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18.08.2015

06:57 Uhr

Verteilung von Flüchtlingen

UN-Kommissar sagt Deutschland Unterstützung zu

„Wir müssen die Verantwortung auf mehr Schultern in Europa verteilen“, sagt UN-Kommissar Antonio Guterres zur Verteilung von Flüchtlingen in Europa. Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland hat sich mehr als verdoppelt.

Im laufenden Jahr werden wohl weit mehr als die bislang geschätzten rund 450.000 Flüchtlinge nach Deutschland kommen. dpa

Flüchtlinge vor einer Erstaufnahmestelle

Im laufenden Jahr werden wohl weit mehr als die bislang geschätzten rund 450.000 Flüchtlinge nach Deutschland kommen.

BerlinUN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres hat Deutschland Unterstützung bei der Forderung nach einer gleichmäßigeren Verteilung von Flüchtlingen unter den EU-Staaten zugesichert. Es sei nicht tragbar, dass nur Deutschland und Schweden leistungsfähige Asylstrukturen aufwiesen und die Mehrheit der Flüchtlinge aufnähmen, sagte Guterres der „Welt“ (Dienstagausgabe) nach einem Vorabbericht.

„Wir müssen die Verantwortung auf mehr Schultern in Europa verteilen“, forderte er.

Was treibt Flüchtlinge nach Europa?

Syrien

Die Syrer stellen die größte Gruppe; 2014 kamen nach Angaben der Grenzschutzagentur Frontex 66 700. Millionen Syrer sind auf der Flucht vor einem extrem brutal ausgetragenen Religions- und Bürgerkrieg; viele sind Flüchtlinge im eigenen Land oder gingen in die Türkei und den Libanon.

Eritrea

Das Land am Horn von Afrika gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Präsident Isaias Afwerki regiert seit 1993 mit eiserner Faust. Oppositionelle werden ermordet oder inhaftiert. Viele junge Menschen fliehen vor dem Militärdienst. Laut Frontex nahmen 2014 rund 34 300 Menschen aus Eritrea das Risiko einer Überfahrt auf sich.

Afghanistan

Nach vielen Jahren Bürgerkriegs liegen Infrastruktur und Wirtschaft des Vielvölkerstaats am Boden. Industrie gibt es kaum. Dafür floriert der Drogenhandel und die Taliban sind unbesiegt. Viele Afghanen sehen daher keine Zukunft in ihrer Heimat.

Mali

Die 16 Millionen Einwohner des armen Wüstenstaates kämpfen um das tägliche Überleben. Nach einem Militärputsch hatten Islamisten 2012 den Norden erobert und waren erst von einer internationalen Truppe zurückgeworfen worden. Die Sicherheitslage bleibt prekär und die Korruption hemmt die Entwicklung.

Nigeria

Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram hat in Teilen des Nordostens einen Gottesstaat ausgerufen. Ihre Angriffe kosteten Tausende das Leben. 1,5 Millionen Menschen flohen vor der Miliz in andere Landesteile oder ins Ausland. Mehr als die Hälfte der Einwohner des potenziell reichen Landes lebt in extremer Armut.

Guterres zufolge haben seit Jahresbeginn rund 240.000 Flüchtlinge die Küsten Europas erreicht.

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere will in dieser Woche eine neue Prognose vorlegen, wie viele Flüchtlinge in diesem Jahr erwartet werden. Er hat eine „erheblich höhere“ Zahl angekündigt als die bisher geschätzten 450.000. Nach Handelsblatt-Informationen dürften es 750.000 werden.

Die Zahl der Asylbewerber hat sich ersten Halbjahr im Vergleich zum vorigen Jahr auf rund 179.000 mehr als verdoppelt.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Herr Peter Schaak

18.08.2015, 09:14 Uhr

Das Porblemfolgen sollen also verteilt werden. Wie wäre es, das Problem zu lösen?

Herr Peter Spiegel

18.08.2015, 09:22 Uhr

http://www.welt.de/politik/ausland/article145322513/Deutschland-nimmt-laut-UN-zu-viele-Fluechtlinge-auf.html

Die Regierung Merkel ist so blöd, daß sie sogar bei der UN auffällt.

Frau Margrit Steer

18.08.2015, 12:16 Uhr

Auch die UN muß begreifen, dass das natürlich einen Grund hat.
Nirgendwo gibt es so viel Geld und das weiß man bis ins letzte afrikan. Dorf

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