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22.03.2012

20:19 Uhr

Verhandlungsrunde

Metaller-Tarifgespräche belastet

Im entscheidenden Tarifbezirk Baden-Württemberg sind die Gräben zwischen Arbeitgebern und der IG Metall nach der zweiten Tarifrunde noch groß. Vor allem bei den Themen Auszubildende und Zeitarbeit hakt es.

6,5 Prozent mehr sollen es für die Metall-Beschäftigten sein, fordert die Gewerkschaft. dpa

6,5 Prozent mehr sollen es für die Metall-Beschäftigten sein, fordert die Gewerkschaft.

LudwigsburgDie Fronten in den Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie haben sich weiter verhärtet. „Es war ein Schritt nach hinten“, sagte der baden-württembergische IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann nach der zweiten Tarifrunde am Donnerstag in Ludwigsburg. Man sei noch weit auseinander, sagte auch Rainer Dulger, Chef des Arbeitgeberverbands Südwestmetall. Die IG Metall fordert für die bundesweit 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche 6,5 Prozent mehr Geld. Zudem sollen die Auszubildenden unbefristet übernommen werden, und die Betriebsräte sollen beim Einsatz von Zeitarbeitskräften in den Unternehmen mitbestimmen dürfen. Baden-Württemberg ist ein traditioneller Pilotbezirk, dessen Abschlüsse von den anderen Bezirken meist übernommen werden.

Dulger sagte, die Arbeitgeber würden zu gegebener Zeit einen Lösungsvorschlag für die Erhöhung der Löhne und Gehälter vorlegen. Einen genauen Zeitpunkt gebe es noch nicht. Die Arbeitgeber störten sich an den beiden qualitativen Themen Auszubildende und Zeitarbeit. „Wir reiben uns derzeit an diesen Themen auf“, sagte Dulger. Hofmann begründete den Zeitdruck für einen raschen Abschluss mit der Situation in den Unternehmen. Die Branche vertrage derzeit keinen Arbeitskampf. „Wir müssen schnell zu einer Lösung kommen.“

Den Unmut der Arbeitgeber rief vor der zweiten Tarifrunde eine Kundgebung von 5500 Gewerkschaftern in Ludwigsburg hervor. Wer den Krawall auf der Straße erzeuge, wolle keine Lösung am Verhandlungstisch, sagte Dulger. Hofmann erwiderte, die Belegschaften seien sehr gereizt. „Wir haben genügend Dampf im Kessel. Wir brauchen niemanden, der noch Öl hineinschüttet.“ Die dritte Tarifrunde findet am 18. und 19. April in mehreren Bezirken statt. Bis 28. April herrscht Friedenspflicht, danach sind Warnstreiks möglich. Die IG Metall will bis 22. Mai einen Abschluss erreichen. „Danach zünden wir die nächste Rakete“, sagte Hofmann. Sollte bis dahin keine Lösung gefunden sein, werde die Urabstimmung ausgerufen und danach seien Streiks möglich.

Von

rtr

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