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07.05.2013

13:00 Uhr

Verbände und Minister

Kritik an Extremismus-Fokus bei Islamkonferenz

Die Kritik an der Islamkonferenz wächst. Das bisherige Format habe keinen Sinn, beklagen muslimische Verbände. Auch der Chef der Innenministerkonferenz, Boris Pistorius, fordert eine Neuausrichtung.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius: Anstelle des Generalverdachtes müsse Akzeptanz für den Islam treten. dpa

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius: Anstelle des Generalverdachtes müsse Akzeptanz für den Islam treten.

BerlinMuslimische Verbände fordern eine Neuausrichtung der Deutschen Islamkonferenz. In der bisherigen Form habe die Gesprächsrunde keinen Sinn mehr, beklagten mehrere der beteiligten Organisationen am Dienstag bei der letzten Sitzung der Islamkonferenz dieser Legislaturperiode in Berlin.

Sie fordern einen Dialog auf Augenhöhe, eine vorurteilsfreie und regionaler ausgerichtete Diskussion und eine Abkehr von sicherheitspolitischen Themen. Außerdem plädieren die Muslimvertreter dafür, die Konferenz nach der Bundestagswahl nicht mehr beim Innenressort anzusiedeln.

In Deutschland leben rund vier Millionen Muslime, knapp die Hälfte besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit. Die Deutsche Islamkonferenz soll den Austausch zwischen Staat und Muslimen verbessern und deren Integration voranbringen. Der damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte die Runde 2006 ins Leben gerufen. Mit am Tisch sitzen Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen sowie muslimischer Verbände und Einzelpersonen.

Schwerpunkt des diesjährigen Treffens ist der Kampf gegen Extremismus - wie Muslimfeindlichkeit, Antisemitismus und Islamismus. Dabei geht es unter anderem um eine verstärkte Förderung von Projekten für Jugendliche. Beraten wird auch darüber, wie es mit der Islamkonferenz in der nächsten Legislaturperiode weitergeht.

„In dieser Form macht es keinen großen Sinn mehr“, sagte Bekir Alboga von der Organisation Ditib. Der Dialog sei unentbehrlich, aber er müsse anders ablaufen. Nötig sei eine Atmosphäre, in der alle Beteiligten vorurteilsfrei miteinander reden könnten. „Ich sehne mich nach einer echten Partnerschaft“ sagte Alboga. Er beklagte, der zuständige Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) habe zu sehr sicherheitspolitische Themen in den Vordergrund gerückt. „Wir wollen nicht als Sicherheitsfaktor wahrgenommen werden.“ Er plädierte dafür, die Konferenz künftig beim Kanzleramt anzusiedeln.

Auch die Türkische Gemeinde in Deutschland verlangte einen Wandel. Bislang gebe es keine gleichberechtigte Teilhabe der muslimischen Vertreter, kritisierte der Bundesvorsitzende Kenan Kolat. Friedrich habe außerdem versucht, die Runde zu einer Sicherheitskonferenz zu machen. Auch Kolat sieht keine Zukunft der Konferenz in der Zuständigkeit des Innenressorts. Diese Aufgabe müsse vielmehr ein neu zu schaffendes Integrationsministerium übernehmen.

Die Alevitische Gemeinde Deutschland plädierte ebenso dafür, die Islamkonferenz aus dem Innenressort auszugliedern. Generalsekretär Ali Dogan distanzierte sich jedoch von der harschen Kritik der anderen Verbände. „Das schadet der Debatte.“

Kommentare (20)

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07.05.2013, 13:57 Uhr

Mittelalterliche Religionen die vor allem auf Ausweitung ihrer Macht ausgelegt sind sollten nirgendwo toleriert werden. Und wenn dann auch noch Schriften unbekannter Herkunft und Entstehungsgeschichte als ideologischer Unterbau dienen wird es für alle freiheitsliebenden Menschen gefährlich. Von diesem ganzen kindischen Trallala bevorzuge ich das Christentum, da kann man wenigstens austreten.

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07.05.2013, 14:04 Uhr

Ist doch einfach: Zu Thematisieren sind die Themen, die relevant sind.

Es hat einen GRUND, warum der Friedrich den Schwerpunkt auf die Sicherheit setzt. Offensichtlich gibt es dort Diskussionsbedarf.

Dass die Masse der Islamis lieber über noch mehr eigene Vorteilsnahme und noch weniger über ihre Bringschuld gegenüber der deutschen Gesellschaft reden möchten, ist verständlich.

Doch genau darum geht's doch: Die Jungs auch mal in die Pflicht zu nehmen. Wenn sie mithelfen, die Sicherheitslage zu verbessern und somit den Gesprächsbedarf darüber zu reduzieren, dann kann man wieder über anderes parlieren.

Uli

07.05.2013, 14:21 Uhr

Und schon wieder fordern die angeblichen Interessensvertreter der Mulime in D etwas von uns: Fordern wird überhaupt immer mehr Sport bei unseren Gästen, statt zunächst einmal etwas zu geben. Die SPD und Pistorius, fordert nun auch sofort: "wir müssen Akzeptanz für den Islam aufbringen". Warum muß nicht erst mal der Islam der sich in D aufhalte möchte Akzeptanz für unsere Gesellschaftsordnung aufbringen? Sie kommen freiwillig zu uns ( warum eigentlich ? ) Sie werden immer mehr und wir sollen z.B. akzeptieren, daß ihre Töchter heilig sind und unsere Mädchen Freiwild, daß wir "Ungläubige" sind, und nur der Islam die rechte Religion si. Wir sollen akzeptieren, daß sich unsere Gäste nicht mit uns mischen wollen, sondern eine Parallelgesellschaft bilden, wir sollen es bezahlen und uns dann auch noch dafür entschuldigen? Nur zur Klarstellung: diese Forderungen stellen nicht integrierte Menschen einer anderen Religion, sondern die Vertreter einer rückwärtsgewandten Religion die sich als die legitimen Vertreter aller Muslime aufspielen obwohl sie es nicht sind. Unsere Gleichheitsrechte und unser Demokratieverständnis haben absoluten Vorrang vor der Religionsfreiheit des Grundgesetztes soviel muß klar sein, und wer das nicht will, sollte schnell gehen ( es gibt phantastische, islamische Länder - warum also ausgerechnet bei uns ?)Politiker lasst Euch nicht vor den Karren dieser Leute spannen, wenn ihr nicht Eure eigenen Leute verlieren wollt.

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