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22.05.2014

13:13 Uhr

„Vielfalt ist auch anstrengend“

Gauck fordert mehr Offenheit für Zuwanderer

Angesichts der steigenden Zahlen hofft Bundespräsident Joachim Gauck auf mehr Offenheit der Deutschen gegenüber den „Neuen“. Die Vielfalt sei auch anstrengend. Die eigene Kultur soll aber auch bewahrt werden.

Bundespräsident Joachim Gauck plädiert auch für die Wahrung eigener kultureller Werte und Traditionen. „Wer vom Bundespräsidenten eine Weihnachtskarte bekommt, wird weiterhin 'Frohe Weihnachten' lesen und nicht etwa 'Seasons greetings'“. dpa

Bundespräsident Joachim Gauck plädiert auch für die Wahrung eigener kultureller Werte und Traditionen. „Wer vom Bundespräsidenten eine Weihnachtskarte bekommt, wird weiterhin 'Frohe Weihnachten' lesen und nicht etwa 'Seasons greetings'“.

BerlinBundespräsident Joachim Gauck hat die Deutschen aufgerufen, Chancen der Einwanderung zu nutzen und Schwierigkeiten zugleich offen anzusprechen. „Probleme dürfen nicht verschwiegen werden, weil die falsche Seite applaudieren könnte“, sagte er am Donnerstag in Berlin bei einer Feier zur Einbürgerung von 23 neuen Bundesbürgern aus mehr als einem Dutzend Herkunftsländer.

Im Schloss Bellevue überreichte Gauck ihnen die Einbürgerungsurkunden und eine Ausgabe des Grundgesetzes. Die Feierstunde war Teil der Veranstaltungen zum 65. Jahrestag des Grundgesetzes, das am 24. Mai 1949 in Kraft trat.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts zogen 2013 rund 1,226 Millionen Menschen nach Deutschland - so viele wie seit 20 Jahren nicht. Die meisten Zuwanderer - nämlich 727.000 - kamen demnach aus der Europäischen Union (EU). Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hatte am Dienstag mitgeteilt, Deutschland sei zu einem der beliebtesten Einwanderungsländer weltweit geworden. Die Bundesrepublik liege gleich hinter den USA erstmals auf Platz zwei.

Gauck nannte es angesichts dessen, dass jeder fünfte Bundesbürger inzwischen familiäre Wurzeln im Ausland habe, skurril, „wenn manche der Vorstellung anhängen, es könne so etwas geben wie ein homogenes, abgeschlossenes, gewissermaßen einfarbiges Deutschland“. Er fügte hinzu, „Alt-Deutsche wie Neu-Deutsche“ sollten sich tolerant begegnen - „als Gleiche und doch Verschiedene“. Vielfalt solle nicht gefürchtet, sondern zukunftsorientiert bejaht werden.

Er wünsche sich einen Alltag, in dem das Eigene geachtet und dem Anderen Raum gegeben werde. „Wer seine eigenen kulturellen Werte gering schätzt, wird kaum von Anderen Respekt dafür erhalten“, sagte Gauck. „Wir wollen nicht, dass Kindergärten aus falsch verstandener Rücksicht auf Sankt-Martins-Umzüge verzichten oder Belegschaften die Weihnachtsfeier in "Jahresabschlussfeier" umtaufen.“

Positiv äußerte sich Gauck zur doppelten Staatsbürgerschaft, die einige der Anwesenden nun besäßen. Dies sei „Ausdruck der Lebenswirklichkeit einer wachsenden Zahl von Menschen“.

Der Bundespräsident wünschte sich eine gelassene Debatte über Probleme, die mit der Einwanderungsgesellschaft auch verbunden seien. Als Beispiele nannte er Ghettobildung, Jugendkriminalität, patriarchalische Weltbilder, Homophobie, Sozialhilfekarrieren und Schulschwänzer. „Gleichzeitig müssen wir aber darauf achten, mit Kritik an diesen Phänomenen nicht ganze Gruppen zu stigmatisieren.“

Gauck machte aber auch klar: „Es kann keine mildernden Umstände geben für kulturelle Eigenarten, die unseren Gesetzen zuwiderlaufen.“ Es müsse „null Toleranz“ gegenüber jenen gelten, die den Grund der Verfassung verließen.

„In manchen Fragen wird kein Kompromiss alle Beteiligten zufriedenstellen und allen Bedenken Rechnung tragen.“ Zugleich plädierte er für die Wahrung eigener kultureller Werte und Traditionen. „Wer vom Bundespräsidenten eine Weihnachtskarte bekommt, wird weiterhin 'Frohe Weihnachten' lesen und nicht etwa 'Seasons greetings'“, sagte Gauck. Die Deutschen lernten, eine größere Pluralität zu akzeptieren und als Normalität zu empfinden. „Was deutsch ist, ist nicht leicht zu fassen, und es verändert sich auch“, sagte er.

Kommentare (26)

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22.05.2014, 13:19 Uhr

Herr Gauck, lassen Sie doch einfach mal das Volk selbst über Art, Umfang und Kriterien für die Zuwanderung entscheiden, dann wird diese auch sicher besser akzeptiert.

Account gelöscht!

22.05.2014, 13:30 Uhr

Der schlechteste Präsidentendarsteller, auch bekannt als Gauckler meldet sich mal wieder mit seinen Vorderungen zu Wort. Hoffentlich bekommt er bald seinen Zapfenstreich.

Account gelöscht!

22.05.2014, 13:30 Uhr

Der schlechteste Präsidentendarsteller, auch bekannt als Gauckler meldet sich mal wieder mit seinen Vorderungen zu Wort. Hoffentlich bekommt er bald seinen Zapfenstreich.

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