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20.01.2007

17:47 Uhr

Verdi-Chef Bsirske

Das Jahr der Lohnerhöhungen

Seit wochen diskutieren Arbeitnehmer und Arbeitgeber über die Höhe der Lohnforderungen für 2007. In diese Diskussion mischt sich nun auch der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, ein. Seine Forderung: 2007 soll ein „Jahr der Lohnerhöhungen“ werden.

HB BERLIN. Bsirske hat dafür plädiert, bei den anstehenden Tarifrunden die Zurückhaltung der vergangenen Jahre aufzugeben. „2007 muss das Jahr der Lohnerhöhungen für alle werden“, sagte der Gewerkerkschaftschef der „Bild am Sonntag“. Dies sei nötig, damit die Wirtschaft richtig brumme und die Massenarbeitslosigkeit überwunden werden könne. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil unterstützte Bsirskes Anliegen. Er halte es für richtig, dass die Gewerkschaften „einen gerechten Anteil für die Arbeitnehmer fordern“, sagte Heil der „Financial Times Deutschland“.

Seit Wochen tobt eine heftige Diskussion über das Ausmaß der Lohnabschlüsse. In den Gewerkschaften werden durchweg höhere Abschlüsse als in den Vorjahren gefordert. Im Metallbereich ist von Erhöhungen bis zu sieben Prozent die Rede, die IG-Bau verabschiedete eine Forderung von 5,5 Prozent mehr Lohn. Im Arbeitgeberlager ist von Übertreibungen die Rede. Augenmaß sei nötig und mehr Lohndifferenzierung. Die Bundesregierung ließ wiederholt Sympathie für Forderungen erkennen, nach denen die Umstände einzelner Branchen und Betriebe in stärkerem Maße in die Tarifpolitik einbezogen werden sollten.

Bsirske begründete seinen Vorstoß für höhere Lohnabschlüsse mit der kräftigen Konjunktur und dem Aspekt der Gerechtigkeit. „Alle reden vom Aufschwung. Bislang aber gab es nur einen Aufschwung der Gewinne von Aktionären und Managern, die das Geld gleich säckeweise heim schleppen“, kritisierte er. Diese Ungerechtigkeit schreie zum Himmel und ruiniere den Aufschwung. Zugleich sprach sich Bsirske erneut für einen gesetzlichen Mindestlohn von 7,50 Euro pro Stunde in allen Branchen aus.

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