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23.03.2017

16:50 Uhr

Verbraucherschutz

Verband moniert Vertrieb von Versicherungen

Die Verbraucherschützer kritisieren schwer erkennbare Zusatzkosten in den Verträgen. Ein Gesetz zum Versicherungsvertrieb kommt nächste Woche in den Bundestag. Ein Verband sieht darin eine einmalige Gelegenheit.

Der vzbv sieht eine einmalige Gelegenheit, die Regeln für den Verkauf von Versicherungen nachzubessern. dpa

Verbraucherschutz

Der vzbv sieht eine einmalige Gelegenheit, die Regeln für den Verkauf von Versicherungen nachzubessern.

BerlinDer Fall der Leipziger Eheleute wirft aus Sicht des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv) ein Schlaglicht auf Missstände beim Vertrieb von Versicherungen. Im vergangenem Jahr nahm das Paar einen Kredit in Höhe von 38.401 Euro mit einer Laufzeit von acht Jahren auf. Dafür sollte es einen Effektivzins vom 7,97 Prozent zahlen.

Die Bank bot dem Paar eine an den Kredit gekoppelte Restschuldversicherung an. Diese greift, wenn wegen Arbeitslosigkeit oder Todesfall nicht mehr getilgt werden kann. Das Paar kreuzte das entsprechende Kästchen für die Restschuldversicherung im Kreditvertrag an. Als es aber die erste Tilgungsrate sah, war das Entsetzen groß: Die Versicherungskosten von 18.550 Euro trieben die Kosten für die Kreditzinsen auf 21,78 Prozent hoch.

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Für Verbraucher habe er „viele Verbesserungen“ auf den Weg gebracht, sagt Heiko Maas. Auch Verbraucherschützer loben den SPD-Minister in einem Bilanzpapier für das Erreichte. Die Wirtschaft sieht das allerdings anders.

Der vzbv sieht derzeit eine einmalige Gelegenheit, die Regeln für den Verkauf von Versicherungen nachzubessern, denn die Umsetzung der EU-Versicherungsrichtlinie (IDD) wird kommenden Donnerstag zum ersten Mal im Bundestag debattiert. Kern der Vorschriften, die spätestens im Februar in Kraft treten sollen, ist eine höhere Verantwortung der Versicherungsunternehmen für den Vertrieb ihrer Produkte. Die Bundesregierung sieht in dem Gesetzeswerk vor allem die Pflicht für eine bessere Beratung der Versicherungsnehmer und die klare Trennung von Provisionsvermittlung und Honorarberatung.

Der Verband der Versicherungswirtschaft (GDV) begrüßte den Gesetzentwurf als „wichtige Klarstellung“, forderte allerdings Ausnahmen bei der Trennung von Provisionsvermittlung und Honorarberatung. Der vzbv lobte dagegen das Unterscheiden der beiden Vermittlungsarten, fordert aber Nachbesserungen in Einzelfragen wie etwa bei Restschuldversicherungen.

vzbv: Kunden häufig zu Restschuldversicherung gedrängt

Bei den Restschuldversicherungen handelt es sich nicht um ein Nischenprodukt. Pro Jahr werden nach vzbv-Angaben rund 300.000 neue Verträge abgeschlossen. Demnach existieren derzeit rund 1,5 Millionen abgeschlossene Verträge mit einer Gesamtversicherungssumme von über zehn Milliarden Euro. Häufig kommen diese Verträge auch beim Einkaufen zustande, etwa wenn im Elektromarkt der neue Fernseher auf Pump erworben wird.

Kommentare (1)

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Herr Michael Beyer

24.03.2017, 17:02 Uhr

Die Prämien für Restschuldversicherungen werden i.d.R. als Einmalzahlung auf das Darlehensvolumen aufgeschlagen. Das ist sehr beliebt, da die Provision des Darlehensvermittler abhängig ist vom Volumen des vermittelten Darlehens.

Ein Provisionsverbot wäre hier ein Lösungsansatz. Der Verbraucher lässt sich unabhängig beraten und vergütet den Berater auf Zeitbasis.

Vorteil: Der volumenabhängigen Vermittlungs(fehl)anreiz entfällt. Der Kundennutzen steht im Fokus. Die Zinskonditionen werden günstiger, da diese dann keine "versteckten" Provisionen mehr enthalten.

Als Honorar-Immobiliardarlehnsberater biete ich genau dieses Modell und setze es auch für normale Verbraucherdarlehen um. Es ist eine Win-Win Situation für meine Klienten und für mich.

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