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04.12.2013

06:23 Uhr

Versicherer in Steueraffäre verstrickt

Linke wirft Commerzbank Mitwisserschaft vor

ExklusivEin ausländischer Lebensversicherer soll deutschen Anlegern bei der Steuerhinterziehung geholfen haben. Auch die Commerzbank spielt in dem Fall eine Rolle – als Zeuge. Die Linke sieht das Institut aber als Mittäter.

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Was wusste das Geldhaus von den Unregelmäßigkeiten? AFP

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Was wusste das Geldhaus von den Unregelmäßigkeiten?

BerlinMit Verwunderung hat der Vize-Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Klaus Ernst, darauf reagiert, dass im Zusammenhang mit einer mutmaßlichen Beihilfe zur Steuerhinterziehung nicht gegen die Commerzbank, sondern nur gegen Mitarbeiter einer Tochter des italienischen Versicherers Generali ermittelt wird. „Es ist absolut unglaubwürdig, dass die Commerzbank nichts gewusst haben soll. Der Generali-Chef war nicht umsonst jahrelang Aufsichtsrat der Commerzbank“, sagte Ernst Handelsblatt Online.

Die Finanzriesen hätten „über ganz Europa ein Steuerfluchtnetzwerk ausgelegt“, sagte Ernst weiter. Das müsse endlich ausgetrocknet werden. Die Linke plädiere daher für eine einfache Regel im Bankenrecht. „Wird ein Finanzinstitut dreimal bei der Beihilfe zur Steuerflucht erwischt, verliert es automatisch die Banklizenz“, sagte Ernst.

Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) begrüßte die Steuerrazzia. „Steuerbetrug ist kein Sport, sondern Betrug am Gemeinwesen. Wer dazu Beihilfe leistet oder das sogar als Geschäftsmodell betreibt, muss mit der ganzen Härte des Gesetzes rechnen“, sagte der SPD-Politiker Handelsblatt Online. Das gelte unabhängig davon, ob es sich um ausländische oder inländische Institute mit oder ohne staatliche Beteiligung handele, sagte er mit Blick auf die Beteiligung des Bundes an der Commerzbank. Deutschlands zweitgrößte Privatbank wird bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft derzeit jedoch nur als Zeuge geführt.

„Die Commerzbank kooperiert selbstverständlich vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden“, hieß nach Angaben des Instituts. Laut Staatsanwaltschaft Bochum führt und verwaltet die Bank die Depots zu denjenigen Lebensversicherungsverträgen, die die Steuerfahnder auf den Plan riefen.

Kommentare (7)

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ralf970

04.12.2013, 09:22 Uhr

"Braucht Deutschland noch eine Bank die einfach so weitermacht..." Lautet so nicht der aktuelle Werbespot der Commerzbank?
"Kehr vor deiner eigenen Tür" - so haben mir`s meine Großeltern begebracht. Das wäre nun auch der Commerzbank zu raten.

IsKlar

04.12.2013, 09:51 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

04.12.2013, 10:08 Uhr

Stimmt,eigentlich sollte man diesen "Bringern",diesen "Deutschland-nach-vorne-Bringern",alles durchgehen lassen,da fallen dann schließlich genug Krümel ab,von denen man den faulen,widerlichen linken Pöbel abspeisen kann.Wer so Wahnsinniges leistet,wie diese Teufelskerle in ihren Bankentürmen,der sollte von der Bevölkerung auf Händen getragen werden.
Wenn sie allerdings den Karren gegen die Wand fahren und nur überleben können,indem der dumme Pöbel ihre Rechnung bezahlt,dann sollten sie gefälligst verschämt die Schnauze halten.Aber man nennt sich ja schließlich nicht von ungefähr selbst "Masters of the universe".Dieses Selbstbewustsein lässt sich eigentlich durch nichts erschüttern,auch wenn man ihnen noch so viele Betrügereien Nachweist,von der Zockerei reden wir da schon lange nicht mehr.

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