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02.03.2016

20:07 Uhr

Volker Beck und Crystal Meth

Grünen-Politiker mit Drogen erwischt

Volker Beck legt seine politischen Ämter nieder. Er wird des Konsums von Drogen verdächtigt, insbesondere von Crystal Meth. Die Polizei fand die Substanz bei einer Kontrolle. In den sozialen Medien reagieren die Nutzer hämisch.

Der Grünen-Politiker Volker Beck legt all seine Ämter nieder – wegen des Vorwurfs des Drogenkonsums. dpa

Crystal Meth

Der Grünen-Politiker Volker Beck legt all seine Ämter nieder – wegen des Vorwurfs des Drogenkonsums.

Berlin/ Düsseldorf.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck ist über schwere Drogen-Vorwürfe gestolpert. Die Berliner Staatsanwaltschaft bestätigte am Mittwoch den Fund eines verdächtigen Stoffs bei dem 55-Jährigen. Beck sei am Dienstag bei einer Polizeikontrolle in Berlin mit 0,6 Gramm „einer betäubungsmittelverdächtigen Substanz“ aufgefallen, sagte der Sprecher der Behörde, Martin Steltner, am Mittwoch der dpa. Die „Bild“-Zeitung hatte als erstes über den Vorfall berichtet. Dem Blatt zufolge soll es sich bei dem Fund um die synthetische Droge Crystal Meth handeln. Beck äußerte sich nicht näher zu den Vorwürfen, erklärte aber, dass er seine Ämter in der Fraktion zur Verfügung stelle.

Laut Staatsanwaltschaft wurde Beck am Dienstagabend gegen 23 Uhr am Berliner Nollendorfplatz von Polizisten kontrolliert. Dabei wurde der verdächtige Stoff gefunden. Ob es sich tatsächlich um das gefährliche Rauschgift Crystal Meth handelte, blieb zunächst offen. „Wir können noch nicht klar sagen, was es ist“, sagte Steltner. „Das muss noch untersucht werden.“

Es gebe einen Anfangsverdacht gegen Beck. Derzeit werde aber nicht gegen ihn ermittelt, betonte der Sprecher und verwies auf die Immunität Becks, die ihn als Bundestagsabgeordneter vor Strafverfolgung schützt. Die Staatsanwaltschaft kann die Aufhebung der Immunität beim Bundestag beantragen, in der Regel wird einem solchen Antrag zugestimmt. Die Polizisten hatten am Abend Becks Personalien festgestellt, ihn danach aber wieder gehen lassen. „Er hat sich nicht widersetzt“, sagte Steltner zu Becks Verhalten bei der Polizeikontrolle.

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Crystal Meth gilt als gefährliches Rauschmittel. Die synthetische Substanz wird meist geschnupft oder inhaliert. Im Sommer 2014 hatte ein ähnlicher Fall – ein Crystal-Meth-Fund bei einem Parlamentarier – bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

Beck erklärte, er stelle seine Ämter als innen- und religionspolitischer Sprecher der Fraktion sowie als Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe zur Verfügung. „Ich habe immer eine liberale Drogenpolitik vertreten. Zu den gegen mich erhobenen Vorwürfen wird mein Anwalt zu gegebener Zeit eine Erklärung gegenüber der Staatsanwaltschaft abgeben.“ Öffentlich werde er sich nicht dazu einlassen. Bei Facebook schrieb der Politiker zusätzlich: „Meinen Freunden und Unterstützern danke ich für ihr Verständnis und schon jetzt für ihre Unterstützung.“

Die Parlamentarische Fraktionsgeschäftsführerin der Grünen, Britta Haßelmann, äußerte sich nur knapp. „Wir nehmen die persönliche Entscheidung von Volker Beck mit Respekt zur Kenntnis und werden das Gespräch mit ihm suchen“, erklärte sie. „Zum Sachverhalt kann ich nichts sagen. Da gilt es, die Ermittlungen abzuwarten.“

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sagte der Sender n-tv, Crystal Meth sei sicher „keine ganz einfache Droge“. „Es ist immer bedauerlich, wenn jemand solche Drogen zu sich nimmt.“ Beck werde sich darum bemühen müssen, Unterstützung zu erhalten, „dass er von den Drogen wegkommt“.

Der 55-jährige Beck ist seit 1994 ist er Mitglied des Deutschen Bundestags: Er war er innenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion, Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages und Sprecher für Religionspolitik seiner Fraktion. Zuvor war Beck Mitglied des Parteirates (bis 2013) und Sprecher der Landesgruppe von NRW im Bundestag.

Während seiner Laufbahn setzte er sich vor allem für Menschenrechte, Religionsfreiheit und rechtlicher Gleichstellung von Homosexuellen ein. Beck war Mitglied im Bundesverband Homosexualität und arbeitete mit an der Entwicklung des „Schwulenverbands in der DDR“ zum „Schwulenverband in Deutschland“. Er war von 1991 bis 2004 einer der Sprecher des lesbisch-schwulen Bürgerrechtsverbands.

Beck selbst lebte in einer langjährigen Partnerschaft mit einem Manager und Aktivisten. 2008 ging er eine Lebenspartnerschaft mit ihm ein. Im Juli 2009 starb Becks Partner an Krebs.

Kommentare (42)

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Rainer von Horn

02.03.2016, 16:21 Uhr

Bereits vor 15 jahren wurden auf den Bundestagstoiletten Koksspuren gefunden:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/koks-verdacht-im-bundestag-csu-politiker-will-haarprobe-fuer-abgeordnete-a-101041.html

Das hier ist nur die Spitze des Eisbergs. Und ein paralmentarischer Drogenkonsum könnte auch die ein oder andere politisch fragwürdige Entscheidung erkären helfen....

Herr Grutte Pier

02.03.2016, 16:22 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

02.03.2016, 16:22 Uhr

Was ist das Problem ?! Kiffen ist doch bei den Öko-Terrorristen normal. Sonst kann man(n) ja auch nicht deren Politik mit Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen, Autos die wie Zahnbürsten klingen sollen etc. nachvollziehen !

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