Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.01.2005

15:55 Uhr

Vier Wohnungen durchsucht

Polizei fasst zwei El-Kaida-Männer

Am Morgen schlugen die Fahnder in Mainz zu: Bei einer Razzia hat die Polizei zwei mutmaßliche Mitglieder der Terrororganisation El Kaida festgenommen. Die beiden Männer sollen Selbstmordattentate im Irak und die Beschaffung von Nuklearmaterial für die Terrororganisation geplant haben.

Generalbundesanwalt Kay Nehm Foto: dpa

Generalbundesanwalt Kay Nehm Foto: dpa

HB KARLSRUHE. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft handelt es sich um einen 29-jährigen Iraker und einen 31 Jahre alten staatenloseb Palästinenser. Insgesamt wurden vier Wohnungen in Bonn und Mainz durchsucht, sagte Generalbundesanwalt Kay Nehm am Sonntag vor Journalisten in Karlsruhe.

Nach den bisherigen Ermittlungen sei der 29-Jährige Ibrahim Mohamed K. ein hochrangiges El-Kaida-Mitglied und habe auch Kontakt zu dem Moslemextremisten Osama bin Laden gehabt. Er sei damit beauftragt gewesen, für das Extremisten-Netz von Deutschland aus die Anschläge zu organisieren und Attentäter zu rekrutieren. Zudem sollte er 48 Gramm hoch angereichertes Uran besorgen, das bereits bei einer Luxemburger Gruppe gelegen habe. Dies sei ihm allerdings nicht gelungen. Das Material allein wäre nicht zum Bau einer Bombe geeignet gewesen, sagte Nehm. Wohin das Uran verschickt werden sollte und wozu es bestimmt gewesen sei, sei bislang nicht bekannt.

Der 31-jährige Medizinstudent Yasser Abu S. sei hingegen von dem Iraker im September 2004 als Selbstmordattentäter im Irak rekrutiert worden. „Genaueres zu dem Anschlag wissen wir nicht, aber er wäre wohl nach den üblichen Mustern abgelaufen“, sagte Nehm. Es lägen keine Erkenntnisse dafür vor, dass die beiden eine eigenständige Al-Kaida-Zelle in Deutschland gegründet hätten oder dass sie hier ein Attentat geplant hätten. Die Männer seien bereits seit längerer Zeit von der Mainzer Polizei überwacht worden. Beide sollen am Montag einem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof vorgeführt werden, der dann über die Haftbefehle entscheidet. Ihnen wird laut Nehm die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Bei den Durchsuchungen sei umfangreiches Beweismaterial beschlagnahmt worden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×