedoch nicht als Beweis an und wiesen die Klagen ab. (Az.: XII ZR 60 und 227/03).

Die Untersuchung von DNA-Material ohne die ausdrückliche Zustimmung der Betroffenen verstoße gegen deren Grundrecht auf informelle Selbstbestimmung, entschied der BGH und wies die Revision der Männer ab. Dieses Grundrecht brauche auch nicht hinter dem Interesse des Mannes zurück stehen, sich Gewissheit über seine angebliche Vaterschaft zu verschaffen. Diese Bewertung gelte unabhängig von dem aktuellen Gesetzesvorhaben, stellten die Richter klar.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×