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31.05.2015

12:02 Uhr

Von der Leyen in Asien

Schreckmoment vor dem Frühstück

Auszeit von G36-Affäre und Ukrainekrise: Verteidigungsministerin von der Leyen schaut sich in Asien die Welt von einer anderen Seite an. Sie will dort lernen und zuhören. Kurz vor der Abreise gibt es einen Zwischenfall.

Vor ihrem Besuch der Sicherheitskonferenz in Singapur war die Verteidigungsministerin in Indien. dpa

Stillgestanden für von der Leyen

Vor ihrem Besuch der Sicherheitskonferenz in Singapur war die Verteidigungsministerin in Indien.

Eine Bundesverteidigungsministerin ist in erster Linie für die Verteidigung des eigenen Landes zuständig. In zweiter Linie muss sie sich um den Schutz des Nato-Gebietes kümmern. Erst dann ist die Sicherheit im Rest der Welt an der Reihe - vor allem die in der näheren Nato-Umgebung. Was bitteschön macht Ursula von der Leyen dann in Singapur?

Der südostasiatische Stadtstaat in der Nähe des Äquators ist 13 Flugstunden von Deutschland entfernt. Bis zum östlichsten Punkt der Nato in der Türkei sind es immerhin noch 7000 Kilometer. Das Land, das kleiner ist als Berlin, befindet sich also fast am anderen Ende der Welt.

Die Verteidigungsministerin hat die lange Anreise trotzdem auf sich genommen, um an der wichtigsten Sicherheitskonferenz Asiens teilzunehmen. Einen derart hochrangigen Besuch aus Deutschland gab es dort seit neun Jahren nicht mehr.

Am Sonntagmorgen sitzt sie im „Island Ballroom“ des Luxushotels Shangri-La neben einem chinesischen Admiral und dem Verteidigungsminister Neuseelands, um über die „Stärkung der regionalen Ordnung im asiatisch-pazifischen Raum“ zu sprechen.

An diesem Morgen gibt es unter den Konferenzteilnehmern aber erst einmal ein anderes Thema: In der Nacht hat ein Auto eine Straßensperre in der Nähe des Hotels durchbrochen. Der Fahrer wurde von Sicherheitskräften erschossen, zwei Männer festgenommen. Von der Leyen fährt später auf dem Weg zum Flughafen an dem roten Auto mit durchschossener Windschutzscheibe vorbei. Hinweise auf einen Terrorakt gibt es zunächst nicht.

Wenn so etwas bei der Münchner Sicherheitskonferenz passieren würde, wäre die Aufregung dennoch riesig. In dem hochgerüsteten Stadtstaat Singapur läuft das anders. Die Konferenz wird fortgesetzt, als wenn nichts gewesen wäre - mit der Rede des stellvertretenden Generalstabschefs Chinas Sun Jianguo.

Er ist so etwas wie der „Bösewicht“ bei dieser Konferenz. Chinas militärisches Dominanzgebaren im Südchinesischen Meer empfinden viele kleinere Länder in der Region als massive Bedrohung. Es gibt Streit um Riffe und Inseln. Keiner weiß genau, was China vorhat und wie weit es bereit ist zu gehen.

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Von der Leyen und der Admiral aus Peking wirken in etwa so, als wenn der russische Präsident Wladimir Putin bei einem Gipfeltreffen der Europäischen Union neben Bundeskanzlerin Angela Merkel Platz nehmen würde. Von den Asiaten wollte offenbar niemand mit dem Chinesen aufs Podium - oder umgekehrt. Deswegen musste von der Leyen ran.

Sie wirbt für eine Sicherheitsarchitektur mit klaren Regeln zur Konfliktbewältigung und nennt Europa als Vorbild. Der Chinese macht allerdings nicht den Eindruck, als ob ihn das tief beeindrucken würde. Der Stärkste in einer Region hat eine Sicherheitsarchitektur eben am wenigsten nötig.

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