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14.05.2014

16:44 Uhr

Vizepräsidenten-Sohn Biden

US-Personalie droht Ukraine-Krise zu verschärfen

Ein Sohn von US-Vizepräsident Joe Biden übernimmt einen wichtigen Posten bei einem ukrainischen Gas-Konzern. In Deutschland löste der Vorgang Empörung aus. Die Linke rechnet mit einer Verschärfung der Krise.

Hunter Biden sitzt ab sofort im Direktorium des ukrainischen Ölunternehmens Burisma. ap

Hunter Biden sitzt ab sofort im Direktorium des ukrainischen Ölunternehmens Burisma.

BerlinDie Sprecherin für internationale Beziehungen der Linksfraktion im Bundestag, Sevim Dagdelen, hat mit scharfer Kritik auf die Berufung des Sohns von US-Vize-Präsident Joe Biden in das Direktorium des größten privaten Gasproduzenten der Ukraine reagiert. „Die Berufung von Hunter Biden ist natürlich ein Schlag ins Gesicht all derjenigen, die sich jetzt um eine Lösung am Runden Tisch bemühen. Das betrifft auch die späte Initiative des deutschen Außenministers Steinmeier für einen nationalen Dialog unter Beteiligung der Ostukraine“, sagte Dagdelen Handelsblatt Online.

„Offenbar geht es bei dem Konflikt in der Ukraine von Seiten der USA in erster Linie um eine handfeste Auseinandersetzung um Ressourcen und Kapital“, sagte die Linkspartei-Abgeordnete weiter. „In jedem Fall ist Joe Biden für weitere Vermittlungsbemühungen diskreditiert“ Dagdelen sprach  von „schwerwiegenden Interessenkonflikten“ auf Seiten der US-Regierung. „Zumindest erscheint jetzt die äußerst positive Haltung von US-Vizepräsident Joe Biden für die ukrainische Regierung, an der Faschisten beteiligt sind, in einem ganz neuen Licht“, sagte sie. „Dies wird denjenigen Kräften in der Ukraine Auftrieb geben, die sich hilfesuchend an Russland wenden.“

Der eskalierende Machtkampf in der Ostukraine

Nach dem Sturz...

... der moskautreuen Führung in Kiew und dem Anschluss der Krim an Russland ist der Konflikt um die mehrheitlich russischsprachige Ostukraine eskaliert.

Erste Ausschreitungen...

... gibt es am 6. April. Bei Demonstrationen in der Ostukraine gibt es massive Ausschreitungen. Moskautreue Aktivisten besetzen Verwaltungsgebäude in den Millionenstädten Charkow und Donezk.

Die Besetzer...

... fordern am 7. April erstmalig Referenden über eine Abspaltung der Ostukraine von Kiew und rufen eine souveräne Volksrepublik aus. In weiteren Orten werden Gebäude besetzt.

Ein „Anti-Terror-Einsatz“...

... am 13. April gegen Separatisten in Slawjansk fordert Tote und Verletzte. In Charkow werden bei Zusammenstößen von Gegnern und Anhängern einer Annäherung an Russland Dutzende verletzt.

Barack Obama...

... telefoniert am 14. April mit Kremlchef Wladimir Putin. Der US-Präsident äußert sich darin besorgt darüber, dass Moskau die prorussischen Separatisten unterstütze. Putin bestreitet eine Einmischung.

Ein Friedensplan...

... wird am 18. April bei einem internationalen Treffen in Genf beschlossen. Wichtigster Punkt: Die Separatisten sollen die Waffen niederlegen und besetzte Gebäude räumen.

Mit Panzern und Hubschraubern...

... gehen Regierungstruppen am 24. April bei Slawjansk gegen Separatisten vor. Putin verurteilte den Einsatz der ukrainischen Armee als „sehr ernstes Verbrechen“, das „Folgen“ für die Regierung in Kiew haben werde.

Militärbeobachter der OSZE...

... werden am 25. April von Separatisten in deren Gewalt gebracht, darunter sind vier Deutsche. In Slawjansk beschuldigt der örtliche Separatistenführer Wjatscheslaw Ponomarjow die Gruppe der Spionage.

Zurschaustellung der Geiseln...

...am 27. April. Die OSZE-Geiseln werden von Ponomarjow der Presse vorgeführt. Sie sollen gegen inhaftierte Separatisten ausgetauscht werden.

Neue Sanktionen...

... gegen Moskau verhängen die EU und die USA am 28. April aus Verärgerung über das Vorgehen Russlands gegen Moskau. Am selben Tag wird in Charkow der Bürgermeister durch einen Schuss schwer verletzt. Auf dem Militärflugplatz Kramatorsk beschießen Unbekannte Regierungseinheiten.

Die prorussischen Militanten...

... besetzen 30. April in Lugansk und Gorlowka weitere Gebäude. In Kiew räumt Übergangspräsident Alexander Turtschinow ein, die Kontrolle über Teile des Landes verloren zu haben.

Der Gegenschlag...

... von Kiew erfolgt am 2. Mai. Truppen der ukrainischen Armee, der Nationalgarde und des Innenministeriums gehen in Slawjansk und Kramatorsk massiv gegen die Separatisten vor.

Der Russland-Berichterstatter der Unions-Bundestagsfraktion im Auswärtigen Ausschuss, Karl-Georg Wellmann (CDU), reagierte gelassen auf die Personalie. „Das ist in der Ukraine doch nichts Ungewöhnliches“, sagte Wellmann Handelsblatt Online. „Der Sohn des vorigen ukrainischen Staatspräsidenten (Viktor Janukowitsch) war schließlich im Lande auch unternehmerisch tätig.“

Hunter Biden, ein Sohn von US-Vizepräsident Joe Biden, sei für die Rechtsabteilung der privaten Firma Burisma zuständig – nach eigenen Angaben der größte unabhängige Gasversorger der Ukraine, wie das „Wall Street Journal“ berichtet. Der 44-Jährige ist nach Angaben des Unternehmens seit April als einer der Direktoren tätig. Auch ein früherer Mitbewohner des Stiefsohns von US-Außenminister John Kerry arbeitet dort als ein Direktor. Sowohl Kerry als auch Joe Biden sind als US-Regierungsmitglieder tief in die politischen Vorgänge in dem Land einbezogen.

Kommentare (12)

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14.05.2014, 17:27 Uhr

Mir wird immer bewusster: Die schlimmsten Frieden-Stöhrer, Unruhe-Stifter und Kriegs-Treiber sind die Polit-USA und ihre Finanz-Verbrecher-Syndikate, die nur ein Interesse haben, und das ist Macht über Politik, Finanzen und die Menschen all over the world. Putin ist für mich aktuell glaubwürdiger als das korrupte, verlogene und kaputte Polit-Amerika. Und ich betone: Es ist nicht die normale amerikanische Bevölkerung, die unter den Polit-Ganoven ebenso wie die Menschen welt-weit leiden müssen..!

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14.05.2014, 17:28 Uhr

Genauso wie die politische Klasse lange dachte, es habe keine Konsequenzen, jahrelang über die Sensibilitäten und auch die Würde Russlands und anderer Mächte hinwegzusehen, genauso wird es passieren, dass die politische Klasse irgendwann überrascht sein wird, dass ihre hemmungslose Klientelpoltik und ihr bodenloser Nepotismus auf die nicht mehr bremsbare Wut der Bürger stößt.

Account gelöscht!

14.05.2014, 17:29 Uhr

Zitat : US-Personalie droht Ukraine-Krise zu verschärfen

vor allem die Donetzker Volksrepublik mit der Lugansker Volksrepublik werden agressiver gegen die Junta-Regierung vorgehen : nach Blackwater Eisatz ( bewaffnete Soeldner mit Jagtambitione auf Zivilisten ) zeigendie Yankees jetz, worum es ihnen in der Ukraine wirklich geht !

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