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28.10.2016

15:20 Uhr

Verbot von Apotheken-Versandhandel

Ein Rückschritt ins 19. Jahrhundert

Der Plan von Gesundheitsminister Gröhe, den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Medikamenten zu verbieten, soll das Geschäftsmodell deutscher Apotheken sichern. Doch der Minister kauft nur Zeit. Ein Kommentar.

Peter Thelen ist Korrespondent in Berlin.

Peter Thelen ist Korrespondent in Berlin.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Medikamenten verbieten. Mit dieser Ankündigung hat der Minister sich zu Recht Spott und Hohn in den sozialen Netzwerken eingehandelt. Stellvertretend für viele twitterte der ehemalige Vorsitzende der Monopolkommission, Justus Haucamp: „Digitale Agenda: Verbot von Versandapotheken geplant. Zum Schutz der Patienten, ich lach mich tot.“

Zwar will Gröhe nicht alle Versandapotheken verbieten, sondern nur den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Pillen. Und da die 150 Apotheken, die heute in größerem Umfang Versandhandel machen, überwiegend rezeptfreie Arzneimittel auf Bestellung in die Wohnung liefern, wird sein Verbot auch keine Pleitewelle bei Versandhändlern auslösen. Trotzdem bringt Haucamps Einwurf sehr schön auf den Punkt, was Gröhes Entscheidung eigentlich bedeutet.

Während seit einigen Jahre alles im Gesundheitswesen über Digitalisierung redet und Gröhe selbst verantwortlich für ein E-Health-Gesetz zeichnet, versucht der Gesundheitsminister nun – unter dem Eindruck des mächtigen Geheuls der Apothekenlobby – die Zeit zurückzudrehen. Es soll, zumindest was die Apotheken angeht, so bleiben wie im 19. Jahrhundert. Da waren Arzt und Apotheker neben dem Bürgermeister die wichtigsten Honoratioren eines Dorfes: Der Patient geht zum Arzt, holt sich sein Papier-Rezept und löst es bei der Apotheke um die Ecke ein.

Rezeptpflichtige Medikamente: Gröhe will Apotheken-Versandhandel verbieten

Rezeptpflichtige Medikamente

Gröhe will Apotheken-Versandhandel verbieten

Nachdem der EuGH die Preisbindung für den Apotheken-Versandhandel aufgehoben hat, plant Gesundheitsminister Gröhe den Gegenschlag: Er will den Versandhandel nun komplett verbieten. Die SPD protestiert.

In vielen Kommunen läuft das noch heute so. Doch der Patient der Zukunft wird – weil die deutsche Bevölkerung im Durchschnitt altert – viel häufiger an mehreren Krankheiten leiden, gehbehindert sein und sich deshalb freuen, wenn sein Arzt ihn mit Hilfe moderner Diagnose- und Kommunikationstechnik telemedizinisch betreut. Die Medikamente, die ihm per elektronischem Rezept verordnet werden, kommen dann bequem mit dem Zustelldienst zu ihm. Wenn er dabei noch ein paar Euro sparen kann, weil die Versandapotheke ihm Rabatt einräumt, umso besser. E-Health ohne die Möglichkeiten des Versandhandels ist schlicht nicht vorstellbar.

Das einzig Gute, was man über Gröhes Plan sagen kann, ist: Das Verbot des Versandhandels ist in der Tat die einzige gesetzliche Maßnahme, mit der das heutige Geschäftsmodell der 20.000 Präsenzapotheken geschützt werden kann. Dieses Geschäftsmodell basiert darauf, dass es gesetzlich vorgegebene Handelsspannen auf die Herstellerabgabepreise für Apotheken gibt. Mithin sind die Preise überall gleich. Der Preiswettbewerb ist abgeschaltet.

Für welche Produkte in Deutschland Preisbindungen gelten

Verlagserzeugnisse

Für Produkte wie Bücher, Noten, Landkarten und sogenannte „Buchsubstitute“ wie zum Beispiel E-Books gilt in Deutschland die Buchpreisbindung. Sie schreibt den Verlagen beziehungsweise Buchimporteuren vor, für jedes Buch einen unveränderbaren Preis festzusetzen, der an allen Verkaufsstellen gilt.

Zeitungen und Zeitschriften

Ebenso gelten feste Preise für Zeitungen und Zeitschriften – wenn der Verleger mit dem Großhändler einen entsprechenden Preisbindungsvertrag geschlossen hat. Anders als bei der Buchpreisbindung ist die Festsetzung freiwillig.

Tabakwaren

Die Preise für Tabakwaren wie Zigaretten, Zigarren und Zigarillos werden im Tabaksteuergesetz festgelegt.

Beförderungsentgelte

Auch die Preise für meisten Taxifahrten werden gebunden festgelegt.

Mieten

Nach unten offen, aber nach oben gedeckelt sind die Mieten im sozialen Wohnungsbau. Die Grenze setzt hierbei die sogenannte Kostenmiete, also einen Mietzins, der zur Deckung der laufenden Aufwendungen unter Berücksichtigung der tatsächlichen Finanzierungskosten erforderlich ist. Eine Unterschreitung der Kostenmiete ist indes erlaubt, weshalb es sich nicht um eine Preisbindung im strengen Sinne handelt.

Rezeptpflichtige Arzneimittel

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass ausländische Apotheken die gesetzlich festgeschriebenen Preise für Arzneimittel in Deutschland unterbieten dürfen. Damit gilt die Preisbindung für Arzneimittel lediglich noch vorläufig.

Kommentare (3)

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28.10.2016, 17:51 Uhr

Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof.

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28.10.2016, 17:55 Uhr

Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

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28.10.2016, 17:59 Uhr

Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme

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