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18.01.2005

09:59 Uhr

Vom Haftbefehl bis zur Auslieferung

Chronologie: Die Flucht des Ludwig-Holger Pfahls

1999 flüchtete Ludwig-Holger Pfahls vor der Justiz. Jetzt wird der ehemalige deutsche Staatssekretär von Frankreich an die Bundesrepublik ausgeliefert.

HB AUGSBURG. Die Ermittlungen rund um den Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber enthüllten 1999 die CDU-Spendenaffäre. Ermittlungen führten auch auf die Spur des früheren Verteidigungsstaatssekretär Pfahls, der für ein Panzergeschäft mit Saudi-Arabien Schmiergeld von Schreiber erhalten haben soll. Die wichtigsten Stationen der Verfolgung und Festnahme von Pfahls:

22. April 1999 - Das Amtsgericht Augsburg erlässt Haftbefehl gegen Pfahls. Die Generalstaatsanwaltschaft in München überprüft die Entscheidung. In der Zeit bis zur Vollstreckung setzte sich Pfahls ins Ausland ab. Seine Spur verliert sich in Hongkong.

20. November 2001 - Das Bundeskriminalamt (BKA) setzt Pfahls auf die Liste der meistgesuchten Personen und fahndet über Internet.

5. Dezember 2001 - Die Staatsanwaltschaft Augsburg erhebt Anklage wegen Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung. Pfahls soll für die Vermittlung eines Panzergeschäfts mit Saudi-Arabien von Schreiber rund zwei Millionen Euro bekommen und nicht versteuert haben.

29. August 2002 - Das Augsburger Landgericht lässt die Anklage gegen Pfahls zu, dessen Aufenthaltsort nach wie vor unbekannt ist. Er wird in Südostasien oder Südafrika vermutet.

30. Juni 2004 - Die Münchner „Abendzeitung“ berichtet, der Gesuchte habe mit einem in Frankreich aufgegebenen Fax Kontakt mit einem Anwalt aufnehmen wollen.

13. Juli 2004 - Pfahls wird von Zielfahndern des Bundeskriminalamtes in Paris gestellt und lässt sich widerstandlos festnehmen.

19. Juli 2004 - Die Augsburger Staatsanwaltschaft schickt einen 60 Seiten starken Auslieferungsantrag an die französischen Behörden.

28. Juli 2004 - Pfahls stimmt zunächst einer „beschleunigten Auslieferung“ zu, widerruft aber später sein Einverständnis.

17. November 2004 - Das Berufungsgericht in Paris verfügt die Auslieferung von Pfahls an Deutschland. Dieser verzichtet auf Rechtmittel gegen die Entscheidung.

15. Dezember 2004 - Frankreichs Premierminister Jean-Pierre Raffarin unterzeichnet das Auslieferungsdekret.

Januar 2005 - Pfahls soll nach Deutschland in die Justizvollzugsanstalt Augsburg überstellt werden.

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