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27.04.2015

12:20 Uhr

Verwaltungskosten für Hartz IV

Bund zahlt 200 Millionen Euro mehr

Im vergangenen Jahr fielen für den Bund 200 Millionen Euro mehr Verwaltungskosten für Hartz-IV-Empfänger an als im Jahr davor. Laut eines Medienberichts sind die Kosten pro Hartz-IV-Bezieher auf einem neuen Höchststand.

Auf diesen Wert summierten sich im vergangenen Jahr die Verwaltungskosten für Hartz-IV-Empfänger. dpa

4,7 Milliarden Euro

Auf diesen Wert summierten sich im vergangenen Jahr die Verwaltungskosten für Hartz-IV-Empfänger.

BerlinDie Verwaltungskosten des Bundes für die Betreuung von Hartz-IV-Empfängern sind im vergangenen Jahr auf 4,7 Milliarden Euro gestiegen. Das seien rund 200 Millionen Euro mehr als im Jahr davor, schrieb die „Bildzeitung“ unter Berufung auf eine Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion. Demnach fielen im vergangenen Jahr je erwerbsfähigem Hartz-IV-Bezieher Verwaltungskosten von 1069 Euro an.

Was ist Hartz IV

Wichtigstes Reform-Ziel

Menschen ohne Job wieder in Arbeit zu bringen.

Motto der Reform

Langzeitarbeitslose fördern und fordern. Kritiker sagen, das Fördern komme zu kurz.

Wer bekommt wie viel?

Als Grundsicherungsleistung erhalten Langzeitarbeitslose das Arbeitslosengeld II, besser bekannt als Hartz IV. Dieses liegt derzeit für einen Single bei 391 Euro im Monat, plus Miete und Heizkosten. Für Partner in einer Bedarfsgemeinschaft liegt der Regelsatz bei jeweils 352 Euro.

Sehr begrenzte Jobauswahl

Wer Hartz IV in Anspruch nimmt, muss jeden zumutbaren Job annehmen. Auch wenn dieser schlecht bezahlt ist. Wer sich verweigert oder Termine im Jobcenter schwänzt, riskiert Leistungskürzungen. Wenn Anfang 2015 der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro in Kraft tritt, profitieren Langzeitarbeitslose, die eine Stelle finden, davon nur bedingt: Erst nach sechs Monaten haben sie Anspruch auf Mindestlohn.

Bedarfsleistung

Hartz IV ist eine Bedarfsleistung. Das heißt: Nur wer bedürftig ist, bekommt sie. Einkommen oder eigenes Vermögen werden angerechnet. Bei einem Hinzuverdienst beträgt die Freigrenze 100 Euro im Monat.

Aufstocker

Wer Vollzeit arbeitet, aber so wenig verdient, dass er damit seinen Lebensunterhalt und den der Familie nicht sichern kann, hat auch Anspruch auf Hartz IV: Dies sind die sogenannten Aufstocker.

Wie viele bekommen es?

Von den 2013 insgesamt 3,14 Millionen Arbeitslosen (Jahresdurchschnitt) waren 2,03 Millionen Bezieher von Hartz-IV-Leistungen.

Das war dem Bericht zufolge ein neuer Höchststand. Ein Jahr zuvor hätten die Kosten bei 1016 Euro im Jahr gelegen. Durchschnittlich betreute demnach ein Mitarbeiter im Jobcenter 111 Arbeitslosengeld-II-Empfänger – allerdings mit regional großen Unterschieden. In Flensburg kamen laut „Bildzeitung“ auf einen Mitarbeiter 153 Hartz-Empfänger, in Coburg dagegen nur 73.

Von

afp

Kommentare (1)

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Herr Niccolo Machiavelli

27.04.2015, 14:14 Uhr

Die Besoldung der Beamten und Angestellten in den Jobcentern ist zu hoch. Sie sollte leistungsgerecht auf Hartz-IV-Niveau angepasst werden.

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