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29.01.2014

18:25 Uhr

Verfassungsschutz-Präsident Maaßen

Deutscher Top-Geheimdienstler kritisiert Snowden

ExklusivEdward Snowden behauptet, die NSA spioniere deutsche Unternehmen aus. Verfassungsschutz-Chef Maaßen hält dagegen: Es gebe keine Hinweise auf Wirtschaftsspionage. Die Grünen kritisieren Maaßens „steile Thesen“.

Verfassungsschutz-Chef Maaßen: „Das ist abwegig“. dpa

Verfassungsschutz-Chef Maaßen: „Das ist abwegig“.

BerlinVerfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen bezeichnet die Aussagen von Edward Snowden zur Wirtschaftsspionage als abwegig.  „Ich gehe davon aus, dass die Amerikaner sich an amerikanisches Recht halten. Und das sieht nicht vor, Industriespionage durch amerikanische Dienste zu betreiben“, sagte Maaßen im Interview mit dem Handelsblatt (Mittwochausgabe).

Snowden hatte in einem ARD-Interview gesagt. „Es gibt keinen Zweifel, dass die USA Wirtschaftsspionage betreiben. Wenn es bei Siemens Informationen gibt, von denen sie meinen, dass sie für die nationalen Interessen von Vorteil sind, nicht aber für die nationale Sicherheit der USA, werden sie der Information hinterherjagen und sie bekommen.“  

Maaßen hält dagegen: „Die Vorstellung, ein US-Automobilbauer steuere einen Auftrag über das Weiße Haus an die NSA mit dem Satz: Sorgt mal dafür, dass ich den aktuellen Bauplan für den Porsche Cayenne bekomme, ist abwegig“.

Der Top-Geheime äußerte grundsätzlich Zweifel an der Glaubwürdigkeit Snowdens. „Die Dokumente des NSA-Enthüllers Snowden sind voller Hinweise, aber ohne Beweise“. Der Verfassungsschutz sei allen Vorwürfen nachgegangen. „Wir haben weder valide Erkenntnisse, dass die Amerikaner Breitbandkabel in Deutschland anzapfen, noch ob aus der US-Botschaft in Berlin das Handy der Kanzlerin abgehört worden ist“, sagte Maaßen.

Bei den Grünen stoßen die Äußerungen von Maaßen auf Kritik. Die Hinweise von Snowden auf Wirtschaftsspionage seien ernst zu nehmen. „Wie der Präsident des Verfassungsschutzes den Vorwurf der Wirtschaftsspionage pauschal vom Tisch wischen will, erinnert fatal an den Versuch des ehemaligen Kanzleramtschefs Ronald Pofalla, der die Affäre vorzeitig und fälschlicherweise für beendet erklärte“, sagte Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz Handelsblatt Online. „Wir erwarten von Herrn Maßen belastbare Belege für solch steilen Thesen.“

Kommentare (69)

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Lutz

28.01.2014, 17:16 Uhr

Zitat: „Ich gehe davon aus, dass die Amerikaner sich an amerikanisches Recht halten."

Meine Güte, muss ich für diesen Menschen Steuern zahlen?

Mauserspeck

28.01.2014, 17:19 Uhr

Was wären wir nur ohne unseren Verfassungsschutz,die
sicherlich glaubwürdigste Institution in unserem
schönen Lande.

DerMaasenIstVoll

28.01.2014, 17:21 Uhr

Maassen sollte man getrosk ignorieren, ein aalglatter Karrierist, arrogant und von Selbstüberschätzung gekennzeichnet, dem Werte und Moral völlig egal sind, den interessiert nur der eigene Vorteil.
Wen Maassen an Snowden´s Glaubwürdigkeit zweifelt, dann kann man sicher davon ausgehen, dass Snowden zu 100% richtig liegt.

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