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04.10.2011

12:47 Uhr

Verbalattacke gegen Euro-Abweichler

Pofalla entschuldigt sich für Ausraster

Nach seiner Verbalattacke gegen den CDU-Innenexperten Bosbach ist Kanzleramtsminister Pofalla um Schadenbegrenzung bemüht. Möglicherweise zu spät, denn inzwischen hat der Vorgang auch Kanzlerin Merkel erreicht.

Ronald Pofalla (CDU). dpa

Ronald Pofalla (CDU).

BerlinKanzleramtsminister Ronald Pofalla hat sich für seine verbalen Attacken gegen den CDU-Innenexperten Wolfgang Bosbach öffentlich entschuldigt. Via „Bild“-Zeitung erklärte der CDU-Politiker laut Vorabbericht vom Dienstag: „Ich ärgere mich selbst sehr über das, was vorgefallen ist, und es tut mir außerordentlich leid.“ Er und Bosbach hätten sich einen Tag nach dem Vorfall vergangene Woche ausgesprochen, sagte der enge Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel und frühere CDU-Generalsekretär weiter.

Wenige Tage vor der Bundestagsabstimmung über den Euro-Rettungsschirm EFSF hatte Pofalla seinen Fraktionskollegen Bosbach wüst beschimpft. Dabei sollen Äußerungen gefallen sein wie: „Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen“ und mit seiner „Scheiße“ mache Bosbach alle Leute verrückt. Der Wutausbruch soll sich am Rande der Sitzung der nordrhein-westfälischen CDU-Landesgruppe zugetragen haben.

Bosbach selbst hatte am Wochenende gesagt, Pofalla und er hätten demnächst ein Vier-Augen-Gespräch im Kanzleramt. Für ihn sei die Sache erledigt und er versuche, den Vorgang zu vergessen.

Die SPD warf Pofalla vor, seinem Amt nicht gewachsen zu sein und forderte den Rücktritt des Kanzleramtschefs. Auch aus der Union war Kritik an Pofallas Ausraster gekommen.

Der ehemalige schleswig-holsteinischen Wirtschaftsminister Werner Marnette erhob schwere Vorwürfe gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (alle CDU). Da der Kanzlerin im Fall der Bundestagsabstimmung über den Euro-Rettungsfonds EFSF eine Niederlage gedroht habe, sei „massiver politischer Druck auf die eigenen Abgeordneten ausgeübt“ worden. „Auch Kettenhunde, ausgestattet mit der Macht eines Regierungsamtes, wurden losgelassen, die selbst vor einer persönlichen Diffamierung nicht Halt machten“, schreibt Marnette mit Blick auf Pofalla in einem Gastbeitrag für Handelsblatt Online. Die Wirksamkeit dieser  Druckmaßnahmen sei anschließend durch Probeabstimmungen getestet worden. „Viele erlagen dem Druck, doch manche blieben standhaft, weil sie ihrem Wissen bzw. Gewissen folgten. Diesen Standhaften gilt unsere volle Solidarität“, so Marnette.

Kommentare (12)

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ghaab

04.10.2011, 12:55 Uhr

Normalerweise bleiben solche Äußerungen, wie sie Herr Pofalla seinem Kollegen Bosbach angeblich hat zukommen lassen, der Öffentlichkeit vorenthalten. Wahrscheinlich war es nicht nur diese Äußerung, über die sich Bosbach in der Öffentlichkeit beschwert hat.
Ein ähnliches Problem hatte Frau Dagmar Metzger (SPD) als Landtagsabgeordnete in Hessen auszuhalten, als sie die Kandidatin ihrer Partei (Ypsilanti) nicht gewählt hat.
Offensichtlich haben einige Repräsentanten des Wahlvolkes Probleme damit, Demokratie dergestalt mit Leben zu erfüllen, dass Toleranz und Respekt gewahrt bleiben, auch wenn eine Entscheidung nicht dem aktuellen Parteigedanken entspricht. Dies gibt dem Gedanken Nahrung, dass man in einer kommerzialisierten Gesellschaft entweder alles kaufen kann, oder durch öffentlichen bzw. persönlichen Druck alles regeln kann. Die gleichen Gestalten rufen aber, wenn es ihnen in den Kram passt, zur Zivilcourage auf. Wie soll ein recht und billig denkender Mensch Vertrauen in solche Parlamentarier aufrechterhalten?

exCDUler

04.10.2011, 13:03 Uhr

Pofalla UND Merkel RAUS

Account gelöscht!

04.10.2011, 13:04 Uhr

Der Kettenhund Pofalla wäre selbst bei den Nazis unter Goebbels zu beeindruckender Größe gediehen. So einen brauchen wir nicht - solche Typen sollten ganz schnell abserviert werden, da sie die Demokratie zerstören. Allerdings Pofalla auch direkt Merkel und Schäuble mitnehmen. Was Marnette da offiziell berichtet, ist genau das, was ich seit jeher vermute. Durch diese ganze Hofcamarilla um Merkel wird Deutschland den Staatsbankrott erleiden. Schneller, als die Wohlmeinenden denken. Und diejenigen, die das völlig absurd finden, werden aber ganz lange Gesichter ziehen. Das wird ein Fest!

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