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30.01.2010

17:56 Uhr

Verkehrsministerium

Ramsauers Kampf gegen das Denglisch

Meetings sind out - zumindest im Verkehrsministerium. Dessen Chef, der Bayer Peter Ramsauer, will, dass sich Projektgruppen und nicht Task Forces zu Besprechungen treffen. Dem Denglisch hat der CSU-Politiker den Kampf angesagt.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer kämpft gegen Anglizismen. Quelle: Reuters

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer kämpft gegen Anglizismen.

HB BERLIN. Künftig spricht man im Ministerium auch wieder von einer "Reisestelle" statt vom "Travel Management", und Ministerialbeamte besuchen "hauseigene Seminare", nicht mehr "Inhouse Meetings". Knapp 100 Tage nach Amtsantritt will der Verkehrsminister englische Begriffe möglichst raushalten. "Ich will, dass im Haus wieder mehr deutsch gesprochen wird", sagt Ramsauer mit hörbarem bayerischen Akzent.

Er erließ für sein Haus ein striktes "Denglisch"-Verbot, also die Vermischung deutscher und englischer Begriffe, berichtete die "Bild"-Zeitung. Eine Ministeriumssprecherin bestätigte am Samstag die Meldung über die bayerische Deutsche-Offensive.

Sie verlangt von den Beamten noch mehr Wohlwollen gegebenüber der deutschen Sprache: Auch die "Public Private Partnership" wird im Hause Ramsauer abgeschafft. Statt dessen spricht man jetzt von einer "Öffentlich-Privaten Partnerschaft". Schriftstücke sind nicht mehr bis zu einer "Deadline" fertig sein, sondern bis zum Abgabetermin.

Zu fragen wäre nun noch, ob die Mitarbeiter künftig nicht mehr im Internet surfen, online arbeiten oder Rechner statt Computer verwenden.

Kommentare (6)

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Klaus

30.01.2010, 21:56 Uhr

Find' ich super. Davon könnten sich inzwischen viele in Deutschland eine Scheibe abschneiden. Da kann ich die anderen Ministerien nur auffordern, sich dem anzuschließen.

LJA

30.01.2010, 22:12 Uhr

Ja ganz toll. Am besten, wir schaffen gleich noch den Fremdsprachenunterricht in den Schulen ab. Deutschland braucht den Rest der Welt nicht. Wir kommen gut allein zurecht. (Das ist zwar Quatsch, aber wenn man es nur oft genug sagt, glauben es auch genug Leute.)

otti10

30.01.2010, 22:43 Uhr

bravo, einer musste das ja mal anpacken. Nichts gegen englisch als Geschäftssprache, aber die unerquickliche Vermischung mit der deutschen Sprache mach diese doch unverständlich. Also weg mit "ServicePoint, Sales, performieren" und was da so alles gefaselt wird. Wir sind in Deutschland!

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