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11.01.2011

11:42 Uhr

Verseuchte Nahrungsmittel

Dioxin-Eier an Verbraucher verkauft

Eier, Geflügel und nun Schweinefleisch – immer mehr Lebensmittel sind mit dioxinbelastetem Futter verseucht. Der Verkauf von Dioxin-Eier an Verbraucher wurde nun erstmals nachgewiesen. Nicht nur die Bauern, auch die Ländern fordern inzwischen Entschädigung. Die Suche nach den Verantwortlichen geht weiter.

Eier, Geflügel, Schweinefleisch: Der Verkauf von dioxinbelasteten Lebensmitteln an Verbraucher wurde nun erstmals nachgewiesen. DAPD

Eier, Geflügel, Schweinefleisch: Der Verkauf von dioxinbelasteten Lebensmitteln an Verbraucher wurde nun erstmals nachgewiesen.

HB HANNOVER. In Niedersachsen ist nun erstmals auch ein stark erhöhter Dioxinwert in Schweinefleisch nachgewiesen worden. Mehrere hundert Schweine eines Betriebes im Landkreis Verden müssten deshalb getötet werden, sagte ein Sprecher des Agrarministeriums am Dienstag in Hannover. In einem weiteren Schweinemastbetrieb sei nach Ergebnissen von Probeschlachtungen eine Belastung im Bereich des Grenzwertes ermittelt worden.

Der Landkreis Verden wollte am Nachmittag in einer Pressekonferenz Details zu der Schlachtung der Tiere und dem betroffenen Hof bekanntgeben. Niedersachsen werde Schadensersatzansprüche gegen den Verursacher des Dioxin-Skandals prüfen, sagte der Sprecher. Schließlich seien dem Land durch die Beprobungen enorme Kosten entstanden. Wie hoch diese Forderungen sein könnten, sei aber noch unklar.

„Wir werden den Verursacher für die Kosten unserer aufwendigen Kontroll- und Überwachungsaktionen der verschiedenen Behörden voll in Regress nehmen“, sagte das nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministeriums dem „Westfalen-Blatt“. Auch Schleswig-Holstein und Niedersachsen wollten Forderungen geltend machen, hieß es in dem Bericht weiter.

Auf den Verursacher der Dixon-Verschmutzung von Tierfutter kommen bereits Forderungen der betroffenen Bauern zu. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hat Ermittlungen gegen den Futterfett-Hersteller Harles & Jentzsch in Schleswig-Holstein eingeleitet.

In der Region Hannover konnte nun erstmals eindeutig belegt werden, dass mit Dioxin belastete Eier an die Verbraucher verkauft wurden. Bis Sonntag seien Eier mit dem Erzeugercode 2-DE-0350384 in den Handel gelangt. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit rät vom Verzehr dieser Eier ab. Die Eier stammen aus einem gesperrten Betrieb im Landkreis Cloppenburg.

Kommentare (3)

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Performer

11.01.2011, 15:43 Uhr

Es ist dringend geboten, die Grenzwerte für Dioxin zu erhöhen. bisher ist kein Verbraucher in seiner Gesundheit geschädigt worden. Dagegen wäre der wirtschaftliche Schaden nicht zu vertreten. Der deutsche Staat, das beamtentum und die Politik leben vom Wohlergehen der industrie und sollte dies bei den Entscheidungen berücksichtigen. Eine Schädigung der wirtschaftlichen Grundlagen wäre für alle nicht zu verkraften.

Willi Kammschott

11.01.2011, 15:57 Uhr

Worüber regt man sich auf? Es ist doch nichts Anderes als die nächste gezielte Kampagne zur politisch und medial gewollten Dezimierung (und letztlich völligen Ausrottung) der deutschen Landwirtschaft! Wenn dann einmal ALLE Lebensmittel nur noch irgendwo im Ausland produziert werden (können), z.T. unter katastrophalen Umweltstandards und unmenschlichen Arbeitsbedingungen, fragt man sich vielleicht auch mal, wie man DORT dann die Qualität und die Lebensmittelsicherheit gewährleisten kann. Dann ist es zu spät!

Margrit Steer

11.01.2011, 15:57 Uhr

@Performer

ich hoffe, ihr beitrag ist ironie.
Wenn ja, bin ich ganz bei ihnen

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