Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.06.2012

18:31 Uhr

Verkehrspolitik

Union schmettert Tempo 30 in Städten ab

SPD und Grüne sorgen im Bundestag mit einer radikalen Forderung für Aufsehen: Ein generelles Tempolimit von 30 Stundenkilometern in Städten soll die Straßen sicherer machen. Die Antwort der Regierung folgte prompt.

Laut SPD und Grünen sollen Städte in naher Zukunft weitgehend zu Tempo-30-Zonen werden.

Laut SPD und Grünen sollen Städte in naher Zukunft weitgehend zu Tempo-30-Zonen werden.

BerlinTempo 30 statt 50. In deutschen Städten und Dörfern soll der Verkehr nach dem Willen von SPD und Grünen künftig deutlich langsamer rollen. Ein generelles Tempolimit von 30 Stundenkilometern würde die Verkehrssicherheit erhöhen. Die Städte würden durch weniger Lärm und CO2-Ausstoß leiser und sauberer, sagte der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sören Bartol, der „Welt am Sonntag“.

Dem Vorschlag Bartols zufolge sollte Tempo 30 in der Straßenverkehrsordnung als neue Höchstgeschwindigkeit in Ortschaften festgeschrieben werden. Tempo-50-Schilder an den Hauptverkehrsachsen würden dann Ausnahmen deutlich kennzeichnen.

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Anton Hofreiter (Grüne), äußerte sich laut Zeitung zuversichtlich, dass seine Partei mit der SPD eine „moderne Verkehrspolitik“ auf den Weg bringen könne, „die die Gesundheit der Stadtbewohner besser schützt als heute.“ Die SPD-Verkehrsexpertin Kirstin Lühmann geht laut Zeitungsbericht davon aus, dass Tempo 30 für „gleichmäßig fließenden Verkehr“ sorgen würde, „der im Übrigen Aggressionen mindert und Aufmerksamkeit steigert“. „Die Durchschnittsgeschwindigkeit von Autos liegt bei etwa 20 Kilometern in den Städten. Tempo 30 führt also nicht zu mehr Staus“, sagte zudem Grünen-Verkehrsexperte Stephan Kühn.

Von Seiten der Bundesregierung folgte eine klare Absage auf dem Fuße. "Tempo 30 in den Städten würde den Verkehr unnötig verlangsamen", sagte Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) der "Ostsee-Zeitung" und warnte vor mehr Stau und Abgasen. „Ich will Mobilität ermöglichen und nicht verhindern. Solange ich Verkehrsminister bin, wird es kein generelles Tempolimit geben“, sagte Ramsauer der Zeitung.

Politiker der Union traten solchen Vorschlägen sofort entgegen. „Mit Rot-Grün stünde ganz Deutschland auf der Bremse“, erklärte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe. "Linke wollen lieber die zentralistische staatliche Bevormundung als sachgerechte Entscheidungen vor Ort", wetterte er am Sonntag auf seiner Facebook-Seite.

Kommentare (29)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Tabu

17.06.2012, 13:20 Uhr

SPD und Grüne wollen Tempo 30 in Städten einführen
-----------------------------------
SPD und Grüne wollen sich selbst abschaffen..
Das beruhigt mich ungemein.

Hermann.12

17.06.2012, 13:31 Uhr

Es gibt Situationen, da ist wirklioch nicht mehr als Tempo 30 drin. Es gibt aud Fahrer, die Partout dort scneller fahren wollen, obwohl es nicht geht. Aber ein generelles Tempolimit in Städten ist nur sinnvoll, wenn wir dem Alterheim auf den Strassen gerecht werden wollen. Schon heute ist es erschreckend mit anzusehn, wie unsicher und ängstlich viele Menschen unterwegs sind. Dieser Unsicherheit durch enge Regeln immer mehr Vorschub zu leisten behebt nicht das Problem.
Wir müssen den Menschen wieder beibringen bei höherer Leistung, und das heisst auch bei höherer Geschwindigkeit, sich sicher zu fühlen und diese zu beherrschen.
Das ist möglich. aber eben nicht durch einfache Verbote bürokratische Ausbildung regelbar.
Wer je in Ländern mit mit junger Bevölkerung gewesen ist, weiß, das die uns schon heute in Grund und Boden Stampfen, wenn wir je direkt mit Ihnen konkurieren müßten.
Tempo 30 ist vor diesem Hintergrund einfach lächerlich.
Vor allem wenn dies ohnehin nur der gefühlten, aber nicht der realen Sicherheit dient, wie unschwer aus der Unfallstatistik zu entnehmen ist.
Bleibt noch der Umweltschutz als Motiv. Aber auch das ist nicht wirklich stichhaltig.
Sicher muss insgesamt der Verbrauch fossiler ernergieträger zurückgehen, aber nicht auf Kosten der Leistung. Wer meint dies auf kosten der Effizienz durchsetzen zu können, wird sehr schnell merken, das ihm am Ende das Geld so schnell ausgeht, dass nicht mal mehr der Status quo beim Umweltschutz finanziert werden kann.
Verbote dieser Art sind immer ein Eingeständnis von Phantasielosigkeit und büroktratische Obrigkeitsdenke, der "Untertan lässt Grüßen".
Eigentlich sollten wir da schon weiter sein. Tempo 30? Das ist mittlerweile von vorvorgestern.

H.

Account gelöscht!

17.06.2012, 13:40 Uhr

Kann ich nur unterstützen. Die Autofahrer kapieren es sonst nicht ...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×