Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.02.2012

11:20 Uhr

Verdi-Chef Frank Bsirske

„Wir sind auch bereit, zu eskalieren“

Erzieher, Krankenschwestern oder Mitarbeiter in Behörden: Der öffentliche Dienst hofft auf mehr Geld. Die Tarifgespräche beginnen an diesem Donnerstag. Verdi-Chef Bsirske gibt sich kampfbereit.

Der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske gibt am Mittwoch in Berlin ein Statement zu den anstehenden Tarifgesprächen für Angestellte des öffentlichen Diensts bei Bund und Kommunen ab. dpa

Der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske gibt am Mittwoch in Berlin ein Statement zu den anstehenden Tarifgesprächen für Angestellte des öffentlichen Diensts bei Bund und Kommunen ab.

BerlinKurz vor Beginn der Tarifgespräche im öffentlichen Dienst hat Verdi-Chef Frank Bsirske den Arbeitgebern mit Warnstreiks gedroht. „Wir sind auch bereit zu eskalieren, das ist völlig klar“, sagte Bsirske am Mittwoch in Berlin.

Bevor er die Position der Arbeitgeber nicht genau kenne, sei es eigentlich zu früh für Drohgebärden. „Klar ist aber, dass wir bereit, in der Lage und Willens sind, auch die Auseinandersetzung aufzunehmen, wenn sie uns aufgezwungen wird“, sagte er.

Die Verhandlungen für die rund zwei Millionen Beschäftigten beim Bund und bei den Kommunen beginnen an diesem Donnerstag in Potsdam - geplant sind insgesamt drei Verhandlungsrunden bis Ende März. Die Gewerkschaften fordern 6,5 Prozent mehr Geld - mindestens aber 200 Euro. Die Arbeitgeber haben die Forderung bereits als illusorisch kritisiert. Sie verweisen auf hohe Schulden der öffentlichen Kassen und eine sich abschwächende Konjunktur im laufenden Jahr.

Bsirske sagte, er rechne mit einer harten Tarifauseinandersetzung. „Wenn man die bisherigen öffentlichen Äußerungen der Arbeitgeberseite zugrundelegt, sieht es danach aus, als wären wir sehr kontrovers aufgestellt.“ Es könne sein, dass die Arbeitgeber es von vornherein darauf anlegten, in die Schlichtung zu gehen und die drei vereinbarten Verhandlungstermine auszusitzen. Bei der vergangenen Tarifrunde im Jahr 2010 hatte es erst nach Warnstreiks und einem Schlichterspruch einen Kompromiss gegeben.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Stephan Articus, warnte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch): „Ein zu hoher Tarifabschluss würde die Städte und Gemeinden mitunter dazu zwingen, freiwillige Leistungen etwa im Kultur- und Freizeitangebot zu reduzieren oder bei den Investitionen zu sparen.“ Articus erinnerte daran, dass die Kommunen bereits rund 128 Milliarden Euro Schulden hätten. Jeder Prozentpunkt Tariferhöhung werde die Kommunen mit mehr als 700 Millionen Euro Mehrkosten pro Jahr belasten.

Dagegen sagte Bsirske, es gebe schon jetzt einen Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst, beispielsweise bei Erzieherinnen, Pflegekräften in Krankenhäusern, Ingenieuren und IT-Fachkräften. Diese Situation werde sich verschärfen, da jeder fünfte Beschäftigte bis 2020 aus Altersgründen aus dem öffentlichen Dienst ausscheide.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

B.Prost

29.02.2012, 13:25 Uhr

Na Herr Bsirske, bleiben Sie am Boden! Mehr als 1,2% für 18 Monate plus 150,- € Einmalzahlung wirds nicht geben. Die Kassen sind leer, die Banken und Südeuropa haben auch noch Bedarf. Als Erfolgsprämie winkt Ihnen dann ein hochdotierter Posten bei Fraport, Kollege Mai ist schon da!

ThomasBakker

29.02.2012, 17:25 Uhr

Ich bin seit 20 Jahren im Pflegeberuf. Herr Prost kann gerne mal 1 Woche meinen Job übernehmen. Er redet von 1,2 % und leeren kassen. Die Mitarbeiter von VW kassieren 10.000,- Euro, während die Löhne im Pflegebereich ständig absinken. Es gibt kaum Nachwuchs. Ich habe mir vor 12 jahren einen VW Golf gekauft, dieser heute 40 % teurer, während mei nGehalt maximal stagniert ist.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×