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19.10.2014

19:43 Uhr

Versteigerung von Warhol-Bildern

„Tabubruch mit fatalen Folgen“

Die geplante Versteigerung zweier Warhol-Bilder erhitzt die Gemüter. Ist das ein Verkauf von nationalem Kulturgut oder lediglich die „Hebung stiller Reserven“? Die NRW-Landesregierung könnte Haushaltslöcher stopfen.

Moderne Kunst: „Triple Elvis“ und „Set of Four Boxes“ von Andy Warhol. Reuters

Moderne Kunst: „Triple Elvis“ und „Set of Four Boxes“ von Andy Warhol.

DüsseldorfSind Bilder des amerikanischen Künstlers Andy Warhol (1928-1987) nationales Kulturgut der Deutschen? Gut drei Wochen vor der Versteigerung von zwei seiner Bilder aus dem Besitz der NRW-Spielbanken hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) erneut vor dem Verkauf der Kunstwerke gewarnt. „Die Versteigerung der beiden Warhol-Gemälde aus öffentlichem Besitz wäre ein Tabubruch mit fatalen Folgen. Das könnte Schleusen öffnen“, sagte Grütters der „Bild am Sonntag“.

Die beiden Werke „Triple Elvis“ und „Four Marlons“ waren in den 1970er Jahren für die Spielbank Aachen gekauft worden. Seit vielen Jahren liegen sie aber im Depot. Sie sollen am 12. November bei Christie's in New York versteigert werden. Die Casino-Gesellschaft Westspiel erhofft sich Einnahmen von 100 Millionen Euro.

Grütters sprach von einem bisher nie dagewesenen Fall. „Es hat meines Wissens noch keine Landesregierung nationales Kulturgut veräußert, um damit Haushaltslöcher zu stopfen.“

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hatte dieser Sichtweise in einem am Freitag bekanntgewordenen Brief an die Direktoren aller großen NRW Kunstmuseen widersprochen. Weder seien die beiden Bilder geschütztes nationales Kulturgut noch befänden sie sich im Besitz des Landes. Ein Ankauf der Warhol-Bilder aus Steuergeldern zum Marktwert, um sie einem NRW-Museum überlassen zu können, sei „zurzeit nicht darstellbar“. Sie könne deshalb den Verkauf nicht verhindern.

Zugleich versicherte Kraft, die Landesregierung habe nicht die Absicht, Kunst aus direktem Besitz des Landes zum Zweck der Haushaltskonsolidierung zu veräußern. „Diesen Tabubruch wird es nicht geben.“ Die Spielbank-Gesellschaft schreibt seit 2009 rote Zahlen. Um dies zu ändern sei auch „die Hebung stiller Reserven durch die Veräußerung der beiden Werke von Andy Warhol“ geplant, heißt es in einer Vorlage von NRW-Finanzministeriums.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr wulff baer

20.10.2014, 08:03 Uhr

Wenn man die "Kunst" von Warhol genauer betrachtet, stellt man fest, dass jeder Fotolabor-Laborant im ersten Lehrjahr, denselben "Kunstquatsch" herstellen könnte.

Etliche übereinander gestellte Verpackungen oder ein pseudosolarisiertes Fotos einer Dosensuppe, die als "Kunst" bezeichnet werden und Fabelpreise erzielen, beweisen, dass der Kunstmarkt genauso irrational bewertet ist, wie die Produkte der Finanzindustrie.

Kurz gesagt: Überbewerteter Schrott.

Frau Ellis Müller

20.10.2014, 08:10 Uhr

Andy Warhol - deutsches Kulturgut?! Vielleicht sollte einmal mit der Definiton von deutschem Kulturgut begonnen werden. Ist es schon das Bild eines ausländischen Künstlers, das in einem deutschen Museum hängt oder ist es das Bild eines deutschen Künstlers im Museum?
Ich jedenfalls begrüße die Versteigerung von Warhlos Bildern, wenn die Einnahmen zu einer Entlastung der Steuerzahler führen.

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