Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.08.2012

00:42 Uhr

Vatenfall-Europachef

Strompreise könnten um ein Drittel steigen

Nach Einschätzung des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall könnte sich die Energiewende weiter verzögern. Die Strompreise würden bis 2020 um bis zu 30 Prozent steigen.

Ein Vattenfall Schild steht unter einem Hochspannungsmast in Hamburg. dapd

Ein Vattenfall Schild steht unter einem Hochspannungsmast in Hamburg.

MünchenDie Energiewende in Deutschland wird sich nach Einschätzung des Vattenfall-Konzerns verzögern und Strom bis zum Ende des Jahrzehnts um fast ein Drittel teurer machen. "Wir müssen davon ausgehen, dass die Gestaltung der Energiewende länger dauert als geplant", sagte Vattenfall-Europachef Tuomo Hatakka der "Süddeutschen Zeitung" (Montagsausgabe). Schuld seien Verzögerungen bei wichtigen Großprojekten, etwa dem Anschluss von Windparks auf hoher See.

Die Strompreise würden bis 2020 um bis zu 30 Prozent steigen, sagte Hatakka weiter. Denn allein in den nächsten zehn Jahren seien für die Energiewende Investitionen von 150 Milliarden Euro nötig: "Ein Großteil dieser Kosten wird qua Gesetz auf die Stromrechnung umgelegt werden."

Engpässe in der Stromversorgung werde es in den kommenden zehn Jahren aber nicht geben, sagte der Manager aus Finnland. "Lediglich im Süden Deutschlands gibt es Problemzonen." Dort müssten neue Kraftwerke gebaut werden.

Wie Netzagentur und Betreiber den Netzausbau stemmen

Ausbau ist zentrales Thema

Der Ausbau der Stromnetze ist ein zentrales Thema der Energiewende. In Zukunft muss verstärkt Strom transportiert werden, etwa von den Windkraftanlagen an der Nordsee zu den Verbrauchern in Süddeutschland. Die Planung des Stromnetzes der Zukunft ist ein komplizierter Prozess, an dem die Bundesnetzagentur und die vier großen Übertragungsnetzbetreiber beteiligt sind.

Am Dienstag informierte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über den Stand des Ausbaus der Stromnetze.

Netzplanung

Die Planungen zum Netzausbau konzentrieren sich derzeit auf bestehende und künftig notwendige Stromautobahnen, die nötig sind, um Energie durchs Land zu transportieren. Dabei handelt es sich um das sogenannte Höchstspannungsnetz. Die vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Tennet, Amprion und TransnetBW haben den Bedarf an Leitungen für die nächsten zehn Jahre ermittelt.

Sie überreichten der Kanzlerin nun den Entwurf eines "nationalen Netzentwicklungsplans", mit dem das Netz für die Zukunft gerüstet werden soll. Der Plan soll am Mittwoch vorgestellt und danach öffentlich diskutiert werden.

Transporttrassen

Ist die grobe Planung des künftigen Netzes fertig, schlagen die Netzbetreiber dann im Detail vor, wo und wie das Netz verstärkt oder ausgebaut werden soll. Die Firmen müssen Korridore festlegen, in denen sie Stromtrassen verlegen wollen, und Alternativen vorstellen. Auch die erwartbaren Folgen für Mensch und Umwelt müssen aufgezeigt werden.

Die Netzbetreiber verfeinern dann immer weiter ihre Pläne - etwa bis auf die Ebene der Standorte einzelner Strommasten -, stellen diese öffentlich zur Diskussion und müssen sie zudem von der Bundesnetzagentur genehmigen lassen.

Stromleitungen

Bislang bestehen die Höchstspannungsnetze nach Angaben der Bundesnetzagentur ausschließlich aus Überlandleitungen. Diese sind vergleichsweise kostengünstig und einfach zu warten. Nachteil ist allerdings, dass sie das Landschaftsbild durch ihre Größe beeinträchtigen und Tiere verschrecken können.

Zudem sind sie witterungsanfällig. Derzeit wird auch die Verlegung unterirdischer Erdkabel erprobt. Diese sind zwar wetterunempfindlich und stören nicht in der Landschaft. Dafür ist das Verlegen aufwändig, Reparaturen kompliziert sowie die Kosten deutlich höher.

Der Umbau der Energieversorgung in Deutschland war vor mehr als einem Jahr wegen der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima beschlossen worden. Zu ihr gehört ein Ausstieg aus der Atomenergie bis 2022 und eine verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien. Mehrere Energiekonzerne, darunter auch Vattenfall, haben gegen den Atomausstieg geklagt.

Von

afp

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

27.08.2012, 04:10 Uhr

Die BRD muss schnellstmögich ein klares Bekenntnis zur Kernenergie abgeben. Es sollten sich endlich Bürgerinitiativen bilden, die sich für Kernkraft einsetzen un die geldgeile Windmühlen- und Sonnenplattenmaffia zum Teufel jagen. Dem Irrsinn, dass sich Windmühlen- und Sonnenplatteninhaber auf Kosten der Allgemeinheit bereichern, muss ein Riegel vorgeschoben. Jeder Bürger muss die Wahl haben, sich für Atomstrom zu entscheiden und darf nicht gesetzlich gezwungen werden, den Wind- und Solarschwachsinn zu subventinieren.



Account gelöscht!

27.08.2012, 07:08 Uhr

So treibt man die Herde in die gewollte Richtung...

Wer hat die Entwicklung der Kerntechnik bezahlt?
Den Bau der Reaktoren?
Wer bezahlt den Rückbau?
Wer die Endlagerung?
Allein die Räumung der Asse wird mindestens 7 Milliarden kosten.
Der Bürger hat das alles bezahlt und wird alle noch kommenden Folgekosten bezahlen.Atomstrom ist der teuerste Strom aller Zeiten,bietet aber die größte Gewinnspanne für die Konzerne.
Aber die Sonnenplattenmafia hat Schuld,ist klar.

Account gelöscht!

27.08.2012, 07:24 Uhr

Strompreis rauf!
===============
"Die Strompreise würden bis 2020 um bis zu 30 Prozent steigen, sagte Hatakka weiter. Denn allein in den nächsten zehn Jahren seien für die Energiewende Investitionen von 150 Milliarden Euro nötig: "Ein Großteil dieser Kosten wird qua Gesetz auf die Stromrechnung umgelegt werden"."

Wundert das jemanden?
In Japan ist ein (altes) AKW durch ein Erdbeben und Tsunami kollabiert und Deutschland ist panikartig aus der Atromkraft ausgestiegen.
Deutschland ist ja ein Erdbebengebiet und Tsunamis sind an der Tagesordnung.
Und Europa ist eine AKW-freie Zone!

Die Realität sieht allerdings anders aus; wir sind umzingelt!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×