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13.03.2012

16:45 Uhr

Verbraucherministerium

Der Kampf gegen die Müllberge aus Lebensmitteln

Der Kampf gegen die Verschwendung beginnt schon im Kühlschrank. Doch nicht nur die Verbraucher müssen umdenken, um das Massen-Wegwerfen von Lebensmitteln einzudämmen.

Ein Müllberg aus Lebensmitteln, aufgenommen in Hamburg in einer Szene des Kinodokumentarfilms „Taste the Waste“. dpa

Ein Müllberg aus Lebensmitteln, aufgenommen in Hamburg in einer Szene des Kinodokumentarfilms „Taste the Waste“.

BerlinWenn eine Banane schon leicht angedrückt ist oder der Quark seit zwei Tagen „abgelaufen“, ist der Entschluss in vielen deutschen Küchen schnell gefasst: „Lieber in den Müll damit.“ Rund 82 Kilogramm Lebensmittel wirft jeder Bundesbürger im Schnitt Jahr für Jahr weg, wie das Bundesverbraucherministerium in einer Studie ermitteln ließ - das entspricht 326 Joghurtbechern à 250 Gramm. Zwei Drittel dieses wertvollen Müllbergs gelten als vermeidbar. Doch der Kampf gegen die Verluste in der langen Lebensmittelkette vom Bauern über die Hersteller und Supermärkte bis zum Kunden ist kompliziert.

Dass hierzulande jährlich insgesamt elf Millionen Tonnen Nahrung im Abfall landen, sei nicht zu verantworten, beklagt Ministerin Ilse Aigner (CSU). Auf schwere Sattelschlepper gefüllt, ergäbe das eine mehr als 4500 Kilometer lange Lastwagen-Schlange von Berlin bis ins sibirische Nowosibirsk. „Welchen gigantischen Hilfskonvoi könnte man beladen mit dieser Menge“, sagt Aigner mit Blick auf mehr als 900 Millionen hungernde Menschen in den ärmeren Ländern der Welt.

Auch in der reichen Industrienation Deutschland ist das Problem aber schwierig zu erfassen. Viele vermeintlich verdorbene Lebensmittel werden in Toiletten heruntergespült, an Haustiere verfüttert oder landen auf dem Kompost im Garten - das geht in keine Statistik ein. Die Forscher der Universität Stuttgart arbeiteten deswegen für ihre Studie mit Schätzungen und Hochrechnungen. Eine Erkenntnis: Am häufigsten zu früh weggeworfen werden Obst, Gemüse und Backwaren. Dabei wurde dies als vermeidbar angesehen, wenn ein Produkt noch absolut genießbar ist - auch, wenn zum Beispiel die Brotrinde oder die Pizzakruste übrig gelassen werden.

Kommentare (3)

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Nachwuchs

13.03.2012, 18:54 Uhr

Die Ministerin Aigner wagt es die Verbraucher zu kritisieren? Gerade diese Person weigert sich die Industrie anzuprangern bzw. die Verbraucher zu warnen. Wie kann es sein, dass "Pappe" als Hackfleich (roter Netto Discount ) verkauft werden kann ohne Konsequenzen?

elfie59

15.03.2012, 16:49 Uhr

Ich verbitte mir, als Wegwerfg-Verbraucher dargestellt zu werden. Vom Gehalt eines mittlerer Dienst Beamten bleibt nichts zum Wegwerfen. Und wenn man dann noch den Niedriglohnsektro berücksichtigt, der noch weniger als ich zur Verfügung hat, frage ich mich, wer sich das leisten kann, pro Nase 80 kg Lebensmittel wegzuwerfen. Ich plane meine Mahlzeiten und koche soviel dass es reicht. Wenn wirklich mal Kartoffeln über sind, gibt es Bratkartoffeln, liebe Frau Aigner. Oder soll uns suggeriert werden, dass die Lebensmittel teuer werden müssen, zu unser aller Nutzen???

Jannik

05.04.2012, 11:10 Uhr

Es wäre wirklich kontraproduktiv Lebensmittel zu verteuern, um die Verbraucher darauf aufmerksam zu machen, dass diese wertvoll sind. Als studentische Initiative der Seite reste-essen.de wollen wir nun etwas das hilft den Einkauf zu planen. Hierzu entwickeln wir gerade eine App die wöchentlich saisonale Gerichte vorschägt und daraus einen Einkaufszettel schreibt. Den kann man sich dann mit den Rezepten ausdrucken oder direkt im Supermarkt vom Smartphone aufrufen. Wenn Euch die Idee gefällt, würden wir uns freuen, wenn Ihr uns mit Eurer Stimme unterstützt unter http://www.tesa.de/consumer/zeichen_kleben/teller-statt-tonne,3301453.html

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