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06.05.2012

16:03 Uhr

Voerdal

Aus für Aluhütte alarmiert Wirtschaftspolitiker

VonKlaus Stratmann

Das drohende Aus der Aluminiumhütte Voerdal im niederrheinischen Voerde ist aus Sicht von Wirtschaftspolitikern der Vorbote einer drohenden Deindustrialiserung aufgrund steigender Strompreise.

Joachim Pfeiffer (CDU). dpa

Joachim Pfeiffer (CDU).

BerlinDie Bundesregierung müsse jetzt „ein klares Signal für den Erhalt des Industriestandortes setzen“, heißt es in einem Brief des wirtschaftspolitischen Sprechers der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer (CDU), an Kanzlerin Angela Merkel. In dem Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt, fordert Pfeiffer von der Bundesregierung, ihre Zusagen zur Entlastung der energieintensiven Branchen jetzt umzusetzen. Mit Voerdal stehe „ein für die industrielle Wertschöpfungskette systemrelevantes energieintensives Unternehmen vor dem Aus“. Rasches Handeln sei erforderlich.

Voerdal hat nach Angaben der IG Metall Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen, das 410 Mitarbeiter beschäftigt und dem niederländischen Investor Gary Klesch gehört, war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. In Gewerkschaftskreisen hieß es, die hohen Stromkosten seien Hauptgrund für die Insolvenz.

Zu den Zusagen der Bundesregierung, an die Pfeiffer in seinem Schreiben erinnert, gehört die Kompensation der Zusatzkosten beim Strom, die den Energieintensiven ab 2013 durch den Emissionshandel entstehen. Außerdem appelliert Pfeiffer an die Kanzlerin, für eine rasche Verabschiedung der geplanten Verordnung über die Vergütung abschaltbarer Lasten zu sorgen. Der Entwurf aus dem Wirtschaftsministerium sieht vor, dass große Verbraucher aus der Industrie gegen eine Vergütung vom Stromnetz genommen werden können, wenn dadurch das Netz stabilisiert werden kann.

Kommentare (36)

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bjarki

06.05.2012, 16:41 Uhr

Die Bundesregierung will eine andere Politik. Die Deindustrialisierung des Landes geht mit der Verarmungsstrategie einher, um eine neues politisches System in Deutschland und Europa ( wenn es dann gelingt) zu installieren. Was hier im Artikel als Mahnung gemeint ist, ist in Wahrheit bereits eines der ersten Ergebnisse.

Heinrich

06.05.2012, 16:52 Uhr

Wen wundert es? Hat doch die Frau Merkel alles im Griff und der Wolfgang Schäuble auch. Nur keine Panik, bald ist alles vorbei und wir werden wieder mit Muscheln und Glasperlen bezahlen. Hosenknöpfe dürften auch dazu beitragen. Alles armselige Wichtigmacher im politischen Moloch Berlin. Weiter so unter dem Motto: arbeiten, Klappe halten und sonntags beten.

vandale

06.05.2012, 17:57 Uhr

Deutschland war dank der Kohlevorkommen an der Ruhr, Oberschlesien, Saarland und der Braunkohlevorkommen bis in die 60er Jahre die Energiezentrale Europas und im WK II 2. grösster Energieverbraucher der Welt. Mit dem Niedergang der Steinkohle bedingt durch die geologisch nicht idealen Bedingungen an der Ruhr und Saar in Verbindung mit sehr niedrigen Oelpreisen verschwand der Vorteil. Die Braunkohle und abgeschriebene Kernkraftwerke böten noch heute sehr wettbewerbsfähige Energiequellen.
Mit dem Rückzug der Kirchen aus dem Leben der Menschen suchten die Menschen Spiritualität in einem neuen Glauben, der Oekoreligion. Mit der Oekosaga des Waldsterbens dass die Menschheit ersticken lassen sollte kam die BIMSCH. Kohle- und Schwerölfeuerungen wurden durch teures Erdgas ersetzt, bzw. die Produktionen verlagert. Der dummpfe Glauben an dämonische Atomstrahlen hat zur Stilllegung, bzw. zum Nichtbau Dutzender moderner Kernkraftwerke geführt.
Mittlerweile werden in Deutschland nur mehr wenige energieintensive Produkte hergestellt.

Die aktuelle Oekolegende der CO2 Klimakatastrophe bei der die Menschheit in einer Klimahölle erschwitzen soll wenn sie nicht Ablass in Zertifikaten des Herrn Gore (CDM Zertifikate), oder Windmühlen sucht, führen zum Verschwinden vieler energieintensiver Prozesse.

Die höchsten Nettorealeinkommen wurden in D 1981 bzw. 1991 (WIWO, Spiegel) erreicht, der höchste Energie Pro Kopf Verbrauch in den 80er Jahren. Seitdem sind beide Wohlstandsindikatoren rückläufig.

Ein Vorbild für Deutschland könnte Nordkorea mit seinem vorbildlich niedrigen CO2 Emissionen und seinem sozialistischen System ohne neoliberale Bonusbänker sein.

Vandale

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