Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.01.2005

16:50 Uhr

Verkehrsministerium: 1 500 Mautprellern Lkw-OBU-Gerät gesperrt

Toll Collect geht hart gegen Mautpreller vor

Nur fünf Tage nach dem Mautstart hat Toll Collect wegen unbezahlter Autobahngebühren bereits hart durchgegriffen. Die Betreiberfirma schaltete am Donnerstag etwa 1 500 Fuhrunternehmen mit mehreren tausend Lkw die eingebauten automatischen Erfassungsgeräte kurzerhand ab.

HB BERLIN. „Das sind echte Mautpreller“, sagte der Sprecher des Bundesverkehrsministeriums, Michael Zirpel. Neben der Nacherhebung der Maut würden damit zugleich Bußgelder fällig, die für die Fuhrunternehmen bei 150 Euro beginnen. Solange die Zahlung verwehrt werde, sei auch die Streckeneinbuchung per Internet nicht möglich.

Jederzeit offen stünden die an Grenzen oder Rastplätzen aufgestellten Terminals, an denen die Gebühr sofort fällig wird. Sobald gezahlt werde, könne die On Board Unit (OBU) durch Neustarten reaktiviert werden, erläuterte Toll-Collect-Sprecher Harald Lindlar.

Ministerium, Betreiber und das für die Kontrollen zuständige Bundesamt für Güterverkehr (BAG) äußerten sich zugleich optimistisch, dass das satellitengestützte Mautsystem auch den Belastungstest ab kommenden Sonntagabend bestehen werde. Dann enden die Ferien in etlichen Bundesländern und Produktion sowie Güterverkehr nehmen nach Expertenerwartungen zu. „Das System fährt bereits nahezu unter Vollast“, sagte Zirpel. Dabei sprach er von 70 Prozent des Maximalverkehrs von 1 Million mautpflichtiger Lkw Fahrzeugen pro Tag.

Mit dem zunehmenden Schwerverkehr hätten sich auch die Einnahmen erwartungsgemäß entwickelt. Während das Ministerium keine Zahlen nennen wollte, berichtete der ADAC laut „Focus“ über 23 Millionen Euro bis einschließlich Mittwoch dieser Woche. Insgesamt sind 3 Milliarden Euro für dieses Jahr eingeplant, so dass im Schnitt etwa 58 Millionen pro Woche erforderlich sind. Bisher sind nach Experten- Schätzung etwa 330 000 OBUs in Lastkraftwagen eingebaut.

Bei den jetzt bestraften 1500 Transporteuren handelt es sich um eine Gruppe von 8000 Fuhrunternehmern mit eingebauten On-Board- Geräten (OBUs), die nicht das Einzugs-, sondern das alternative Guthabenverfahren gewählt hätten, sagte Zirpel. Dabei müssen die Unternehmen vorab einen Betrag einzuzahlen, der nach und nach „abgefahren“ werden kann. Anschließend ist das Guthaben wieder aufzufüllen. Solche Vorauszahlungen seien aber trotz Mahnungen nicht erfolgt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×