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22.04.2013

19:49 Uhr

V-Mann-Affäre

NSU-Ausschuss wirft Fahndern Fehler vor

Wieder einmal geht es für den Neonazi-Untersuchungsausschuss um Fehler bei der Fahndung. Dieses Mal stehen Berliner Ermittler in der Kritik. Ein Informant gab schon 2002 einen Hinweis.

Die Obfrau im Untersuchungsausschuss zum Rechtsterrorismus der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU), Eva Hoegl (SPD, M.), wirft den Fahndern schwere Fehler vor. dapd

Die Obfrau im Untersuchungsausschuss zum Rechtsterrorismus der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU), Eva Hoegl (SPD, M.), wirft den Fahndern schwere Fehler vor.

BerlinDer NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages hat den Berliner Behörden in einer V-Mann-Affäre schwere Fehler vorgeworfen. Das Landeskriminalamt habe wichtige Informationen über das Umfeld des rechtsextremen Terror-Trios nicht an die zuständigen Stellen weitergeleitet, kritisierte SPD-Obfrau Eva Högl am Montag.

Der V-Mann Thomas S. hatte der Berliner Polizei zehn Jahre lang Erkenntnisse über die Neonazi-Musikszene geliefert. Laut Bundestagsausschuss hätten diese auch wichtige Hinweise zur NSU bringen können.

Man hätte beispielsweise nach den Worten Högls von Berlin aus herausfinden können, dass Thomas S. Kontakte zur NSU hatte. Auch hätte man erfahren können, dass er mit der Hauptverdächtigen Beate Zschäpe liiert gewesen sei, es Verbindungen nach Ludwigsburg in Baden-Württemberg gegeben und vielleicht auch, dass Thomas S. Sprengstoff geliefert habe.

Der Informant gab schon 2002 einen Hinweis auf den möglichen Aufenthaltsort des Trios, dem insgesamt zehn Morde angelastet werden. Bis 2002 waren bereits vier aus der Türkei stammende Männer ermordet worden. Die Obfrau der Linken, Petra Pau, warf den Berliner Fahndern Inkompetenz vor. „Ich hoffe nicht, dass wir noch irgendwo darauf stoßen, dass man versucht hat, Dinge zu verschleiern“, sagte Pau.

Sie vermutet, dass Nicht-Weiterleiten sei geschehen, weil man sich damals auf das sogenannte Landser-Verfahren konzentriert habe, also auf rechtsextremistische Musik. Thomas S. hätte schon aufgrund seines Vorstrafenregisters niemals V-Person werden dürfen, sagte die Linken-Obfrau.

Dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) werden Morde an türkisch- und griechischstämmigen Kleinunternehmern sowie einer Polizistin zur Last gelegt. Der Prozess gegen Zschäpe - die einzige Überlebende des Trios - und vier Mitangeklagte soll am 6. Mai in München beginnen.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Mazi

23.04.2013, 20:28 Uhr

Ist denn überhaupt geklärt, ob sich NSU und Behörden gegensätzlich sind?

Bei den "Pannen", die rein zufällig sein sollen, ist dies schwierig zu glauben.

Account gelöscht!

25.04.2013, 03:50 Uhr

Kleine Linksammlung zum Thema NSU und NSU-Prozess
1. zu den Ungereimtheiten
Zu den vielen Ungereimtheiten, die der NSU angelastete Mordserie umgeben.

* http://www.sezession.de/38064/dickicht-sumpf-wildes-wuchern-der-nationalsozialistische-untergrund.html
Sonderheft des linken Magazins COMPACT, das die bekannten Fakten und Ungereimtheiten in mehreren Artikeln aufgreift und aufbereitet, wie z.B. das Rätsel um die Mordwaffe, den Verfassungsschützer am Tatort, der CIA-Mann Mevlüt Kar, die türkische Spur u.m.
* https://www.compact-magazin.com/compact-spezial-12013-nsu-neonazis-v-maenner-und-agenten/

2. und Instrumentalisierungen
In der Türkei schüren Medien wie „Hürriyet“ (mit dem Slogan „Die Türkei den Türken“ auf der Titelseite), die auch in Deutschland massenhaft gelesen werden, unverhohlen antideutsche Ressentiments und Empörung. Der Hauptzweck scheint dabei zu sein, diversen Ansprüchen an die Bundesrepublik frischen Treibstoff zu geben.
* http://www.sezession.de/38096/wer-sind-die-terroristen-2.html
Über die handfeste Unverschämtheit der türkischen Regierung und nationalisitischer Türkenverbände, ein deutsches Gericht unter türkische Aufsicht stellen zu wollen, weil man ihm kein ordentliches Verfahren zutraut – und dies aus einem Land, dessen Behörden regelmäßig selbst die Arbeit der deutschen Justiz sabotieren, wird von vielen Journalisten etablierten Medien und Vertretern der etablierten Parteien auch noch unterstützt. * http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M5720c92b9a9.0.html?&tx_ttnews

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