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27.05.2015

11:27 Uhr

Vatikan zum Irland-Referendum

Ja zur Homo-Ehe ist „Niederlage für die Menschheit“

Der Vatikan wählt harsche Worte nach dem Ja zur Ehe für schwule und lesbische Paare in Irland. Der Umgang mit Homosexuellen in der katholischen Kirche wird mittlerweile im Vatikan überhaupt erstmalig offen diskutiert.

Der Kardinal-Staatssekretär, die „rechte Hand des Papstes“, zeigt sich traurig über die Entscheidung der Iren. Reuters

Pietro Parolin

Der Kardinal-Staatssekretär, die „rechte Hand des Papstes“, zeigt sich traurig über die Entscheidung der Iren.

RomDer Vatikan hat das irische Ja zur Ehe für homosexuelle Paare als „Niederlage für die Menschheit“ bezeichnet. „Ich bin sehr traurig über dieses Ergebnis, die Kirche muss diese Realität berücksichtigen, aber in dem Sinne, ihre Verpflichtung zur Evangelisierung zu stärken“, sagte Kardinal-Staatssekretär Pietro Parolin am Dienstag bei einer Veranstaltung in Rom. „Ich glaube, man kann nicht nur von einer Niederlage der christlichen Prinzipien sondern von einer Niederlage für die Menschheit sprechen“, zitierte ihn Radio Vatikan weiter.

Das katholische Irland hatte in einem Referendum am Wochenende für die Ehe für homosexuelle Paare gestimmt. Man müsse alles dafür tun, die Familie zu verteidigen, weil sie die Zukunft der Menschheit und der Kirche bleibe, sagte der Kardinal-Staatssekretär, der so etwas wie die rechte Hand des Papstes ist, weiter.

Parolin äußerte sich auch zu dem homosexuellen Diplomaten Laurent Stefanini, den Frankreich im Januar als Botschafter für den Vatikan benannt hatte. Eine Antwort des Kirchenstaates in der Frage ist bisher ausgeblieben. Zwischen dem Heiligen Stuhl und Frankreich sei der Dialog immer noch offen, „und wir hoffen, dass er auf gute Art und Weise geschlossen werden kann“, so Parolin.

Kritik zu den Stimmen aus dem Vatikan und der Deutschen Katholischen Bischofskonferenz kommt umgehend von den Grünen: „Nicht die Eheöffnung ist eine Niederlage für die Menschheit. Im Gegenteil: Die Äußerungen des Vatikans sind eine Niederlage für das Prinzip der christlichen Nächstenliebe“, sagte Volker Beck, innen- und religionspolitischer Sprecher der Grünen. „Die Weltuntergangsrhetorik des Kardinal-Staatssekretär Pietro Parolin ist kein Beitrag zum gesellschaftlichen Frieden.“ Wer über die Ungleichheit von Menschen predige, verletze nicht nur jedes christliche Gebot der Nächstenliebe sondern auch die Allgemeingültigkeit der Menschenrechte.

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Der Umgang mit Homosexuellen in der katholischen Kirche wird derzeit im Vatikan heiß diskutiert. Am Montag und Dienstag kam der Rat der Bischofssynode zusammen, um die anstehende Familiensynode im Oktober im Vatikan vorzubereiten. Bei dieser Versammlung aller Bischöfe der Welt sollen Themen wie wiederverheiratete Geschiedene oder eben auch der Umgang mit Homosexuellen diskutiert werden.

Viele Gläubige erhoffen sich von Papst Franziskus eine Öffnung in diesen Fragen. Unter ihm sind diese immerhin zu einem Thema geworden, über das offen gesprochen wird, auch wenn es bisher keine Entscheidungen gab und eine Revolution auch bei der jetzt anstehenden Synode unwahrscheinlich ist. „Wenn jemand schwul ist und er den Herrn sucht und guten Willen zeigt, wer bin ich, das zu verurteilen“, hatte der Papst 2013 gesagt.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Billyjo Zanker

27.05.2015, 11:03 Uhr

Die Kaspertruppe in Rom sollte sich da mal zurück halten, denn wenn sie dem Märchenbuch, auch Bibel genannt, glauben und als gegeben bezeichnen und bei z.B. Katastrophen ,o.ä. nicht mehr weiter wissen ist doch deren dümmliche Aussage: "Es war Gottes Wille." Dann ist es auch sein Wille, denn er hat nach dem Märchenbuch die Welt (mit zig Milliarden von Sonnensytemen und unzähligen Sternen und Planeten, was für eine geistlose Bemerkung) und den Menschen geschaffen, das die Welt ist wie sie ist, auch mit Schwulen und Lesben. Wollen sie ihren Chef belehren oder hat der Chef seinen Laden nicht im Griff?

Der Glaube, egal welcher ist die größte Geißel der Menschheit, schon seit ewigen Zeiten.

elly müller

27.05.2015, 11:06 Uhr

Die katholische Kirche sollte sich mit so überzogener Wortwahl, wie der Untergang der Menschheit, zurückhalten!

Auch weil die katholische Kirche dringend ihr eigenes Problem der Schwulen und Päderasten endlich offen diskutierennd lösen sollte!
Wie heisst es doch so schön, "wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!"

Die Menschheit wird trotz Ehen zwischen Schwulen und Lesben weiter bestehen. Die große Mehrheit der Menschen ist hetero!

Also Kirche, kümmert Euch doch mehr um das Leid der Flüchtlinge und der notleidenden Menschen auf diesem Planeten!
Plündert mal Eure vollen Kassen und verteilt das unter das arme Volk!

Wie Menschen leben wollen ist nicht die Angelegenheit einer Kirche sondern der Menschen!

Frau Ursula Neumann

27.05.2015, 11:59 Uhr

Nun, die Kirche hinkt von jeher der Realität und der Wahrheit um 300 Jahre hinterher. Das wird also alles noch etwas dauern.

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