Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.12.2016

16:48 Uhr

Veggie-Produkte

Bundesagrarminister fordert Verbot von Fleischnamen

Bundesagrarminister Christian Schmidt will Bezeichnungen wie „vegane Currywurst“ verbieten lassen. Fleischbezeichnungen für vegetarische und vegane Lebensmittel würden als „Pseudo-Fleischgerichte“ Käufer irreführen.

„Vegane Curry“ oder vegetarisches Schnitzel“: Solche und ähnliche Bezeichungen sollen nach Meinung von Agrarminister Christian Müller bald verboten werden. Fleischbezeichnungen für vegetarische und vegane Lebensmittel führen Verbraucher seiner Meinung nach in die Irre. dpa

Irreführung

„Vegane Curry“ oder vegetarisches Schnitzel“: Solche und ähnliche Bezeichungen sollen nach Meinung von Agrarminister Christian Müller bald verboten werden. Fleischbezeichnungen für vegetarische und vegane Lebensmittel führen Verbraucher seiner Meinung nach in die Irre.

Berlin„Vegetarisches Schnitzel“, „vegane Currywurst“ – so etwas will Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) in deutschen Supermärkten nicht mehr lesen. Derartige Begriffe seien „komplett irreführend und verunsichern die Verbraucher“, sagte der CSU-Politiker der „Bild“-Zeitung vom Mittwoch. Er setze sich dafür ein, dass sie unterbunden werden. Eine gesetzliche Regelung plant Schmidt allerdings nicht. Vegetarierbund und Verbraucherzentrale Bundesverband sehen den Handlungsbedarf ohnehin woanders.

Minister Schmidt erklärte zu den vegetarischen und veganen Ersatzprodukten, die Anbieter dürften nicht „bei diesen Pseudo-Fleischgerichten so tun, als ob es Fleisch wäre“. Er forderte neue Bezeichnungen: „Ich bin mir sicher, dass sich die Hersteller künftig eigene Namen für ihre pflanzlichen Produkte überlegen werden.“

Täuschung bei Lebensmitteln: Der schwierige Kampf gegen Etikettenschwindel

Täuschung bei Lebensmitteln

Der schwierige Kampf gegen Etikettenschwindel

Viele Aufschriften auf Lebensmitteln halten nicht, was sie versprechen. Ein Beschwerdeportal sollte den Firmen deshalb Druck machen. Heute ziehen Verbraucherschützer Bilanz. Ergebnis: Die Aktion wirkt – ein bisschen.

Ein Sprecher Schmidts erläuterte in Berlin, es gehe nicht um eine gesetzliche Regelung, sondern auf nationaler Ebene eher um eine Selbstverpflichtung. Er verwies auf die Lebensmittelbuch-Kommission, in der Hersteller, Handel und Verbraucher sowie Wissenschaftler und Aufsichtsbehörden vertreten sind. Die Kommission erarbeitet das sogenannte Lebensmittelbuch, in dem die Bezeichnungen von Lebensmitteln festgelegt sind. Laut dem Ministeriumssprecher befasst sich eine Arbeitsgruppe bereits mit Bezeichnungen für vegane und vegetarische Produkte.

Dem Sprecher zufolge hat sich Schmidt zum "Bezeichnungsschutz" von Fleischprodukten auch an die EU-Kommission gewandt. Von der EU-Ebene aus könnte demnach eine rechtsverbindliche Regelung erlassen werden.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Jörg Baudisch

28.12.2016, 10:07 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Herr Ulrich Groeschel

28.12.2016, 10:30 Uhr

Da kommt es auch darauf an wie die Verbrauchererwartungen sind. Bis jetzt haben diese "Fleischnamen" ja akzeptiert

Herr Jan Treutler

28.12.2016, 11:00 Uhr

Ich bin selbst Vegetarier und bin fassungslos, dass so etwas überhaupt zur Diskussion steht.
Wie kann der Name eines Produktes zur Verwirrung führen wenn doch ganz klar "vegetarisch" oder "fleischfrei" drauf steht. Der kunde soll doch wissen, dass es sich um eine fleischfreie Version eines nicht-vegetarischen Produktes handelt. Es würde verwirrend werden wenn die bekannten Sachen plötzlich ganz anders heißen! Da fragt man sich ob in der Politik die sinnvollen Diskussionsthemen ausgehen oder ob schlichtweg zu viel Zeit da ist.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×