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29.01.2015

13:03 Uhr

Von der Leyen kündigt neue Lieferung an

Deutsche Waffen für Peschmerga-Kämpfer

„Den Peschmerga fehlt es im Grunde an allem“, erklärt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Neben Kleidung und Sanitätsmaterial werden die kurdischen Milizen daher auch neue deutsche Waffen erhalten.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen kündigt die nächste Waffenlieferung an die irakischen Peschmerga-Kämpfer an. Reuters

Von der Leyen kündigt Waffenlieferungen an

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen kündigt die nächste Waffenlieferung an die irakischen Peschmerga-Kämpfer an.

BerlinVerteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat weitere Waffenlieferungen an die kurdischen Peschmerga-Kämpfer im Nordirak bis Ende Februar angekündigt. „Den Peschmerga fehlt es im Grunde an allem“, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag im ARD-„Morgenmagazin“. Zunächst werde nun Winterkleidung und Sanitätsmaterial geliefert. „Ich würde mal geschätzt sagen, Mitte, Ende Februar sind wir dann so weit, dass wir auch Waffen und Munition liefern können.“

Die Bundeswehr hatte den Peschmerga bereits im vergangenen Jahr Waffen im Wert von 70 Millionen Euro für ihren Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat geschenkt. Damit wurden 10.000 der insgesamt etwa 100.000 Soldaten der kurdischen Armee unter anderem mit Sturmgewehren, Raketen und gepanzerten Fahrzeugen ausgerüstet.

Von der Leyen hatte bei ihrem Besuch im Irak vor gut zwei Wochen angekündigt, weitere Waffenlieferungen zu prüfen. Die Peschmerga fordern vor allem panzerbrechende Waffen wie die „Milan“-Raketen. Bisher hat die Bundeswehr 30 Raketenwerfer und 500 Raketen dieses Typs geliefert.

Fakten zur Panzerwaffe Milan

Die Panzerwaffe Milan

Zu den Waffen, die die Bundeswehr für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Nordirak zur Verfügung stellt, gehört auch die tragbare Panzerabwehrwaffe vom Typ „Milan“. Das deutsch-französische Konsortium Euromissile (heute MBDA) entwickelte das Waffensystem zu Beginn der 1970er Jahre.

Quelle: dpa.

Schlagkraft des Milan

Es kann Panzer und gepanzerte Fahrzeuge in einer Entfernung von 300 Metern bis fast zwei Kilometern zerstören. Der über einen Lenkdraht gesteuerte und mit einem Gefechtskopf bestückte Flugkörper durchschlägt bis zu 70 Zentimeter dicken Panzerstahl. Mittels Wärmebildgerät kann das System auch bei Dunkelheit eingesetzt werden.

Verbreitung des Milan

Nach Angaben der Bundeswehr lieferte der Hersteller bis heute mehr als 10 000 Panzerabwehrwaffen dieses Typs in rund 40 Länder - darunter Italien, Spanien, Griechenland oder Südafrika. 1600 davon sind im Besitz der Bundeswehr. Deutsche Truppen nutzen sie im Rahmen des internationalen Einsatzes in Afghanistan. Britische Streitkräfte setzten sie unter anderem im Golfkrieg ein. Die kurdischen Kämpfer sollen aus Deutschland 500 davon bekommen.

Von der Leyen signalisierte, dass auch zu der neuen Lieferung wieder „Milan“-Raketen gehören werden. Mit diesen Waffen hätten die Peschmerga mit Sprengstoff beladene Laster ausschalten können. „Das ist ganz, ganz wichtig für die Moral der Truppe.“

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Franz Paul

29.01.2015, 14:14 Uhr

Da freuen wir uns jetzt schon mal, dass wir ein gut Teil dieser Waffen schon bald bei kriminellen Aktivitäten in Aktion erleben dürfen. Als Gegenmaßnahme wird dann in Deutschland mal wieder das Waffenrecht verschärft. Da dieses ja wieder nur für "echte" Deutsche gilt, können die trainierten, zurückkehrenden Kämpfer sich dann hier so richtig austoben.ig

Herr shar wes

30.01.2015, 08:06 Uhr

Wen meint den die "Pistolen Uschi" mit Moral der Truppe? Die Kurden oder die Bundeswehr, die sieht das mal etwas funktioniert?

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