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11.01.2005

13:04 Uhr

Verdrängungseffekte befürchtet

Hundt gegen Ein-Euro-Jobs in der Wirtschaft

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat den Vorschlag aus dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) nach einer Ausweitung der Ein-Euro-Jobs auf die Privatwirtschaft abgelehnt.

HB BERLIN. „Ich warne nachdrücklich vor einer Ausweitung der Ein-Euro-Jobs auf private Unternehmen“, erklärte Hundt am Dienstag. Das würde dem Arbeitsmarkt massiv schaden, weil dadurch das Entstehen einfacher Tätigkeiten für gering qualifizierte Arbeitnehmer verhindert werde. „Die generelle Ausweitung würde zu einem massiven Austausch und Verdrängungseffekt führen, statt Langzeitarbeitslosen Chancen auf zusätzliche Beschäftigung zu eröffnen“, erklärte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Derzeit dürfen Langzeitarbeitslosen so genannte Ein-Euro-Jobs nur angeboten werden, wenn diese gemeinnützig sind und keine normalen Arbeitsplätze ersetzen. DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben hatte am Wochenende vorgeschlagen, die Empfänger des Arbeitslosengeldes II sollten wie in der Zeitarbeit an Betriebe verliehen werden können. Diese sollten an die Arbeitsagenturen drei bis vier Euro bezahlen, die damit einen Teil ihrer Zahlungen refinanzieren könnten. SPD und Grüne haben den Vorschlag bereits abgelehnt. Ein-Euro-Jobs ermöglichen Langzeitarbeitslosen geringfügige Zuverdienste.

Hundt erklärte, die Ein-Euro-Jobs sollten vorrangig die Arbeitsbereitschaft von Langzeitarbeitslosen prüfen. Sie sollten zudem denen, die keine Stellen im ersten Arbeitsmarkt gefunden hätten, eine sinnvolle Beschäftigung im öffentlichen Interesse bieten. „Auf keinen Fall dürfen Ein-Euro-Jobs reguläre Arbeitsverhältnisse im ersten Arbeitsmarkt verdrängen“, erklärte der Arbeitgeberpräsident. Auch SPD und Grüne hatten schon Wanslebens Vorschlag abgelehnt.

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