Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.02.2004

18:25 Uhr

Verhandlungen in Nordeutschland vertagt

Zuversichtliche Töne im Metall-Tarifstreit

Im traditionellen Pilotbezirk Baden-Württemberg haben die Tarifparteien der Metall- und Elektroindustrie am Mittwoch verhandelt, ohne bisher eine Einigung zu erzielen. Begleitet wurden die Verhandlungen von Warnstreiks in mehreren Bundesländern. Allerdings äußerte sich Südwestmetall-Chef Otmar Zwiebelhofer in einer Verhandlungspause zuversichtlich: „Beide Seiten sind optimistisch, dass wir gemeinsam - ohne dass eine Seite überfordert wird - etwas zu Stande bringen.“

HB PFORZHEIM/BREMEN. Eine Fortsetzung der Gespräche an diesem Donnerstag schloss er nicht aus.

In Bremen wurden die Verhandlungen für die 160 000 Beschäftigten des Bezirks Küste in der dritten Runde ergebnislos vertagt und sollen am 17. Februar fortgesetzt werden. In Bayern wurde die für Donnerstag vorgesehene Tarifrunde mit Blick auf die laufenden Verhandlungen im Südwesten verschoben. Insgesamt beteiligten sich nach Angaben der IG Metall bundesweit etwa 60 000 Metaller an den Warnstreiks.

Südwest-Metallchef Zwiebelhofer sagte in Pforzheim, es gehe jetzt um den Einfluss, den die Tarifparteien an die Betriebe abgeben wollen. „Die Crux ist, dass die Gewerkschaft nicht bereit ist, ihre Macht einzuengen.“ Durch die geforderten betrieblichen Öffnungsklauseln, mit denen die Unternehmen in eigener Regie die Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden auch ohne Lohnausgleich ausweiten können, werde die Betriebsautonomie größer. „Da entsteht ein anderes Klima in den Unternehmen, dass auch auf die Tarifparteien ausstrahlt“, prognostizierte der Gesamtmetall-Vize. In Baden- Württemberg hat die Branche 800 000 Beschäftigte.

Am Mittag war IG Metall-Vize Berthold Huber zu den Gesprächen gestoßen. Gegebenenfalls sollte auch IG Metall-Chef Jürgen Peters hinzukommen. Am Abend wurde der Gesamtmetall-Vorstand mit Präsident Martin Kannegiesser in Pforzheim erwartet. Er hatte sich im Deutschlandfunk am Morgen erneut skeptisch über eine mögliche Einigung geäußert. „Das wird sehr schwer“, sagte Kannegiesser. „Wir liegen in unseren Vorstellungen sehr weit auseinander“, sagte Kannegiesser.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×