Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.07.2011

07:20 Uhr

US-Schuldenkrise

Schäuble glaubt an Amerikas Versprechen

Finanzminister Schäuble glaubt nicht, dass die USA zahlungsunfähig werden, doch ein Deal zwischen Republikanern und Demokraten ist weiter nicht in Sicht. Für alle Fälle hat Präsident Obama einen Plan B.

Wolfgang Schäuble dpa

Wolfgang Schäuble

Berlin/WashingtonBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat sich mit Blick auf die US-Schuldenkrise optimistisch geäußert. „Ich bleibe zuversichtlich, dass eine tragfähige Lösung gefunden wird - wenn vielleicht auch erst in letzter Minute“, sagte der CDU-Politiker der „Passauer Neuen Presse“. Doch auch dann seien die Probleme Amerikas nicht gelöst: „Der Kern sind eine zu hohe Verschuldung und die wirtschaftlichen Perspektiven. Die Amerikaner müssen hier langfristig Lösungen für eine solide Finanzpolitik und Wachstum finden.“

Die Situation auf den Finanzmärkten sei angespannt: „In den USA müssen sich alle ihrer Verantwortung für die Weltfinanzmärkte bewusst sein.“ Kongress und US-Regierung müssen bis Dienstag die gesetzlich festgelegte Schuldenobergrenze von 14,3 Billionen Dollar (rund zehn Billionen Euro) anheben, ansonsten ist das Land praktisch zahlungsunfähig, was Schockwellen durch die globalen Finanzmärkte schicken dürfte. Demokraten und  Republikaner ringen seit Wochen um eine Einigung.

Ex-US-BotschafterJohn Kornblum

„Amerikas Schuldenkrise ist eher eine Politik-Krise“

Ex-US-BotschafterJohn Kornblum: „US-Schuldenkrise ist eher eine Politik-Krise“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Die Welt wartet dennoch weiter auf eine Rettung in letzter Minute. Im Streit über die US-Haushaltspolitik bereitet sich die Regierung von Präsident Barack Obama auch auf ein Scheitern der Verhandlungen zwischen Demokraten und Republikanern vor. Das Finanzministerium arbeite einen Plan für  den Fall aus, dass bis zum 2. August kein Kompromiss gefunden werde, sagte Obamas Sprecher Jay Carney am Mittwoch in Washington. Obama glaubt laut Carney weiter an einen Kompromiss. Carney betonte zugleich, es sei nicht daran zu rütteln, dass die Schuldenobergrenze bis zum 2. August erhöht werden müsse. „Das ist ein fester Stichtag, daran führt kein Weg vorbei“ sagte der Sprecher dem Sender CNN mit Blick auf jüngste Berichte, nach denen die Regierung wahrscheinlich noch bis zum 10. August ihre Rechnungen und Schuldendienste bezahlen könne.

Carney, der zu einem möglichen Notfallplan keine weiteren Angaben machte, antwortete auf die Frage eines Journalisten, welche Staatsausgaben nach dem kritischen Datum vom 2. August noch getätigt werden sollten und welche nicht.

Carney rief erneut zu Kompromissbereitschaft in der Auseinandersetzung auf. Eine Einigung sei "unumgänglich und möglich". "Die Zeit läuft uns davon, wir müssen einander nun näher kommen", sagte er. "Am 2. August um Mitternacht" würden die USA ansonsten erstmals in ihrer Geschichte die Möglichkeit verlieren, sich auf den Finanzmärkten Geld zu leihen. "Das wäre eine wirklich schlimme Entwicklung", sagte Carney.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Bernd

28.07.2011, 08:06 Uhr

Schmierenkomödie für den Pöbel......

Account gelöscht!

28.07.2011, 09:57 Uhr

Unser Finanzminister sollte den USA lieber nichts raten, denn auch er hat keine Lösungen parat. Allenfalls kann er wie in der EURO-Frage Probleme verschieben.
Eine Lösung der Probleme findet sich nicht im Lohndumping asiatischer Vorgabe, denn es schwächt den Binnenmarkt und mindert die Staatseinnahmen. Andererseits helfen die außergewöhnlichen Gewinne der Entscheider mangels Investitionsmöglichkeiten im eigenen Land auch nicht weiter. Sie führen zur Zockerei.
Was sich heute wieder zuspitzt hat eine lange Geschichte und ist immer dann feststellbar, wenn etwas zu groß wird. Als Rom seine Probleme bekam, wurde es von Nero einfach niedergebrannt. Als unsere Städte in Schutt und Asche lagen hätte man Konsequenzen ziehen können. Heute haben wir Sarrazin.
James Hobrecht schrieb vor 150 Jahren:

Account gelöscht!

28.07.2011, 09:58 Uhr

Fortsetzung:

"...Ein englisches Arbeiterviertel betritt der Polizeibeamte und der Sensationsdichter (Anmerkung: Bildreporter). Wenn die junge Lady seinen alarmierenden Roman gelesen hat, bricht sie wohl in Schluchzen aus, läßt anspannen und fährt in die von ihresgleichen nie betretene Gegend, nach welcher der Kutscher kopfschüttelnd den Weg sucht. In der Regel wird das Bad zu stark für ihre Nerven sein; sie schaudert vor der Armut; sie schaudert vor der Schlechtigkeit und dem Verbrechen, welche überall die Begleiter der sich selbst überlassenen Armut sind, fährt zurück, um nie wieder die schreckliche Gegend zu sehen, und salviert ihre Seele durch einen Geldbeitrag an die Armenkommission.
Dann fährt er fort: Wenn wir uns vor Arbeiter-Vierteln hüten wollen, dann müssen wir bei unserem Prinzip stehenbleiben, es nicht verwerfen, sondern verbessern..."

Richard von Wezsäcker nannte es das Subsidaritätsprinzip und allen voran haben es die Sozis falsch verstanden.
Dr.Töpfer formulierte Deutschlands neue Siedlungspolitik. Die Sozis waren dagegen und haben Deutschland mit ihrer Lohndumpingpolitik schweren Schaden zugefügt.
Vergessehn ist die Zeit, wo der Staat für eine Förder-Mark im Wohnungsbau 2 Mark zurück bekam.
Die Sicht hat Schäuble nicht; den Amerikanern fehlt sie ganz und gar.
Der große Knall kommt!

http://www.bps-niedenstein.de/

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×