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11.05.2011

22:13 Uhr

Veröffentlichter Bericht

Indiskretion entfacht Streit in Atom-Kommission

ExklusivAufgrund eines vorab an die Öffentlichkeit gelangten Abschlussberichtes ist in der sogenannten Ethik-Kommission ein offener Streit ausgebrochen. Einzelne Mitglieder fühlen sich unter Druck gesetzt.

Die Mehrheit der 17 Mitglieder der Ethik-Kommission soll für einen radikalen Schritt in der Energieversorgung stehen. Quelle: dpa

Die Mehrheit der 17 Mitglieder der Ethik-Kommission soll für einen radikalen Schritt in der Energieversorgung stehen.

BerlinIn der von Bundeskanzlerin Angela Merkel berufenen Ethik-Kommission ist wegen des vorab bekannt gewordenen Entwurfs eines Abschlussberichts offener Streit ausgebrochen. "Ich halte Indiskretion nicht für eine ethische Tugend", sagte Ex-BASF-Chef Jürgen Hambrecht, Mitglied der Kommission, dem Handelsblatt. Er sei über die Berichterstattung "sehr erstaunt". Das zitierte Dokument sei ein Arbeitspapier, über das man in der Kommission "noch gar nicht gesprochen" habe. Erst am Wochenende werde die Kommission darüber diskutieren.

Nach Informationen des Handelsblatts aus Kommissionskreisen fühlen sich einzelne Mitglieder durch die Veröffentlichung des Entwurfs unter Druck gesetzt. Die Mehrheit der 17 Kommissionsmitglieder stehe für einen radikalen Schnitt in der Energiepolitik und wolle nun Fakten schaffen. Auch IG BCE-Chef Michael Vassiliadis hatte scharfe Kritik daran geübt, dass der noch nicht abgestimmte Entwurf vorab an die Öffentlichkeit gelangte.

Kommentare (4)

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SKM

12.05.2011, 05:36 Uhr

Kann die Feigenblatt-Kommission - wofür leisten wir uns eigentlich den Bundestag? - der Regierung jetzt endlich ihr vorformuliertes Ergebnis liefern? Danke.

Account gelöscht!

12.05.2011, 06:19 Uhr

"Merkels Schwätzerrunde" ist allein ihr politisches Instrument. Der ganze völlig irrationale Schlingerkurs in der "Energiepolitik", die schon seit Jahren keine mehr ist, dient allein ihrem Machterhalt. Deshalb halte ich es für einen Fundamentalfehler, sich überhaupt an einer Diskussion über diese sogenannte Kommission oder ihre Ergebnisse zu beteiligen. Verantwortlich sind Regierung und Parlament, und denen ist vorzuwerfen, daß sie in einem großen Wirtschaftsbereich die Märkte zerstört und eine gigantische Ineffizienz aufgebaut haben. Die wird jeden Tag schlimmer, was sich in den ständig steigenden Strompreisen manifestiert. Zugleich ist ein Bereicherungsparadies für eine winzige Klientelgruppe geschaffen worden, verbunden mit einem diktaturähnlichen Propaganda- und Markeingsystem, in dem sogar Grundschülern die wunderbare Welt der Windmühle eingetrichtert wird. Die Diskussion, die ich fordere, geht dahin, wie man diese Enteignungs- und Bereicherungspolitik wieder abschaltet und wie man diejenigen zur Verantwortung zieht, die diesen mehrstelligen Milliardenschaden angerichtet haben.

Bofilias

12.05.2011, 08:00 Uhr

Warum die Ethikkommission es so schwer tut, ist unbegreiflich. Vielleicht besteht sie aus alte, klassische, konservative Köpfe, die mehr Ängste schüren als nötig. Hier gehören Einladungen an Persönlichkeiten aus dem Bereich der Nuklearmedizin, die Tagtäglich radioaktiven Stoffe an Menschen verabreichen in den Größenordnung von Milliarden von Beckerel (allein bei der Bekämpfung der Basedow-Krankheit ca. eine Milliarde Beckerel ist jedesmal fällig!). Eine Strahlenkrankheit, ein Hinweis auf Krebserzeugung ist weltweit nie beobachtet worden. Langjährig! Während wg. 210 Beckerel Radioiod im Trikwasser das ganze Tokio in Panik versetzt wurde! Menschen starben bei der Flucht! Wo bleibt die Ethik? Warum bleiben solche Experte ausgeschlossen? Die Ethikkommission muß Ihre Entscheidung aus Expertenerfahrungen, "berufenen Munde" bilden. Alles andere ist absurd. Es läuft darauf hinaus die Reaktortechnologien aus Ländern wie Zechei, Rumänien, Bulgarien und Turkei als höchst effizient anzuerkennen, währen die aus der der Wiege der Technologie Deutschland zu verdammen. Ethik ist einheitlich. Nicht manipulierbar!

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