Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.08.2015

17:48 Uhr

Urwahl des Kanzlerkandidaten

SPD befeuert „Sommertheater“ um Gabriel

VonKlaus Stratmann, Dietmar Neuerer

Gerade erst hat die SPD darüber gestritten, ob sie überhaupt einen Kanzlerkandidaten aufstellt. Jetzt läuft bereits die Debatte, auf welche Art und Weise der Job vergeben werden soll. Manchen Genossen ärgert das.

Soll er oder soll er nicht Kanzlerkandidat werden? Die SPD-interne Debatte darüber reißt nicht ab. dpa

Sigmar Gabriel.

Soll er oder soll er nicht Kanzlerkandidat werden? Die SPD-interne Debatte darüber reißt nicht ab.

BerlinDer Segeltörn von Sigmar Gabriel vor der Insel Usedom steht unter günstigen Vorzeichen: überwiegend blauer Himmel, eine leichte, aber stetige Brise. Dennoch kann der SPD-Chef nicht entspannt am Steuerrad stehen. Denn die Partei diskutiert über die Zukunft ihres Vorsitzenden: Geschickt stellt Juso-Chefin Johanna Uekermann eine Kanzlerkandidatur Gabriels in Frage und löst damit eine Debatte aus.

Das „Auskungeln eines Kandidaten“ wie 2013 dürfe es nicht mehr geben, sagte Uekermann, seit Ende 2013 Chefin der SPD-Nachwuchsorganisation, der „Welt“. „Die SPD hat mehr als nur einen möglichen Kanzlerkandidaten. Wir haben gute Männer und Frauen“, sagte sie. Die Entscheidung sollten alle Parteimitglieder gemeinsam treffen.

Sie widersprach der Äußerung von Schleswig-Holsteins Regierungschef Torsten Albig (SPD), die Partei müsse sich überlegen, ob sie 2017 angesichts der Beliebtheit von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) überhaupt einen eigenen Bewerber ins Rennen schicke. Die SPD brauche einen Kanzlerkandidaten, schließlich sei sie „eine große Volkspartei“.

Die SPD-Vorsitzenden seit 1968

11.05.1946 - 20.08.1952

Kurt Schumacher

27.09.1952 - 14.12.1963

Erich Ollenhauer

16.02.1964 - 14.06.1987

Willy Brandt

14.06.1987 - 29.05.1991

Hans-Jochen Vogel

29.05.1991 - 03.05.1993

Björn Engholm

03.05.1993 - 25.06.1993

Johannes Rau (kommissarisch)

25.06.1993 - 16.11.1995

Rudolf Scharping

16.11.1995 - 12.03.1999

Oskar Lafontaine

12.03.1999 - 21.03.2004

Gerhard Schröder

21.03.2004 - 15.11.2005

Franz Müntefering

15.11.2005 - 10.04.2006

Matthias Platzeck

14.05.2006 - 07.09.2008

Kurt Beck

07.09.2008 - 18.10.2008

Frank-Walter Steinmeier (kommissarisch)

18.10.2008 - 13.11.2009

Franz Müntefering

Seit 13.11.2009

Sigmar Gabriel

Führende Genossen sehen Uekermanns Vorstoß positiv. „Der Vorschlag ist keineswegs abwegig“, sagte Partei-Vizechef Ralf Stegner dem Handelsblatt. Der SPD-Chef stehe selbst dafür, die Mitglieder in wichtigen Fragen entscheiden zu lassen. „Gabriel hat nach den Bundestagswahlen 2013 sehr beherzt die Position vertreten, die Partei darüber abstimmen zu lassen, ob eine Große Koalition mit CDU und CSU gebildet werden soll oder nicht.“ Eine Urwahl des Kanzlerkandidaten passe somit ins Bild.

Die SPD sei im Übrigen führend in der Beteiligung der Parteimitglieder. Allerdings, so schränkte Stegner ein, sei eine Urwahl des Kanzlerkandidaten durch die Parteimitglieder im Moment „rein hypothetisch“. „Sehr wahrscheinlich finde ich das nicht“, sagte Stegner. Die Frage nach der Urwahl stelle sich nur dann, wenn mehrere Kandidaten für eine Kanzlerkandidatur bereit stünden.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Günther Schemutat

05.08.2015, 19:01 Uhr

Warum quält sich die SPD denn so? Nach Merkel ,Gabriel,Schäuble und Co kommen sowieso die Migranten Politiker nach vorne in die erste Reihe die für ihr Land alles tun werden und der Bundestag wird sich stark verändern. Also warum nicht einen Türkischen Migranten als Kanzlerkandidat. Die Stimme von Erdogan und Millionen Türken sind sicher und die SPD kommt auf 30% auf Anhieb.

Merkel muss zwar bleiben , es ist aber wie im zweiten Weltkrieg. Ob : Wollt ihr den totalen krieg???? JAAAAAAaaaa oder 2017 :Wollt ihr ein gemeinsames Europa?????
Jaaaaaaa! Die Gründe sind gleich. Bei Hitler hoffte man noch auf ein Wunder um
das grausame Chaos abzuwenden was kommt. genau wie heute wo alle sehen:

Europa zerstritten,GR mit Euros erstickt, den Kosovo geraubt, in der Türkei indirekt mit Erdgan gegen Kurdische Frauen und Kindern mit Bomben. Im Nordirak wiederum an der Seite der Kurden, bis die im Bombenhagel der IS /Türkischen Luftwaffe verglühen. Weiterhin offen im Krieg gegen Syrien mit Raketen
als Schutz der Türkischen Luftwaffe die Assads Truppen auch angreifen .

Merkel wollte schon lange gehen, jetzt hat sie ihr eigenes Gefängnis gebaut.

Herr Klaus Hofer

05.08.2015, 20:02 Uhr

Ja - die SPD tut sich schwer mit sich selbst. Herr Gabriel steht m. E. für eine pragmatische Politik, frei von ideologischen Grundsatzpositionen. Genau das nehmen ihm aber offensichtlich einige Genossen übel. Wenn die Jusovorsitzende Gabriels Postion in der Griechenland - Frage kritisiert und ihm rät, einmal mit Studenten in Griechenland zu sprechen, so ist ihr wohl nicht bekannt, daß es in Griechenland eine überdurchschnittliche hohe Zahl von sog Langzeitstudenten gibt ( es sie denn, dies gilt bei den Jusos als Ausdruck besonderer Bildungskompetenz ). Klar daß auch Linksaußen - Mann Stegner für eine Urwahl durch die Partei zu Nominierung des Kanzlerkandidaten votiert. Vielleicht rechnet er sich ja selbst Chancen aus. Arme alte SPD...

Herr M. Gandhi

05.08.2015, 20:16 Uhr

Gabriel, der Ich-häng-mein-Fähnchen-in-den-Wind - Politiker... unglaubwürdig, verlogen und inkompetent; Nahles... meine Güte...kann es schlimmer kommen??

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×