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22.03.2011

08:34 Uhr

„Verstehe meine Partei nicht“

Cohn-Bendit attackiert Grünen-Haltung zu Libyen

In der Libyen-Krise hat die Bundesregierung sich den Zorn der Opposition eingefangen. Doch selbst SPD und Grüne sind uneins über das militärische Vorgehen der internationalen Gemeinschaft.

Cohn-Bendit: "Da verstehe meine eigene Partei nicht." Quelle: Reuters

Cohn-Bendit: "Da verstehe meine eigene Partei nicht."

Hamburg/BerlinDer Fraktionschef der Grünen im Europa-Parlament, Daniel Cohn-Bendit, kritisiert das Verhalten seiner Kollegen in der Libyen-Frage. Bei "Spiegel Online" äußerte er Unverständnis über die anfänglich skeptische Haltung zum Eingreifen der Alliierten auf Seiten der Gaddafi-Gegner: "Da verstehe meine eigene Partei nicht", sagte Cohn-Bendit.

Die Grünen hatten die deutsche Enthaltung im Uno-Sicherheitsrat zunächst begrüßt, inzwischen äußern sie daran Kritik. Cohn-Bendit begrüßt den Schwenk. "Im letzten Moment haben die gestandenen Realos und einige andere, auch Entwicklungspolitiker, der Partei- und Fraktionsführung gesagt: Jetzt ist Schluss mit Eurem Unsinn - wir müssen uns von der Bundesregierung distanzieren", sagte der Europa-Politiker.

Seine Partei habe in der Libyen-Frage auch nicht klüger agiert als die politische Konkurrenz. Cohn-Bendit: "Inzwischen besinnen sich die Grünen glücklicherweise wieder auf die außenpolitischen Positionen von Rot-Grün und Joschka Fischer."

Harsche Kritik äußerte der Grünen-Politiker an Kanzlerin Merkel. "Das ist die gleiche Politikerin, die vor dem Irak-Krieg die Haltung von Schröder und Fischer kritisiert hat und gegenüber den USA erklärte, Deutschland müsse sich an der Invasion beteiligen. Nun ist sie Kanzlerin und tut das Gegenteil."

Kommentare (9)

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22.03.2011, 09:27 Uhr

Keine Frage, die Grünen sind erwachsehn geworden und können die Probleme unserer Zeit besser beantworten als Merkels orientierungslose Union.
Ja, wo Merkel ist, ist die Mitte; die Mitte zwischen zwei Stühlen!!!
Europa ist gespalten. Für China ist der Weg offen.

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22.03.2011, 09:36 Uhr

Merkel denkt vom Ende her. Irgendwann ist der Krieg mit Lybien vorbei oder er wird ggf. zu lange geführt.

Dann kann man Deutschland voranschicken zu schlichten und zu mahnen. Ähnlich neutral wie die Schweiz.

Deutschland haben alle lieb, Deutschland hat für alle Geld. Und Deutschland ist voller Nazis. Ist doch klar. Deutscland soll immer Vorbild spielen in der Welt, auch wenn das schon lange nicht mehr getragen wird vom Volk. Aber der Spiegel der öffentlichen Meinung sind die ewig linken Medien und können beliebig ausblenden und einblenden.

Gutdünker-Propaganda ohne Ende.

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22.03.2011, 09:58 Uhr

Verkehrte Welt! Die Konvervativen mahnen zum Frieden und der einst Friedensbewegte will die Soldaten in den Krieg schicken. Das Schlimme ist. Keinem kann man mehr vertrauen.
Es sind Wendehälse. Alle!

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